Samstag, 19. April, München
Nun war er also gekommen, der Tag ihrer großen Party. Morgens, als ich aufgestanden bin, war alles unwirklich und realitätsfern. Dieser Samstag kam definitiv schneller, als ich gedacht hatte. Am Vormittag erledige ich Sachen, die man üblicherweise an einem Samstagvormittag erledigt…abends dann die Party. Ich muss sehr weit mit der S-Bahn fahren, darum muss ich früher los, weshalb ich auch einen Teil des, wie sich später herausstellen sollte, sehr spannenden Pokalfinales verpasse. Was tut man nicht alles für schöne Frauen.
Sie kommt natürlich zu spät, aber egal. Später werden wir nicht sehr viel zusammen reden, denn ich unterhalte mich die meiste Zeit mit ihrer Freundin.
Ein wirklich toller Abend, obwohl ich zunächst eher skeptisch war. Leider ist meine Zeit viel zu schnell rum, denn schon gegen zwei Uhr morgens nehme ich die letzte S-Bahn nach Hause.
Ich hätte tanzen sollen, doch dazu war mir die Musik viel zu speziell. UNTANZBAR, obwohl mir House eigentlich gut gefällt. Der DJ hat wieder einmal die Macht, kann bestimmen zu was getanzt wird und leitet so die Menge. Goetz hat das DJ-Handwerk einmal sehr präzise in einem seiner Bücher beschrieben; darum von mir nur so viel: Auflegen ist Kunst, ebenso wie Schreiben oder Zeichnen. Heute Abend verwendet er CDs. Ich mag lieber Vinyl.
„Was denkst du? Vinyl oder CDs?“ – „Also ohne Gummi mach ich’s nicht, damit das mal klar ist!“
Die Geschmäcker sind eben verschieden.
Schließlich tanze ich doch einmal und finde den Abend nur noch herrlich. Es ist die ganze Stimmung, die mich mitreißt und auch meine hübsche Gesprächspartnerin. Die, die mich eingeladen hat bewundere ich nebenbei auf der Tanzfläche…rhythmisch-dynamische Bewegungen. Ich genieße den Anblick…lausche dem DJ. Alles ist herrlich. Als Bettina ihre Brüste einpacken soll, muss ich los…schade, denn dazu hätte ich wirklich gerne getanzt. Nächstes Mal vielleicht. Noch während ich in die kalte Dunkelheit vor der Disko trete, beschließe ich eines Tages selbst DJ zu werden.
bflo - 21. Apr, 23:29
Freitag, 18. April, München
Die verrücktesten Dinge fallen einem immer dann ein, wenn man gar nicht explizit über sie nachdenkt. So auch die folgende Episode aus Budapest.
In Pasing stehe ich auf dem Bahnsteig und denke an den Leuchtfinger-Mann.
Es muss gegen vier Uhr morgens gewesen sein, als wir im verrauchten Club auf der Pest-Seite der Stadt standen und er plötzlich aufgetaucht ist.
Ich unterhielt mich gerade angeregt mit einem jungen Mädchen, als er sich neben uns stellte, um uns seinen Zaubertrick vorzuführen. Und der ging so: Er zog sich einen neongelb leuchtenden Aufsatz über den Zeigefinger und vollführte mit ungeheuerem Tempo irrwitzige Tricks. Meinem Mädel durch zur Nase rein und zum Hintern wieder raus, durchs linke Ohr rein, durchs rechte Ohr wieder zurück an seine Hand. Natürlich nicht wirklich, denn er hat nur so getan, aber das Ganze sah auf Grund der hohen Geschwindigkeit täuschend echt aus. Meine Gesprächspartnerin zeigte sich beeindruckt und auch ich war bass erstaunt. Für umgerechnet fünf Euro, so der Verkäufer, könnte auch ich in den Genuss dieser Leuchtfinger kommen. Ich lehnte mehrfach dankend ab, auch als er mir einen Freundschaftspreis von vier Euro anbot. Er sei ja morgen schon wieder in London und übermorgen in Helsinki, so dass ich heute noch zuschlagen müsse. München kenne er auch und im Oktober komme er wieder in die bayrische Landeshauptstadt. Er lachte ständig, auch wenn ich nichts kaufte. Wir verabschiedeten uns per Handschlag und er verschwand ebenso schnell, wie er aufgetaucht war. Mittlerweile hatte auch meine Gesprächspartnerin mich verlassen und war aus dem Club hinaus in den erwachenden Morgen gezogen.
bflo - 21. Apr, 00:06
Donnerstag, 17. April, München
Was mich der Alltag lehrt? Der Bus kommt immer zur falschen Zeit! Sie schlendert gemächlich auf der anderen Straßenseite, ich haste zunächst schnell vorüber. Nach einem Semester im Ausland, ist sie nun wieder in der Stadt. Wir haben vor vier Jahren zusammen Abitur gemacht…ich mag sie recht gern, auch wenn wir früher gar nicht soviel Kontakt hatten. Aber plötzlich gibt es irgendeinen Kurs, irgendeine Unternehmung, die einen zusammenschweißt ohne dass man es mitbekommt. Meine Erinnerung ist dunkel, aber es muss wohl mit dieser Klassenfahrt nach Hamburg zu tun haben. Da war sie auch dabei…ich erkläre mir das eben so. Dann spreche ich sie an. Wie weit wir schon mit den Vorbereitungen für das Abiturtreffen im Juni sind und ob viele von uns daran Interesse hätten, fragt sie. Ich antworte mit „relativ fortgeschritten“ auf die erste und mit „ja viele“ auf die zweite Frage. Eine kurze, bedeutungslose Konversation entsteht. Dann kommt ihr Bus und wir verabschieden uns hastig, bevor sie in einem Meer von berufstätigen Pendlern, die sich hektisch in das Verkehrsmittel drängen, verschwindet. Ich gehe weiter, betrete den Bahnhof und denke an meinen bevorstehenden Tag an der Uni. Dabei verlieren sich meine Gedanken langsam in der Unendlichkeit.
bflo - 19. Apr, 18:58
Mittwoch, 16. April, München
Heute hat sie Geburtstag. Acht Wochen Afrika sind eine lange Zeit. Da die S-Bahn brechend voll ist, können wir unser „Date“ nicht einhalten. Ich muss in Pasing zusteigen, weshalb es mir unmöglich ist, mich zwischen all den dicht an dicht stehenden Menschen vorbei zu schieben. Am Marienplatz treffen wir uns schließlich…nach über zwei Monaten. Sie ist noch hübscher geworden in den letzten Wochen, sieht erholt und entspannt aus, obwohl sie der Stress in Europa, in Deutschland, in München längst eingeholt hat. Verschlafen ist sie, ich aber ich auch…wem will man es verdenken um diese Uhrzeit. Wir unterhalten uns angeregt, sind uns ungemein vertraut. Sie ist einfach nur süß, als sie neben mir in der rappelvollen U-Bahn steht und mir unbeirrt Urlaubsfotos zeigt. Tiger, Löwen, Zebras und Giraffen in freier Wildbahn…ich bin neidisch. Sie hat mit ihrer Kamera auch ein Video gemacht. Es zeigt einen Löwen, der seelenruhig am Straßenrand entlangläuft. Tiere gefallen mir in freier Wildbahn eben immer noch am besten.
„Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.“
Wir haben nicht viel Zeit, müssen bald aussteigen und uns verabschieden. Immerhin habe ich es geschafft, ihr persönlich zu gratulieren. Wir umarmen uns und ich überreiche ihr eine schneeweiße Packung „Raffaello“. Sie freut sich und ich freue mich auch, weil sie sich freut. Symbiose.
Am Samstag feiert sie in einer Disco ziemlich in der Pampa ihren Ehrentag. Ich werde hinfahren, nur sie kennen und hoffentlich trotzdem Spaß haben.
Nach der Verabschiedung spaziere ich langsam in Richtung Uni, vorbei am Siegestor, und denke dabei an wildlebende Tiere. Was bleibt? – Hinter tausend Stäben keine Welt.
bflo - 18. Apr, 19:14
Dienstag, 15. April, München
Ich habe meinen Blog vernachlässigt. Die letzten Tage hat sich Unsicherheit in mein Leben geschlichen…ich stand unter Strom und habe Fehler gemacht. Der Alltag an der Universität hat mich in den ersten Tagen schier erschlagen…ich war zu wenig vorbereitet. Das Wetter tat sein Übriges, denn es war nasskalt, regnerisch und windig, eben typisches Aprilwetter. Ich hätte den Blog nicht vernachlässigen dürfen. Nach den Semesterferien, wenn die Uni wieder beginnen, trifft man Leute wieder, die man mindestens fünf Monate nicht mehr gesehen hat. Das schlechte Gewissen und die Angst an der Hochschule doch Entscheidendes zu versäumen, lassen sie aus ihrem Unterschlupf ans Tageslicht kommen. Am Montag treffe ich sie alle. Verzweifelt bemühe ich mich, eine H-Marke für den Unisport zu kaufen, aber gefühlte 500 Studenten stehen gleichzeitig in drei Schlangen an. Ich versuche es später noch einmal, habe Glück und warte mit zehn anderen Menschen nicht einmal fünf Minuten. Mit der Marke in der Hand verlasse laufe ich zur U-Bahn und bin zufrieden. Man, bin ich gut.
bflo - 17. Apr, 17:22
Montag, 14. April, München
Der Tag bringt Regen. Morgens scheint noch die Sonne, aber das Wetter bleibt die ganze Zeit über äußerst unbeständig. Ich bin schon wieder im Stress, doch für wenige Minuten gelingt es mir, mich zu entspannen und innezuhalten. Dabei träume ich mich zurück in die Stadt.
Ich stehe wieder in der Gasse, allerdings ist es taghell. Vor einer Woche habe ich bereits hier gestanden, jedoch spät am Abend. Damals war es laut um mich herum, nun jedoch ist es mucksmäuschenstill. Ganz in der Ferne jagen die Autos über den grau asphaltierten Straßenbelag. Ich gehe los, durch die Gassen, die winzigen Sträßchen bis zur großen Kreuzung. Ich bin zurück in der Stadt und beschließe, dass ich von hier auch nicht wieder so schnell fort will. Ein magisches, jedoch unsichtbares Band hält mich gefesselt an diese Metropole. In meinem Reiseführer blätternd überlege ich mir, wohin ich als nächstes gehen will. Unentschlossen laufe ich einfach los…irgendwohin…die Stadt steht mir offen und ich folge den Straßen und lege dabei Kilometer für Kilometer zurück. Die Sonne wärmt meine müden Füße, so dass es kein Problem ist, immer weiter zu gehen. Erst als ich müde bin setze ich mich auf eine Bank und beobachte den vorbeifahrenden Verkehr.
Plötzlich kehrt die Realität zurück…der Regen und die düsteren Wolken. Back to reality.
Nur langsam stehe ich auf und verschwinde draußen im Regen. Allerdings bleibt die Gewissheit, dass ich eines Tages in die Stadt zurückkehren werde.
bflo - 15. Apr, 16:56
Sonntag, 13. April, München
Es hat sich nichts geändert. Die Woche Budapest sollte etwas bewegen…so wie die Welle. Ich konnte die Unabhängigkeit und Gelassenheit, die ich dort kennen gelernt habe nicht mit nach Deutschland nehmen.
In Ungarn lebte ich eine Woche einfach in den Tag hinein…“Carpe diem“, sich einfach nur treiben lassen. Ganz ohne Termine und Verpflichtungen. Hier hat mich spätestens seit heute der durchstrukturierte Alltag wieder eingeholt. Alles läuft auf festgetretenen Pfaden, auf denen es kein Links und kein Rechts gibt.
Mein Tag ist strikt durchgeplant…Leben nach der Uhr.
Ich musste in Budapest etwas zurücklassen, das ich nicht hätte zurücklassen dürfen…die Fähigkeit, entspannt zu leben. Ich musste Freundschaften aufgeben, die ich nicht hätte aufgeben dürfen.
Sophie meldet sich irgendwie gar nicht mehr; auch heute nicht, da die Uni wieder begonnen hat. Ich wundere mich, bin traurig, aber beschließe sie erst einmal in Ruhe zu lassen. Es hilft ja alles nichts, denn ich kann sie nicht zwingen, sich bei mir zu melden.
Das Praktikum in Südafrika ist auch zu Ende. Wir wollten uns heute treffen, aber sie hat es verplant. Verständlich, denn sie ist immer noch nicht komplett hier angekommen. Das verstehe ich voll und ganz, obwohl ich zuerst auch traurig war.
Wir wollen uns nun übermorgen, an ihrem Geburtstag, in der S-Bahn treffen. Ich freue mich.
bflo - 14. Apr, 19:57
Samstag, 12. April, München
Der Tag beginnt ganz gut, die Müdigkeit der letzten Tage lässt nach. Sophie hatte sich vor einigen Tagen gemeldet…per Email. Irgendwie seltsam, denn sie hat eine Nachricht beantwortet, die ich ihr vor über sechs Wochen geschrieben habe…egal. Ein schöner Vormittag, warme Luft, blauer Himmel, nur wenig Wolken. Ich sitze auf einer Bank, starre in die vereinzelten Wölkchen und denke nach.
Die Eishockeyhalle ist bis auf den letzten Platz ausverkauft…Länderspiel. 6000 Menschen, eingepfercht auf den Rängen und in den Gängen. Mit Sophie war ich verabredet…irgendwie. Ihr Freund muss lange arbeiten, also kommt sie später; ich bin früher dort, erspähe sie kurz vor Spielbeginn an der Seite ihres Freundes. Sie ist nicht besonders groß und darum leicht zu übersehen.
Auch in der Pause weicht sie ihrem Freund nicht von der Seite, in der Menschenmenge kann ich sie nicht mehr finden. draußen vor dem Aufgang wartet sie auch nicht; meine Sms bleibt unbeantwortet.
Ihr Freund ist eine Mischung zwischen Spitzwegs „Armen Poeten“ und Inspektor Colombo. „Entschuldigen Sie, ich habe da noch kurz eine Frage!“
Ich weiß, ich bin voller Vorurteile…im Bezug auf Frauen und ihre Kerle sowieso. Vielleicht ist er ja ganz nett, aber er sieht etwas seltsam aus…ohne, dass ich mit ihm gesprochen habe fälle ich dieses Urteil. Unfair, nur auf Äußerlichkeiten zu gehen.
Spitzweg gehört fest zu meiner Heimat, wie Bier und Brezen. „Der Arme Poet“ scheint untrennbar zu Sophie zu gehören. Ich leider nicht. Freunde erklären mir noch am selben Abend, dass ich doch nur neidisch sei. Das stimmt. Die deutsche Mannschaft verliert das Spiel gegen Finnland mit 0:4…scheiß Tag.
bflo - 12. Apr, 19:48
Freitag, 11. April, München
den rufen sie früh zu sich. Man muss das Leben genießen, wie es auch kommt. Kaum zurück in München droht mich der Alltagstrott wieder einzuholen. Er ist mir bereits bedenklich dicht auf den Fersen. Also stürze ich mich einmal mehr in die Arbeit, die hier in den letzten Tagen liegen geblieben ist. Am Montag sind die Semesterferien zu Ende, die Vorlesungen beginnen wieder. Alles läuft wieder in den geregelten, alten Bahnen. Veränderungen gab es kaum...nichts Neues.
Ich muss Vieles anders machen, aber was und vor allem wie? „Bleibt alles anders!“
Ich muss die Dinge anders anpacken, die alten, festgefahrenen Wege verlassen…neue Strecken erkunden. Obwohl ich viel zu tun hätte, bleib ein bisschen Zeit für einen kleinen Spaziergang. Der macht den Kopf frei und bringt den Kreislauf in Schwung. REVOLTION…NEUANFANG. Das weiche Gras knirscht angenehm unter meinen Fußtritten. Jung zu sterben muss grausam sein, da kann selbst der Sinnspruch der Griechen oder Römer nichts daran ändern. Ich marschiere die Landstraße entlang und entdecke ein kleines Holzkreuz am Rand im Gras. Autounfall…drei junge Leute tot…19, 16 und 18 Jahre alt. Ich verharre einige Sekunden und gehe dann weiter. Nach einiger Zeit drehe ich mich um, aber da ist das hölzerne Mahnmal auch schon aus meinem Blickfeld verschwunden und liegt weit zurück in der einsetzenden Dunkelheit. Wen die Götter lieben…
bflo - 12. Apr, 15:47
Donnerstag, 10. April, München
Wieder zu Hause, holt mich der Alltag ein. Ich glaube vorerst nicht, dass es etwas gebracht hat in Budapest zu bloggen. Die Aufarbeitung des Erlebten wird später vollzogen werden. Zuerst muss ich das alles sacken lassen. Die Ereignisse und Erlebnisse der letzten Tage haben Spuren in mir und an mir hinterlassen. Dieser Gedanke fasziniert mich. Denn auch von mir ist ja etwas zurückgeblieben in Ungarns Hauptstadt. Körperlich bin ich zwar hier, aber mit meinen Gedanken und Gefühlen irgendwie immer noch in der Stadt. Ich habe die dort erfahrene Freiheit gegen den festgefahrenen Alltagstrott hier getauscht.
Als ich im Zug sitze stelle ich den Ipod auf „Shuffle“.
„Tear“ von den Red Hot Chili Peppers läuft gleich zu Beginn, als der Zug aus dem Bahnhof rollt.
“Tell me where you want me, this is my time, this is my tear!”
Mit dem passenden Lied für die passende Stimmung verlässt der Zug den Keleti-Bahnhof zurück nach München. Mit einer Stunde Verspätung, völlig müde und etwas frustriert erreiche ich schließlich mein Zuhause.
Es gibt wenige Frauen bei denen die Bewegung der Nase sexy aussieht, aber Jana ist eine von ihnen. Mich macht das immer ganz verrückt, wenn ich es sehe. Kleine Stupsnase und dann diese Bewegung der beiden Nasenflügel, die ich nicht beschreiben, geschweige denn nachmachen kann. Ganz schnell hintereinander werden der rechte und der linke Nasenflügel abwechselnd hochgezogen. Das geschieht nur maximal zweimal kurz hintereinander, sieht aber so unglaublich geil aus. Ich habe noch nicht mehr als drei Mädels getroffen, bei denen das so sexy aussieht. Die dazu passende Stupsnase ist wichtig.
bflo - 11. Apr, 11:28
Mittwoch, 09. April, Budapest
Der letzte Morgen kommt früh…Zeit des Aufbruchs. Ich verlasse die Stadt wieder heimwärts gen München. Die Sonne scheint, ein schöner Tag kündigt sich an. Jochens Freundin kommt zu Besuch. Sie und ein Bekannter haben Weißwürste, ein Fass Weißbier, Senf und Brezen nach Budapest gekarrt.
Der spanische Mitbewohner will auch probieren…verdrückt insgesamt dann sogar vier Würste.
Der Zug fährt los, lässt die Stadt hinter sich und verlässt das Land. Was bleibt?
Es sind die Erinnerungen, die ich in meinem Kopf und in meinem Herzen mit nach Hause nehmen werde. Viel bleibt, worüber ich nachdenken muss…auch hier.
Wir hinterlassen Spuren von uns, wo wir auch sind. Auch von mir bleibt etwas in Budapest, etwas, das bleibt, dessen ich mir zuerst nicht voll bewusst bin. Nicht materiell, nicht substanziell, aber in der Erinnerung habe ich etwas hinterlassen.
Und das wird nicht so leicht zu löschen sein, wie die Spuren im Sand, ehe die herannahende Brandung alles vernichtet.
In der Erinnerung mancher werde auch ich als Subjekt bleiben.
bflo - 11. Apr, 10:27