Dienstag, 16. September 2008

Schwimmbecken

Sonntag, 14. September, München

Mein Kopf gleitet unter Wasser. Ich schließe die Augen und höre nur noch das beständige Rauschen um mich herum. Es brodelt und blubbert überall. Als ich die Wasseroberfläche wieder durchdringe, blinzle ich ins Licht und schüttle meine tropfnassen Haare hin und her. Ein neuer Vorsatz: Schwimmen, schwimmen, immer wieder schwimmen. Ich habe es lange nicht mehr gemacht, in Budapest in diesem eiskalte Abkühlbecken in der Therme, zuletzt. Da hat es mir schon wieder richtig Spaß gemacht. Mein Oberkörper gleitet zügig durchs Wasser, während die kräftigen Arme brachiale Zugbewegungen vollbringen. Immer abwechselnd...kräftig, dynamisch und trotzdem ruhig. Von außen dringt dabei kein Geräusch an mein Ohr, außer den Wellenbewegungen des Wassers. Ich gleite dahin, Bahn für Bahn. Früher war ich ein richtig schneller Schwimmer, als Kind. Aber als meine Sehschwäche eingesetzt hat, begann ich auch das kühle Nass mehr und mehr zu meiden. Aus Angst, die Brille zu verlieren und dann hilflos umherzuirren. Es gab viele Gründe. Ein Taucher war ich noch nie. Die Ringe bei der Seepferdchenprüfung konnte ich nur mit viel Mühe an die Oberfläche fischen. Ich war Schwimmer. Das will ich demnächst wieder zeigen. Konditionell sicher ein prima Training. Bauch, Beine, Po...kann man damit ja alles trainieren und fit halten. Oberarme wie Michael Phelps. Mal sehen. Ich bin gespannt, wie lange ich durchhalte, denn ich fürchte, das Ganze geht ziemlich auf die Pumpe und ist sicher mörderanstrengend. Aber kein Problem, denn ich will ja noch eine Ecke sportlicher und leistungsfähiger werden. Wieder so ein Entschluss, aber ich wäre sehr glücklich, wenn ich das so durchziehen könnte, wie ich mir das im Moment ausmale, imaginiere und vorstelle. Es ist noch viel Luft nach oben. Im Wasser wieder alles vergessen...muss herrlich sein, wenn einen beständig nichts anderes als Wasser umgibt, man sich vom dritten Element tragen lassen kann. Draußen wird es immer kälter und der Nieselregen verfängt sich in meinen zu kurzen Haaren, Mit meinem Entschluss im Herzen mache ich mich auf den Weg durch die Regentropfen.

Montag, 15. September 2008

Im Gedenken an R.M.R.

Samstag, 13. September, München

Morgens ist es kühl und neblig. An diesem Herbsttag muss ich seit langer Zeit wieder eine Jacke tragen. Ohne ist einfach viel zu kalt. Dabei denke ich bei mir, dass der Sommer eigentlich doch irgendwie sehr groß war und es nun eben Zeit für Veränderung ist. Schatten liegt auf der Sonnenuhr am Haus gegenüber und der losgelassene Wind heult durch die Flure und über die Wege, schon morgens. Es ist an der Zeit, dass die letzten Früchte die jetzt noch an den Bäumen hängen, reifen und zu ihrer Vollendung getrieben werden. Erntezeit! Weinzeit. Zwei oder drei südlichere Tage, die den Boden noch einmal wären, wären jetzt ein Geschenk. Nur so schießt die letzte Süße in den schweren Wein, in die dicken Trauben, die in Reben eng aneinander hängen. Mittlerweile ist es schon wieder Abend geworden und in meinen vier Wänden steht die Luft, weshalb ich beschließe eine Runde um den Block zu drehen. Nur wenige Menschen sind unterwegs, obwohl es noch gar nicht so spät ist. Von denen, die jetzt noch keine Haus, keine Unterkunft, kein Dach über dem Kopf haben, wird sich keiner mehr eines bauen. Ich passiere einen Mann, der regungslos aber aufrecht mit dem Rücken an eine Parkbank gelehnt einfach nur dasitzt und in die Nacht starrt. Ich merke, dass er einsam ist. Seine Lippen scheinen stumme Worte zu bilden, gehen auf und zu, aber kein Laut dringt an mein Ohr. Es scheint fast so, als würde der Fremde beten. Die Jahreszeit bringt es mit sich, dass derjenige, der jetzt alleine ist, es lange bleiben wird. Einsamkeit. HERBSTDEPRESSION. Eine sehr schwierige Jahreszeit, magisch, geheimnissvoll, aber eben auch schwierig. Die Schwere der Luft, der Wind um einen herum, all das schlägt dumpf aufs Gemüt. Ich setze mich ungefragt neben den Fremden auf die Bank. Er lächelt, blickt dabei aber nicht zu mir herüber. “Was machen sie hier?, frage ich. - “Nur sitzen und die Stille genießen!”, antwortet er. Ich merke, dass ich nicht weiterreden sollte, um den Mann nicht zu stören. “Wachen, lesen, lange Briefe schreiben. Das kann ich auch zu Hause. Hier will ich nur sitzen und schweigen.”, gibt er mir Auskunft. Nach wenigen Minuten stehe ich wieder auf, grüße den Einsamen flüchtig, indem ich die Hand an die Stirn führe. Er grüßt mit derselben Geste kurz zurück. Ich gehe weiter, beginne in den Alleen hin und her unruhig zu wandern, wenn die Blätter treiben. Nieselregen setzt ein.

Sonntag, 14. September 2008

Streifzug

Freitag, 12. September, München

Die Nacht ist sternenklar und an der kühlen Luft um einen herum merkt man, dass es langsam richtig Herbst wird. Die Blätter an den Bäumen beginnen schon ihr ehemals sattes Grün gegen das leicht bräunliche Kleid der dritten Jahreszeit zu tauschen. Die Luft ist leicht feucht und ein feiner Film aus kondensiertem Wasser schlägt sich auf den Gläsern meiner Brille nieder. Es ist so still um mich herum, dass ich meine Schritte auf dem Asphalt hören kann. In den vereinzelt gepflanzten Sträuchern die meinen Weg säumen, säuselt der Wind. Hier zeigt sich der Übergang von einem angenehmen Spätsommertag in eine leicht düstere Herbstnacht. Ich betrete das Festgelände durch die Absperrungen, die wenige Tage zuvor noch geschlossen waren. In gut einer Woche geht es los. Die imposanten Fahrgeschäfte um mich herum werfen bizarre Schatten in die Nacht. Es herrscht völlige Stille, nur von irgendwo her höre ich kurz das Bellen eines Hundes. Die Straße ist einige Meter entfernt und um diese Zeit nur wenig befahren. Wie groß das doch alles ist, vor allem wenn außer einem selbst keine Menschenseele die Wirtsbudenstraße säumt. Ich starte meinen Spaziergang auf Höhe der Bavaria. Sie reckt ihren Arm in die Höhe und erinnert an die Freiheitsstatue in New York. Der Löwe steht ihr brav und stoisch zur Seite. Eine wahre Königin. Ich beschließe, bei Tageslicht wieder einmal den Sockel zu besteigen und auf das Festgelände zu schauen. In das hohle Innere der Bavaria kann man auch, aber das kostet etwas und man versäumt eigentlich nichts, wenn man sich weiter unten postiert und die Augen umherschweifen lässt. Ich passiere die einzelnen Festzelte und bewege mich in Richtung des Haupteinganges. TERROR 80. Die Bierhallen machen einen fast gespenstischen Eindruck auf mich, so leer und leblos sind sie. Auf Höhe der “Fischer Vroni” bleibe ich kurz stehen und blicke zurück. Ich versuche eigentlich jedes Jahr kurz vor Beginn des größten Volksfestes der Welt in der Nacht über den Festplatz zu schlendern. Einfach imposant. Sechzehn Tage Ausgelassenheit...gut, für mich gibt es nichts Neues mehr, bin ich doch seit Jahren immer wieder hier. Für Touristen ist das sicher der Knüller. Aber einen Besuch gönne ich mir natürlich auch in diesem Jahr. Vorbei am “Hippodrom” und dann endet der Bummel über das Oktoberfest auch schon fast...noch durch den Torbogen am Eingang und ich bin raus. Schnell über die Straße und dann der Blick zurück, hinein in die Nacht. Ich stand ja Anfang des Jahres bereits auf der Wiesn, unter sternenklarem Himmel. Heute jedoch begegne ich niemandem, als ich meinen Weg durch die Dunkelheit fortsetze. So schwarz und unbeleuchtet wirkt das größte Volksfest der Welt irgendwie langweilig. Und dennoch hat sich der Fußweg gelohnt. Meine Schritte verhallen nach und nach in der Finsternis.

Samstag, 13. September 2008

1132 Kilometer

Donnerstag, 11. September, München

Man sollte, ja, man sollte...vielleicht einmal...na was denn? - Man sollte einmal bei Fisch Gosch auf Sylt stehen, mit einem Bier in der einen und einer Fischsemmel mit Bismarckhering in der anderen Hand, von der die Remouladensauce in Zeitlupe beständig auf die neuen Schuhe kleckert. Man sollte dann austrinken, die leere Flasche vor sich auf den Boden stellen und eine große Reise antreten. Einmal quer durch die Republik, von Norden nach Süden, von List bis Garmisch-Partenkirchen. Man sollte, ja man sollte dabei in heruntergekommenen Jugendherbergen übernachten, in denen es immer eine Dame an der Rezeption gibt, die selbstbewusst ihren flauschigen Oberlippenbart zur Schau trägt. Man sollte an schäbigen Imbissbuden seltsam aussehende Currywurst essen und dazu eine leicht grünlich schimmernde Saucegenießen. Das sollte man. Man sollte keiner Konfrontation aus dem Weg gehen, offen sagen, was einem nicht passt und notfalls die Konsequenzen tragen. Man sollte nach Tiefschlägen den Kopf oben halten, auch wenn einem absolut elend ist. Man sollte sich dem Gegenwind, der einem böig ins Gesicht schlägt stellen und sich freuen, wenn er umschlägt und zu einem tragenden Rückenwind wird. Man sollte allen Mut zusammen nehmen und in Garmisch auf die Skisprungschanze klettern und mutig hinunter in den Abgrund blicken. Die Aussicht muss herrlich sein. Man sollte auch einmal in einen Zug steigen, ohne gelöstes Ticket, denn meistens passiert ja sowieso nichts. Man sollte einmal ausbrechen...ich war noch niemals in New York. Man sollte zu dem stehen, wie und was man ist, ohne sich beständig zu verstecken, seine Identität zu verbergen. Jeden Tag schwindet deine Zeit. Man sollte einmal über alles offen reden, alles aussprechen. Ich sollte ihr einmal meine Liebe gestehen. Man sollte, man sollte...AUS. Nichts bleibt für die Ewigkeit. Zu viele Chancen bleiben ungenutzt, zu viele Ziele unerreicht. Schließlich siehst du auf deine nagelneuen Schuhe und entdeckst die weißen Kleckse darauf. Dann nimmst du ein Taschentuch, wischt sie ab und willst die Bierflasche artig zurück zum Verkäufer bringen. Du drehst dich um, merkst schnell, dass du nicht bei Fisch Gosch stehst und dass das um dich herum auch nicht Sylt ist, sondern du bei Nordsee auf dem Viktualienmarkt in München an einem überdimensionierten Plastikhummer lehnst. Man sollte...schöne Scheiße.

Freitag, 12. September 2008

Schweigen ist Gold

Mittwoch, 10. September, München

“Das Leben ist wie eine Reise mit dem Zug!” - Ich lese den Satz, er steht irgendwo geschrieben, aber leider weiß ich nicht mehr genau wo. Plötzlich scheine ich ihm immer wieder und überall zu begegnen. Ich lese ihn an Hauseingängen, Steinmauern und auf Sitzmöglichkeiten in der Nähe großen Grünflächen. Das Leben als einzige große Reise, auf der man immer wieder neue Begegnungen macht und immer wieder neue, interessante Menschen kennenlernt. Ein Gedanke, der mich selbst ja schon längere Zeit und immer wieder einmal beschäftigt. In der Bibliothek reißt mich erneut eine Hand auf meiner Schulter aus meiner Konzentration. Ein Mädchen, das mit mir Abitur gemacht hat und der ich ab und an der Universität begegne. War einige Monate in Holland, ist aber schon länger wieder zurück. Eigentlich studiert sie etwas völlig anderes, aber heute sucht sie spezielle Bücher, die sie in ihrer Fakultät nicht bekommen kann. Wir unterhalten uns ein paar Augenblicke, aber erinnern uns dann gleich an das Schweigegebot in diesen Räumen des Wissens und der konzentriert durchgeführten Forschung in völliger Stille. Sie erzählt mir vom “Mucs” -Magazin das es schon in der Stadtinformation gibt. Zur aktuellen Ausgabe habe ich auch zwei Artikel beigesteuert. Einige Stunden später schlage ich auf dem Marienplatz auf, springe in die Stadtinformation und schnappe mir drei Ausgaben (sind ja kostenlos und das nicht nur, weil ich daran mitgearbeitet habe). Sieht schick aus...nicht schlecht. Ich setze meine Reise fort, lege wieder ein klitzekleines Stück meines Lebensweges zurück. Irgendwie wahrlich ein faszinierender Gedanke: Leben ist Reisen, denn man ist ja immer in Bewegung, es geht immer vorwärts, sodass sich eigentlich ständig etwas verändert. Dabei lässt man zwangsläufig immer irgendetwas zurück, auch wenn es nur ganz wenig ist, es bleibt immer zurück. Leider verliert man auch immer Menschen, die einem wichtig sind und muss beständig versuchen, diese wieder zurückzubekommen. Ich habe sie verloren, für den Moment, hoffe aber, dass ich sie bald wieder finden werde, damit sie noch ein Stück der Wegstrecke mit mir gemeinsam geht. Als die Sonne gerade untergeht, hellrot und sonnengelb am Horizont steht, komme ich nach Hause.

Donnerstag, 11. September 2008

Herr Kapellmeister, Musik bitte!

Dienstag, 09. September, München

Als sie fortging...das Lied geht mir permanent durch den Kopf, will überhaupt nicht mehr heraus, scheint sich festgesetzt zu haben. So sanft, so eingängig die Melodie, der Rhythmus und die gesamte Komposition. Erst wenn alles sich zu einem harmonischen Ganzen fügt, dann berührt die Musik das Herz. Passt gut zu diesem Buch, einem Roman, das ich im Moment lese. Sehr interessant, denn auch darin geht es um die Musik und die Macht, die sie auf uns ausüben kann. Das Mittelalter als Hintergrund für die Erforschung von Melodien, Tonfolgen und Musikstücken, die unsere Stimmungen und Emotionen beeinflussen können. Das ist toll. Auch bei mir? Sicher, aber die Zeiten haben sich geändert. Damals, hätte ich für das Intro von “Narcotic” beinahe sterben mögen. Vor zwölf Jahren, als das Lied einer deutschen Band um die Welt ging, war auch ich sofort Feuer und Flamme: “Lemon Tree”, was für ein Song. Wurde sogar in Mandarin übersetzt, habe ich mir sagen lassen. Toll. Es war eben eine andere Zeit. Was ist heute in den Charts, in den Top Ten? Nölige, ausdruckslose Stücke, wie etwa “Hörst du die Regenwürmer husten?”. Mag nach fünf Bier ganz toll sein, davor aber kaum erträglich. Die Misere fängt ja samstags schon im Musikantenstadl an. Das ist ja noch viel schlimmer, als Viva...obwohl, da läuft ja eigentlich sowieso nur Klingeltonwerbung. “Schnuffel”, “Schnuffel hat Blähungen” etc. Es ist zum aus der Haut fahren, denn man muss lange suchen, um heutzutage noch gute Musik zu finden. Aber es lohnt sich, denn sie existiert. “Allein, allein” dröhnt aus den Lautsprecherboxen. Das ist phantastisch. Polarkreis 18, muss ich mir unbedingt merken. Ein Gutes hat die neue Zeit, das neue Musikzeitalter aber dann doch. Ich fahre meinen PC hoch, suche bei youtube nach diesem Lied und werde fündig. Ich höre den Song drei- oder viermal. Dann beschließe ich morgen noch einmal reinzuhören. So bewahrt man sich auch ein bisschen die Spannung und die Vorfreude auf morgen. Vieles ist schlecht, aber eben doch nicht alles. Und das ist auch gut so. “I wonder how, I wonder why. Yesterday you told me `bout the blue, blue sky. And all, that I can see is just the yellow lemon tree.”

Mittwoch, 10. September 2008

Blick zum Himmel

Montag, 08. September, München

Es beginnt zu schneien. Der etwa vierzehnjährige Junge in der S-Bahn vor mir hat Schuppen. Ziemlich stark sogar, so dass Hunderte von kleinen weißen Punkten auf seinem Oberteil liegen. Nun dreht er sich zu mir um und ich kann links auf seiner Brust eine aufgenähte Italien-Flagge erkennen. Der Junge grinst verschmitzt, hält sich dabei mit einer Hand an der aus der Decke ragenden Halteschlinge fest. Gelangweilt und hundemüde kauere ich stehend im Gang der Bahn, muss dabei aber immer wieder dem Jungen auf die Schulter schielen. Man hat ja sonst nichts zu tun. Aus meinem Ipod rieselt Musik in meine Gehörgange, denn die üblichen S-Bahn Gespräche meiner Mitfahrer erspare ich mir heute ausnahmsweise. Bei meinem Stamm-Backshop nehme ich mir noch zwei Brezen und einen Becher Kaffee mit. Ich surfe im Netz, während mein Blick die Runde macht. Ein paar hübsche Frauen sitzen heute auch wieder hier, aber es sind nicht all zu viele. Immerhin komme ich sehr gut voran. Sophie meldet sich nicht. Diese Woche und möglicherweise noch den kommenden Montag werde ich benötigen, um meine Arbeit fertig zustellen. Und was dann? Ja, was dann. Überraschend erhalte ich eine Mail von einer Kommilitonin aus einem meiner Seminare. Wir hatten nie miteinander gesprochen, trotzdem erinnert sie sich an mich, bereitet sie sich doch gerade auf die Zwischenprüfung vor. Nächste Woche werden wir uns treffen. Das verspricht zumindest Ablenkung, die ich dringend nötig habe. Die Urlaubszeit geht langsam zu Ende, das merkt man auch, denn ich sehe die Leute schon wieder in der Bibliothek sitzen und arbeiten.
Bald wird auch sie wieder zurückkommen. Leider weiß ich nicht genau wann. Ich brauche dringend jemanden, der mich auf andere Gedanken bringt, mit mir redet und mich ablenkt. Ansprache ist enorm wichtig, essentiell, denn nur so kann ich die Leistungsfähigkeit oben halten. Ein Monat Freizeit bleibt mir noch. Wie ich die verbringen werde, weiß ich nicht. Ich hoffe sie ab und an einmal zu sehen, mich mit ihr zu treffen Vielleicht einmal etwas zusammen machen, ausgehen, etwas trinken etc. Wunschtraum? Wahrscheinlich! Aber warum sollen Träume und Wünsche nicht einmal in Erfüllung gehen? Abends sitze ich am Fenster und starre eine halbe Stunde in den Nachthimmel. Trotz meiner Hoffnung sehe ich leider keine Sternschnuppe.

Dienstag, 9. September 2008

Arbeit ist Therapie

Sonntag, 07. September, München

Bis jetzt hat es immer geholfen, wenn ich mich in die Arbeit gestürzt habe. So konnte ich meine Probleme, meine Sorgen und alles um mich herum vergessen. Vielleicht ist das der Grund, warum ich im Moment mit Feuereifer an meinen Projekten sitze. Vielleicht ist das der Grund, warum dieses Blog halbwegs reibungslos läuft, ich es so akribisch aufrecht halte. Wer weiß das schon? Eine innere Kraft spornt mich an weiterzumachen, auch wenn ich emotional down bin. An der Universität keine bekannten Gesichter zu treffen, macht mich fertig. Letztes Semester habe ich ab und an Sophie getroffen und wir gingen in eine der zahlreichen Studentenkneipen und haben einen Tee oder Kaffee getrunken. Sie war noch mit ihrem Praktikum bei den Kammerspielen in der Stadt beschäftigt und ich hatte meine Arbeit. Ablenkung, Symbiose. Das war toll. Ich schotte mich einfach ab, kümmere mich um meine Aufgabe. Noch ist sehr viel zu tun. Ich denke wieder an sie. An sie, die im Moment ihren Urlaub genießt. An sie, die vor einigen Monaten nach Südafrika ging und einige Wochen später wieder zurückkam. Sie, die mit wenigen, magischen Begegnungen mein Leben verändert hatte. Die flüchtigen Berührungen in unserem gemeinsamen Seminar, als ich mich immer neben sie gesetzt habe und mein Knie ab und zu zart ihren Oberschenkel streichelte. Kleine Momente mit großer Wirkung. Ich hätte das alles viel mehr genießen müssen, aber das realisiert man ja immer erst hinterher, wenn es zu spät ist. Leider. Nichts scheint geblieben, außer Sehnsucht und Wunschdenken. Auf den ersten Blick, doch auf den Zweiten? Das Seminar war ausschlaggebend für das hier. Ohne das Seminar würde es dieses Blog nicht geben. Ohne sie würde es dieses Blog nicht geben. Ich habe beiden viel zu verdanken. Auch Sophies Anteil an diesem ‘Ding’ hier ist groß. “Wie viel würden wir erfahren, wenn wir alles vorher wüssten?” - Eigentlich ist alles ganz gut so, wie es ist, wenn man von Kleinigkeiten absieht. Scheinbare Kleinigkeiten. Ich sitze also wieder einmal in der Bibliothek und es ist mucksmäuschenstill um mich herum. Dabei fällt mir das hier alles so ein, kommt mir in den Sinn. Zeit, nachzudenken. Das Gute daran ist ja eigentlich, dass niemand genau weiß, wie alles weitergehen wird. Aber das ist auch beängstigend. Was, wenn es keinen Zufall gibt, jedes kleine Mosaiksteinchen auf meinem Lebensweg vorgezeichnet ist? Im ehrlich zu sein, bin ich froh, dass ich nicht so genau weiß, wie alles kommen wird. Ich glaube an den Zufall, seine Kraft und Unbeeinflussbarkeit. Obwohl es manchmal nicht schaden könnte, wenn das Leben vorhersehbarer wäre. So wie am Ende der Lieblingsfernsehserie, wenn immer ein kleiner Ausblick auf die nächste Folge gezeigt wird. Tagträumend setze ich meine Arbeit fort.

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

alles gute für dich im...
alles gute für dich im neuen jahr ! ...und danke fürs...
fata morgana - 5. Jan, 10:11
Epilog/Das Jahr beginnt...
Donnerstag, 01. Januar, München Der Neujahrsmorgen...
bflo - 3. Jan, 17:26
Ein Herz am Himmel
Mittwoch, 31. Dezember, München In der letzten Nacht...
bflo - 2. Jan, 16:09
Waffenbrüder
Dienstag, 30. Dezember, München Ein Zimmer im Halbdunkel....
bflo - 1. Jan, 19:51
Glücksbote
Montag, 29. Dezember, München Er nimmt seine dicke...
bflo - 1. Jan, 16:31

Links

Suche

Status

Online seit 6738 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 5. Jan, 10:11

Credits


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren