Erdboden
Donnerstag, 27. November, München
„Ich bin durchs Wasser gegangen und nicht nass geworden, ihr habt mich 20 Mal gesteinigt und ich bin nicht gestorben.“
Ich habe geträumt, dass ich tief unten unter der Erde liege. Tonnenschwer liegt Erdreich über mir. Ich schlage die Augen auf und gewöhne mich nur ganz langsam an die Dunkelheit. Es ist stockfinster; lebendig begraben. Ich kann gut atmen und denke völlig klar. Wie die Braut. Los gehts! Kill Bill! Langsam schabe ich mich durch den Lehm und den groben Schotter zurück an die Oberfläche. Immer mehr Licht illuminiert meine Augen, flutet den Sehnerv und lässt mich noch klarer die Umgebung erkennen. Dann bin ich draußen, tausche das dunkle Grab gegen den lichten Tag. Ich stelle mich auf meine Füße, strecke und dehne Arme und Beine. Das Blut kehrt in die Gelenke zurück. Ich klopfe Staub und verklumpte Erdreste von meinen Jeans und laufe los, ohne zu wissen wohin. Die Landschaft fliegt an mir vorbei, ich nehme Umrisse von Hügeln und Bergen war, durchquere weite Ebenen und schmale Täler. Plötzlich komme ich an ein Ende; es geht nicht mehr weiter. Der Abgrund liegt offen vor mir. Der Graben ist zu breit, keine Brücke führt zur anderen Seite. Ich kann nicht springen. Ich drehe mich um und blicke zurück. Auch dort ist nichts, als ein Abgrund. Ich stehe auf einem schmalen Streifen zwischen zwei Gräben. Es gibt kein vor und auch kein zurück. Hier ist der Scheideweg, verdinglicht als schmaler Streifen, auf dem ich gerade so stehen kann. Der Bewegungsspielraum ist eingeschränkt; ich muss etwas tun. Springen, als einziger Ausweg. Ohne Anlauf, quasi aus dem Stand, springe ich los. Ich falle.
Es ist wieder dunkel, ich liege in meinem Bett und starre an die Decke. Die Augen sind noch verklebt, die halbvergangene Nacht liegt auf ihnen. Ich drehe mich schnell wieder um, versuche an nichts zu denken und schlafe sofort wieder ein. Nichts bringt meinen Geist außer Kontrolle. Ein neuer Tag steht an und der beginnt früh. Ich fühle mich ausgeschlafen und gut erholt. Ich habe nicht geträumt. Viele Dinge jagen durch meinen Kopf...ich muss loslassen. Noch geht das nicht, zu sehr bin ich in das große Ganze involviert. Ich muss den Neuanfang suchen. Abends im Auto fliegen die Lichter der Stadt vorbei. Menschen sind kaum mehr unterwegs. Das Dröhnen und Pochen des Motors hallt in meinen Ohren wieder, wandert durch mein Gehirn. Ich habe den Kopf leicht schräg gestellt und blicke hinaus in die Nacht. Die Rolle des Beifahrers ist eine sehr angenehme. Man hat nichts weiter zu tun, als auf das Draußen zu achten und die Lichter wirken zu lassen. Und dann siehe da an der Bushaltestelle: Ein Mensch.
„Ich bin durchs Wasser gegangen und nicht nass geworden, ihr habt mich 20 Mal gesteinigt und ich bin nicht gestorben.“
Ich habe geträumt, dass ich tief unten unter der Erde liege. Tonnenschwer liegt Erdreich über mir. Ich schlage die Augen auf und gewöhne mich nur ganz langsam an die Dunkelheit. Es ist stockfinster; lebendig begraben. Ich kann gut atmen und denke völlig klar. Wie die Braut. Los gehts! Kill Bill! Langsam schabe ich mich durch den Lehm und den groben Schotter zurück an die Oberfläche. Immer mehr Licht illuminiert meine Augen, flutet den Sehnerv und lässt mich noch klarer die Umgebung erkennen. Dann bin ich draußen, tausche das dunkle Grab gegen den lichten Tag. Ich stelle mich auf meine Füße, strecke und dehne Arme und Beine. Das Blut kehrt in die Gelenke zurück. Ich klopfe Staub und verklumpte Erdreste von meinen Jeans und laufe los, ohne zu wissen wohin. Die Landschaft fliegt an mir vorbei, ich nehme Umrisse von Hügeln und Bergen war, durchquere weite Ebenen und schmale Täler. Plötzlich komme ich an ein Ende; es geht nicht mehr weiter. Der Abgrund liegt offen vor mir. Der Graben ist zu breit, keine Brücke führt zur anderen Seite. Ich kann nicht springen. Ich drehe mich um und blicke zurück. Auch dort ist nichts, als ein Abgrund. Ich stehe auf einem schmalen Streifen zwischen zwei Gräben. Es gibt kein vor und auch kein zurück. Hier ist der Scheideweg, verdinglicht als schmaler Streifen, auf dem ich gerade so stehen kann. Der Bewegungsspielraum ist eingeschränkt; ich muss etwas tun. Springen, als einziger Ausweg. Ohne Anlauf, quasi aus dem Stand, springe ich los. Ich falle.
Es ist wieder dunkel, ich liege in meinem Bett und starre an die Decke. Die Augen sind noch verklebt, die halbvergangene Nacht liegt auf ihnen. Ich drehe mich schnell wieder um, versuche an nichts zu denken und schlafe sofort wieder ein. Nichts bringt meinen Geist außer Kontrolle. Ein neuer Tag steht an und der beginnt früh. Ich fühle mich ausgeschlafen und gut erholt. Ich habe nicht geträumt. Viele Dinge jagen durch meinen Kopf...ich muss loslassen. Noch geht das nicht, zu sehr bin ich in das große Ganze involviert. Ich muss den Neuanfang suchen. Abends im Auto fliegen die Lichter der Stadt vorbei. Menschen sind kaum mehr unterwegs. Das Dröhnen und Pochen des Motors hallt in meinen Ohren wieder, wandert durch mein Gehirn. Ich habe den Kopf leicht schräg gestellt und blicke hinaus in die Nacht. Die Rolle des Beifahrers ist eine sehr angenehme. Man hat nichts weiter zu tun, als auf das Draußen zu achten und die Lichter wirken zu lassen. Und dann siehe da an der Bushaltestelle: Ein Mensch.
bflo - 28. Nov, 17:36
