Normalität
Dienstag, 25. November, München
Er sei nicht normal sagen sie immer wieder zu ihm. Aber was heißt denn das, “normal”. Er geht die Straße entlang und zieht die Blicke der Menschen auf sich. Augenpaare bohren sich in seinen Körper, durch seine Haut und in seine Seele. Es ist sein Aussehen, das ihn zum Außenseiter, zur Randfigur der Gesellschaft macht. Es ist seine enorme Körpergröße; Zweihundertzwanzig Zentimeter sind es, mit denen er täglich aufsteht und hinaus in die Welt tritt. Aber nicht nur das: seine Gliedmaßen wirken schlaksig, sind sie doch enorm und sogar abnormal groß. Lange Arme und die von so vielen bevorzugten Modelbeine, dazu ein relativ kleiner Kopf und nur wenig Haare. Er befürchtet, dass er schon in wenigen Jahren Glatze tragen muss. Auch das noch. Jede seiner Bewegungen übers Pflaster wirkt lächerlich und seltsam bizarr. Hinter seinem Rücken lachen sie über ihn...hinter vorgehaltener Hand. Er sei nicht normal. Aber abends, wenn es dunkel wird, dann setzt er sich manchmal mit einer Flasche Bier auf sein Bett und denkt nach. Wer definiert denn Normalität? Was, wenn er und wenige andere der Norm entsprechen und die anderen alle abnormal sind? Wie definiert sich der Durchschnitt. Wer definiert vor allem den Durchschnitt. Es gibt nicht viele, die so aussehen wie er. Man lacht über seinen Gang und die ungeschickten Bewegungen seiner Arme und Beine. Donkey Kong. Sein Hauptproblem ist der zu kleine Kopf im Vergleich zu seinen Gliedmaßen. Doch dumm ist er keineswegs. Prima Noten haben ihn durch sein Informatikstudium begleitet und er hat jetzt einen guten Job. Aber er leidet.
Manchmal sitze auch ich da und denke nach über die Definition von Normalität. Ein facettenreiches Thema. Bin ich normal? Ich verachte andere, die ich nicht für normal halte. Ohne Zähne im Fernsehen sein Leben ausbreiten, tagelang in dunklen Räumen vor dem Computer sitzen...das finde ich abnormal. Aber sind diese Leute nicht vielleicht glücklicher, glücklicher und zufriedener als ich? Ich bin nicht glücklich, zumindest im Moment nicht. Ich hoffe, dass es sich wieder ändert. Möglicherweise bin ich wirklich nicht normal, oder doch? Wie sind die anderen? Wo stehe ich? Ich gehe durch die Straßen und sehe die unterschiedlichsten Menschen, die an mir vorüber hasten. Normalität und Alltag hängen zusammen. Ich habe in letzter Zeit ein wenig zu viel von beidem. Die Suche nach etwas Neuem jedoch hat begonnen.
Er sei nicht normal sagen sie immer wieder zu ihm. Aber was heißt denn das, “normal”. Er geht die Straße entlang und zieht die Blicke der Menschen auf sich. Augenpaare bohren sich in seinen Körper, durch seine Haut und in seine Seele. Es ist sein Aussehen, das ihn zum Außenseiter, zur Randfigur der Gesellschaft macht. Es ist seine enorme Körpergröße; Zweihundertzwanzig Zentimeter sind es, mit denen er täglich aufsteht und hinaus in die Welt tritt. Aber nicht nur das: seine Gliedmaßen wirken schlaksig, sind sie doch enorm und sogar abnormal groß. Lange Arme und die von so vielen bevorzugten Modelbeine, dazu ein relativ kleiner Kopf und nur wenig Haare. Er befürchtet, dass er schon in wenigen Jahren Glatze tragen muss. Auch das noch. Jede seiner Bewegungen übers Pflaster wirkt lächerlich und seltsam bizarr. Hinter seinem Rücken lachen sie über ihn...hinter vorgehaltener Hand. Er sei nicht normal. Aber abends, wenn es dunkel wird, dann setzt er sich manchmal mit einer Flasche Bier auf sein Bett und denkt nach. Wer definiert denn Normalität? Was, wenn er und wenige andere der Norm entsprechen und die anderen alle abnormal sind? Wie definiert sich der Durchschnitt. Wer definiert vor allem den Durchschnitt. Es gibt nicht viele, die so aussehen wie er. Man lacht über seinen Gang und die ungeschickten Bewegungen seiner Arme und Beine. Donkey Kong. Sein Hauptproblem ist der zu kleine Kopf im Vergleich zu seinen Gliedmaßen. Doch dumm ist er keineswegs. Prima Noten haben ihn durch sein Informatikstudium begleitet und er hat jetzt einen guten Job. Aber er leidet.
Manchmal sitze auch ich da und denke nach über die Definition von Normalität. Ein facettenreiches Thema. Bin ich normal? Ich verachte andere, die ich nicht für normal halte. Ohne Zähne im Fernsehen sein Leben ausbreiten, tagelang in dunklen Räumen vor dem Computer sitzen...das finde ich abnormal. Aber sind diese Leute nicht vielleicht glücklicher, glücklicher und zufriedener als ich? Ich bin nicht glücklich, zumindest im Moment nicht. Ich hoffe, dass es sich wieder ändert. Möglicherweise bin ich wirklich nicht normal, oder doch? Wie sind die anderen? Wo stehe ich? Ich gehe durch die Straßen und sehe die unterschiedlichsten Menschen, die an mir vorüber hasten. Normalität und Alltag hängen zusammen. Ich habe in letzter Zeit ein wenig zu viel von beidem. Die Suche nach etwas Neuem jedoch hat begonnen.
bflo - 26. Nov, 18:39
