Nachttaxi
Mittwoch, 12. November, München
Eigentlich ist sie zu schön für diesen Job. Ihre Größe und die schlanke Silhouette ihres Körpers stechen jedem sofort ins Auge. Lässig lehnt sie an ihrem Taxi, raucht Zigarette und blickt verträumt in den frühen Vormittag. Ihre Kippe verglüht langsam in der Kälte des Morgens. Jura hat sie studiert, dreizehn Semester an der Universität. Gelernt, gepaukt und jeden verdammten Tag ihr Bestes gegeben. Es hat nichts genützt. Irgendwie haben ihr immer das nötige Geld und die nötigen Beziehungen gefehlt. Sie kam nirgendwo unter. Es gab Angebote, aber ihren Körper wollte sie nicht preisgeben, ihre Würde und ihren Stolz nicht verraten. Das hatte sie sich geschworen. Sie hat nun ein abgeschlossenes Hochschulstudium, das im Moment nicht viel mehr wert zu sein scheint, als ein stinknormales Jodel-Diplom. Es heißt warten. Für die Taxifahrerlizenz hatte sie gerade noch Geld, auch weil ihre Eltern, die nur über geringe finanzielle Mittel verfügen, ihr noch einmal geholfen hatten. Das ist ihr unangenehm, aber was hätte sie denn machen sollen.
Am schlimmstem sind die Nachtschichten. Kreuz und quer durch die City...den ganzen Abend, bis spät in die Nacht. Das alleine ist schon heftig, aber die Wochenenden sind noch eine ganze Ecke härter. Da sind dann nahezu nur Betrunkene unterwegs, die ihr unter Umständen den ganzen Wagen vollkotzen. Das ist so ekelhaft. Männliche Fahrgäste hat sie nicht gerne auf dem Beifahrersitz. Mancher kann seine Hand nicht bei sich halten und versucht ihr zwischen die Beine zu fassen, oder tätschelt sie verhalten am Knie. Einige gehen weiter und versucht ihr an die Brüste zu packen. Oft lässt sie es über sich ergehen, auch um Ärger zu vermeiden. Nur selten hat sie den Mut einige von ihnen aus ihrem Fahrzeug zu werfen. In diesen Momenten fühlt sie sich wie eine billige Hure, die sich von Männern benutzen und missbrauchen lässt.
Der Mercedes rollt über die Straße...mit dem Ziel Flughafen. Eine lohnenswerte Fuhre. Das bringt gutes Geld. Lange wird sie darum auch in dieser Nacht unterwegs sein. Eine Fahrt, durch die Stadt, über die Autobahn. Lichter fliegen an ihr vorbei. Es leuchtet überall. Hoch am Himmel zischt eine Boing 747 vorbei. Sie kann sie nicht sehen und zudem lärmt der Fahrtwind, sodass kein anderes Geräusch in das Innere des Taxis dringt. An solchen weint sie oft, denn ihr Job hat jede ihrer letzen Beziehungen zerstört. Zu stressig sind die Wochenenden. Während andere Feiern gehen, fährt sie junge Leute zu Discotheken oder ins Theater. Wie gerne sie tauschen würde. Keinen Partner zu finden belastet die Sechsundzwanzigjährige, deren blondes Haar ihr in Strähnen ins Gesicht hängt. Jeder Halt geht ihr verloren.
Ich stehe lange an der Straße bis ein Taxi vorbeikommt. Endlich hält ein Wagen und ein blondes, hübsches Mädchen öffnet die Autotüre. „Zum Flughafen!“, sage ich und steige hinten ein. Dann fahren wir gemeinsam hinein in die Nacht.
Eigentlich ist sie zu schön für diesen Job. Ihre Größe und die schlanke Silhouette ihres Körpers stechen jedem sofort ins Auge. Lässig lehnt sie an ihrem Taxi, raucht Zigarette und blickt verträumt in den frühen Vormittag. Ihre Kippe verglüht langsam in der Kälte des Morgens. Jura hat sie studiert, dreizehn Semester an der Universität. Gelernt, gepaukt und jeden verdammten Tag ihr Bestes gegeben. Es hat nichts genützt. Irgendwie haben ihr immer das nötige Geld und die nötigen Beziehungen gefehlt. Sie kam nirgendwo unter. Es gab Angebote, aber ihren Körper wollte sie nicht preisgeben, ihre Würde und ihren Stolz nicht verraten. Das hatte sie sich geschworen. Sie hat nun ein abgeschlossenes Hochschulstudium, das im Moment nicht viel mehr wert zu sein scheint, als ein stinknormales Jodel-Diplom. Es heißt warten. Für die Taxifahrerlizenz hatte sie gerade noch Geld, auch weil ihre Eltern, die nur über geringe finanzielle Mittel verfügen, ihr noch einmal geholfen hatten. Das ist ihr unangenehm, aber was hätte sie denn machen sollen.
Am schlimmstem sind die Nachtschichten. Kreuz und quer durch die City...den ganzen Abend, bis spät in die Nacht. Das alleine ist schon heftig, aber die Wochenenden sind noch eine ganze Ecke härter. Da sind dann nahezu nur Betrunkene unterwegs, die ihr unter Umständen den ganzen Wagen vollkotzen. Das ist so ekelhaft. Männliche Fahrgäste hat sie nicht gerne auf dem Beifahrersitz. Mancher kann seine Hand nicht bei sich halten und versucht ihr zwischen die Beine zu fassen, oder tätschelt sie verhalten am Knie. Einige gehen weiter und versucht ihr an die Brüste zu packen. Oft lässt sie es über sich ergehen, auch um Ärger zu vermeiden. Nur selten hat sie den Mut einige von ihnen aus ihrem Fahrzeug zu werfen. In diesen Momenten fühlt sie sich wie eine billige Hure, die sich von Männern benutzen und missbrauchen lässt.
Der Mercedes rollt über die Straße...mit dem Ziel Flughafen. Eine lohnenswerte Fuhre. Das bringt gutes Geld. Lange wird sie darum auch in dieser Nacht unterwegs sein. Eine Fahrt, durch die Stadt, über die Autobahn. Lichter fliegen an ihr vorbei. Es leuchtet überall. Hoch am Himmel zischt eine Boing 747 vorbei. Sie kann sie nicht sehen und zudem lärmt der Fahrtwind, sodass kein anderes Geräusch in das Innere des Taxis dringt. An solchen weint sie oft, denn ihr Job hat jede ihrer letzen Beziehungen zerstört. Zu stressig sind die Wochenenden. Während andere Feiern gehen, fährt sie junge Leute zu Discotheken oder ins Theater. Wie gerne sie tauschen würde. Keinen Partner zu finden belastet die Sechsundzwanzigjährige, deren blondes Haar ihr in Strähnen ins Gesicht hängt. Jeder Halt geht ihr verloren.
Ich stehe lange an der Straße bis ein Taxi vorbeikommt. Endlich hält ein Wagen und ein blondes, hübsches Mädchen öffnet die Autotüre. „Zum Flughafen!“, sage ich und steige hinten ein. Dann fahren wir gemeinsam hinein in die Nacht.
bflo - 14. Nov, 18:43
