Freitag, 22. August 2008

Hochhausbeleuchtung

Donnerstag, 21. August, München

Eine nette Runde, in der ich einige Leute treffe, die mit mir Abitur gemacht haben. Dann geht der Alkohol aus und ich fahre mit einem Abstinenzler zur Tanke...NACHSCHUB, der ein Vermögen kostet, aber egal. Wir legen dann noch ein paar leere Bierflaschen auf die Theke...dann wird das Ganze etwas billiger. Der Verkäufer wundert sich etwas.
Später fährt mich ein Kumpel dann nach Hause und um ein Uhr liege ich bereits in meinem Bett.
Alles ist gut...am Wasser, alles gut. Der Fluss scheint meine Sorgen für einige Zeit davon gespült zu haben. Ich genieße das sanfte Blubbern der Wellen und werfe kleine Steinchen ins Wasser. Patsch, poing...alles geht unter. Mit einer Flasche Bier in der Hand starre ich auf das Hochhaus gegenüber. In den Fenstern gehen nach und nach die Lichter aus. Die verbleibenden hellen Punkte gleichen einem beleuchteten Mosaik. Ich verliere mich in den Lichtpunkten.
Auch heute genieße ich die Natur hier in der grünen Lunge der Großstadt. Es musste irgendetwas passiert sein, denn sonst hätte sie sich gemeldet, da bin ich mir sicher. Ob ich sie liebe? - Gut möglich. Weiches Gras und ein gutes Buch. Ich lasse mich für kurze Zeit auf der Erde nieder und lese. Später geht es zurück in die Bibliothek...alles beim Alten. Die Sonne brennt durch die weiße Jalousie. Länger als zwei Stunden halte ich es so nicht aus. Dann Aufbruch....na immerhin.

Am Wasser

Mittwoch, 20. August, München

Ich sitze im Foyer meiner Fakultät und warte auf Nachricht von ihr. Dabei bin ich mir doch so sicher, dass sie sich melden wird. Ganz bestimmt. Es passiert nichts. Schließlich setze ich mich auf meine Fahrrad und mache mich auf den Weg in den Englischen Garten. Es ist sonnig, blauer Himmel, keine Wolken. Ich fahre beinahe im Schritttempo, um alles um mich herum zu genießen und mir näher zu betrachten.
Gestern Abend am Flaucher...lange nicht mehr dort gewesen. Mit mir zusammen verlassen dunkle und seltsame Gestalten die U-Bahnstation. Ich habe aus Prinzip etwas gegen Leute, die mit kahlem Schädel und Eisernem Kreuz durch die Welt streifen. Aus Prinzip. VERWIRRUNG. Ein Bekannter von mir feiert Geburtstag, nahe am Wasser, gemütlich. Ich finde die Meute zunächst nicht, laufe in die falsche Richtung, aber immer an der Isar entlang. VORWÄRTS. Ich muss umkehren...Blaulicht, Sirene. Ein Betrunkener war dem reißenden Fluss zu nahe gekommen, hineingefallen und musste gerettet werden. Der blondgelockte Held des Abends ist nun auch pitschnass, aber glücklich. Nichts passiert und was bleibt ist ein schwarzer Pantoffel, der die Isar hinab schwimmt. Ich stoße zu meiner Gruppe, begrüße einige mit Namen, die übrigen kenne ich nicht. Macht nichts...glücklicherweise ist der Grill noch an. Zwei Würste, Brot, Ketchup und Bier. Ich bin happy. Netter Abend, ordentliches Bier, ausgelassene Stimmung. Ich merke, dass ich wirklich schon sehr lange nicht mehr hier war. Das Geräusch des in sanften Wellen sprudelnden Wasser gräbt sich tief in meine Gehörgänge. RAUSCHEN.

Die Suche nach dem Schatz des Lebens

Dienstag, 19. August, München

Klingt kitschig, aber es lohnt sich wieder einmal über das Leben nachzudenken. Rumbasteln an der Seminararbeit...eigentlich eine intime Handlung. Berührung, flüchtig. Später dann muss ich los, wieder einmal. VORHANG ZU, ABGANG VON DER BÜHNE. Hinten klatscht niemand Beifall, vorne auch nicht. Inspiriert durch dieses Buch habe ich wieder Lust nachzudenken, über das Leben, über mein Leben. Auf einer Bank sitzend beginne ich zu lesen:
“Was sich ereignen wird, das können wir nicht vermeiden. Und was sich nicht ereignen wird, das können wir nicht erzwingen. Alles geschieht, weil es geschehen muss.” Gar keine so schlechte Einstellung, wie ich finde. Das ist toll...die Gedanken gehen weit.
“Der Wert einer Freundschaft zeigt sich gerade dann, wenn man sich nicht sehen kann.” Das geht in Richtung Buddhismus, keine schlechte Lebenseinstellung. Irgendwie möchte doch jeder im Leben nur seinen Frieden, seine Ruhe und innere Ausgeglichenheit finden. Ich mache mir da nämlich dann immer so meine Gedanken und beginne zu grübeln. Jeder Mensch kann seine Leben irgendwie auf die Reihe bekommen, ausgeglichen werden und innere Harmonie finden. Möglicherweise ist das die rechte Art zu leben. Bei uns ist alles Hektik, Trubel und Aufregung. KAUM RUHE. Um auf dem rechten Weg zu bleiben, muss man diszipliniert sein...ehrgeizig. Ich sollte die Sache mit den Frauen gelassener angehen und entspannt bleiben. Doch die innere Leere frisst mich beinahe auf. BEZIEHUNGSNOT, aber mal anders, nämlich so, dass man ja verzweifelt ist, wenn man keine führt. Andere sind glücklich, zumindest nach Außen hin. Wie sieht es in diesen Menschen aus? Leider kann man nicht in sie hineinsehen, zu schade. Oder doch besser? Mehr Schein, als sein. “Ohne Fürsorge ist niemand lebensfähig.” - SEHNSUCHT BRENNT! - “Hab` Vertrauen in dich!” - Ich werde es versuchen. - “Schau zum Himmel!” – Auch das.

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