Offenherzig
Mittwoch, 11. Juni, München
Francesco ist Italiener und liebt die Frauen. Ich beobachte ihn, während ich auf meine U-Bahn warte, was heute verhältnismäßig lange dauert. Es ist frühmorgens und auch Francesco steht auf dem Bahnsteig. Jetzt geht er auf ein ihm fremdes Mädchen, das auf einem der Bänke sitzt, zu und spricht es an. Ich denke mir zuerst, dass sich die junge Frau belästigt fühlen könnte und überlege ernsthaft, ob ich nicht eingreifen sollte. Doch Francesco ist höflich, nett, zuvorkommend und hat nichts Böses im Sinn. Es ist einfach seine Masche. Anscheinend sprechen beide dieselbe Sprache, denn ich höre italienische Vokabeln heraus und das Mädchen kann auf Francescos Fragen dann doch antworten. Dann versichert er ihr, dass sie sehr schön sei. Ich verstehe es, denn er sagt es auf Deutsch. Verschwimmende Grenzen: Wo hört Freundlichkeit auf, wo fängt Belästigung an? Ich beobachte still, denn dem Mädchen scheint Francescos offenherzige Art sehr gut zu gefallen. Vielleicht ist das die Lösung: Man müsste einfach viel unkomplizierter agieren. Ich bin da einfach zu verkrampft. Direkt die Frauen ansprechen! Warum denn nicht? Francesco unterhält sich noch ein paar Minuten mit dem Mädchen, während ich wieder in mein Buch schaue. Alles ist in Ordnung. Dann kommt die Bahn. Francesco gibt dem Mädchen artig die Hand, bedankt sich und beide lachen. Die blonde Schönheit fühlt sich geschmeichelt. Die Begegnung tat ihr gut. Beide halten kurz gegenseitig ihre Hände, bevor Francesco aufsteht und in den Zug steigt. Er ist genau im Wagen vor mir und ich kann ihn gut durch die milchig-wirkende Glasscheibe erkennen. Jetzt fährt der Zug an und Francesco wirft dem Mädchen, das nun regungslos auf der Bank sitzt, eine Kusshand zu und winkt. Sie winkt zurück und wirkt glücklich. Mein Blick verharrt auf dem Mädchen und als ich wieder zu Francesco schaue, unterhält der sich bereits angeregt mit der jungen Frau, die neben ihm steht. Ich stecke mir meine Kopfhörer in die Ohren und lausche den „Killers“. „Were the white boys dance“…was für ein toller Song.
“Cause we're gonna go and change somebodies word.”
Francesco ist Italiener und liebt die Frauen. Ich beobachte ihn, während ich auf meine U-Bahn warte, was heute verhältnismäßig lange dauert. Es ist frühmorgens und auch Francesco steht auf dem Bahnsteig. Jetzt geht er auf ein ihm fremdes Mädchen, das auf einem der Bänke sitzt, zu und spricht es an. Ich denke mir zuerst, dass sich die junge Frau belästigt fühlen könnte und überlege ernsthaft, ob ich nicht eingreifen sollte. Doch Francesco ist höflich, nett, zuvorkommend und hat nichts Böses im Sinn. Es ist einfach seine Masche. Anscheinend sprechen beide dieselbe Sprache, denn ich höre italienische Vokabeln heraus und das Mädchen kann auf Francescos Fragen dann doch antworten. Dann versichert er ihr, dass sie sehr schön sei. Ich verstehe es, denn er sagt es auf Deutsch. Verschwimmende Grenzen: Wo hört Freundlichkeit auf, wo fängt Belästigung an? Ich beobachte still, denn dem Mädchen scheint Francescos offenherzige Art sehr gut zu gefallen. Vielleicht ist das die Lösung: Man müsste einfach viel unkomplizierter agieren. Ich bin da einfach zu verkrampft. Direkt die Frauen ansprechen! Warum denn nicht? Francesco unterhält sich noch ein paar Minuten mit dem Mädchen, während ich wieder in mein Buch schaue. Alles ist in Ordnung. Dann kommt die Bahn. Francesco gibt dem Mädchen artig die Hand, bedankt sich und beide lachen. Die blonde Schönheit fühlt sich geschmeichelt. Die Begegnung tat ihr gut. Beide halten kurz gegenseitig ihre Hände, bevor Francesco aufsteht und in den Zug steigt. Er ist genau im Wagen vor mir und ich kann ihn gut durch die milchig-wirkende Glasscheibe erkennen. Jetzt fährt der Zug an und Francesco wirft dem Mädchen, das nun regungslos auf der Bank sitzt, eine Kusshand zu und winkt. Sie winkt zurück und wirkt glücklich. Mein Blick verharrt auf dem Mädchen und als ich wieder zu Francesco schaue, unterhält der sich bereits angeregt mit der jungen Frau, die neben ihm steht. Ich stecke mir meine Kopfhörer in die Ohren und lausche den „Killers“. „Were the white boys dance“…was für ein toller Song.
“Cause we're gonna go and change somebodies word.”
bflo - 12. Jun, 23:44
