Dunkelblaue Vivil
Donnerstag, 20. November, München
Er verabschiedet sich in der S-Bahn von zwei Mädchen und steigt an der nächsten Station aus. Beide Frauen sind auffallend hübsch. Ich stehe ganz in der Nähe, beobachte die Szene zunächst nur, aber als der Kerl ausgestiegen ist, höre ich etwas genauer hin.
„Wäre der nicht was für dich?“, meint die eine. „Er ist schon nett, aber nee…na ja einmal vielleicht, wenn ich besoffen bin!“, entgegnet die Freundin. Beide beginnen zu lachen und tuscheln aufgeregt miteinander.
Ich kann nicht glauben, was ich gehört habe. Ist es wirklich das, was Frauen wollen? Ausgenützt und gefickt werden? Das kann doch nicht sein. Ich habe so langsam das Gefühl, als ob ich bei Frauen alles falsch mache. Gespräche wie diese machen mich sehr nachdenklich und lassen mich manchmal an der Welt verzweifeln. Am liebsten ganz weit weg sein…Neuanfang.
Ich schwöre, dass es ein Zufall war. Nichts ahnend betrete ich den Kaufhof und dann sehe ich sie auch schon. Sie promotet hier irgendetwas. Ich bleibe stehen, sehe mich um und stelle fest, dass es wohl irgendwie mit Wäsche zu tun hat. Socken, Krawatten, Hemden und anderes Zeugs. Sie hat mich noch nicht gesehen, ist gerade beschäftigt und wuselt aufgeregt hin und her. Ich schleiche mich rüber zu den Büchern und greife wahllos in den Stapel. Ein Buch von Rainer Calmund…na prima. Ich blättere wahllos in dem Werk, aber der Inhalt interessiert mich nicht wirklich. Meine Augen suchen immer wieder nach ihr. Ich scanne Menschen, Gegenstände und die gesamte Umgebung. Ein Kaugummi, den brauche ich jetzt dringen. Schnell rüber in die Feinkostabteilung. 1000 Süßigkeiten warten auf mich. Ich verliere den Überblick und frage eine Verkäuferin. An der Kasse. Schwierige Entscheidung; billig muss es sein und schnell soll es bitte gehen. Ich greife nach einer Stange Vivil. Dunkelblau. Vor mir kaufen drei Chinesen Ferrero-Produkte. Die Verkäuferin versteht kein Wort, nimmt den einhundert Euroschein und wechselt. Ich gucke auf mein Vivil: „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken.“ Ich nehme drei der runden Pfefferminzbonbons und stecke sie auf einmal in den Mund. Durch die Parfümabteilung zurück zu ihr. Atem? Passt! Ein Flakon an dem ich vorbeistreife wackelt bedenklich. Glück gehabt. Sie sieht wieder so unglaublich gut aus. Die Männer lassen sich gerne von ihr beraten…wen wundert das. Ein junger Kerl lässt sich von ihr gerade Socken zeigen. Sie ist so hübsch. Ich betrachte sie aus der Ferne, habe nicht den Mut zu ihr zu gehen. Sie ist ja auch beschäftigt, kann sich vor Kunden kaum retten. Eine Art unsichtbare Mauer trennt mich von ihr, hält mich zurück. Ich schiebe noch drei Vivil in den Mund, ehe ich gehe. Sie ist mit einem Stapel Hemden einfach verschwunden. Vielleicht sehe ich sie nächste Woche wieder in der S-Bahn oder sie ist erneut hier. Wer weiß! Traurig fahre ich mit der Rolltreppe nach unten und verlasse das Kaufhaus.
Er verabschiedet sich in der S-Bahn von zwei Mädchen und steigt an der nächsten Station aus. Beide Frauen sind auffallend hübsch. Ich stehe ganz in der Nähe, beobachte die Szene zunächst nur, aber als der Kerl ausgestiegen ist, höre ich etwas genauer hin.
„Wäre der nicht was für dich?“, meint die eine. „Er ist schon nett, aber nee…na ja einmal vielleicht, wenn ich besoffen bin!“, entgegnet die Freundin. Beide beginnen zu lachen und tuscheln aufgeregt miteinander.
Ich kann nicht glauben, was ich gehört habe. Ist es wirklich das, was Frauen wollen? Ausgenützt und gefickt werden? Das kann doch nicht sein. Ich habe so langsam das Gefühl, als ob ich bei Frauen alles falsch mache. Gespräche wie diese machen mich sehr nachdenklich und lassen mich manchmal an der Welt verzweifeln. Am liebsten ganz weit weg sein…Neuanfang.
Ich schwöre, dass es ein Zufall war. Nichts ahnend betrete ich den Kaufhof und dann sehe ich sie auch schon. Sie promotet hier irgendetwas. Ich bleibe stehen, sehe mich um und stelle fest, dass es wohl irgendwie mit Wäsche zu tun hat. Socken, Krawatten, Hemden und anderes Zeugs. Sie hat mich noch nicht gesehen, ist gerade beschäftigt und wuselt aufgeregt hin und her. Ich schleiche mich rüber zu den Büchern und greife wahllos in den Stapel. Ein Buch von Rainer Calmund…na prima. Ich blättere wahllos in dem Werk, aber der Inhalt interessiert mich nicht wirklich. Meine Augen suchen immer wieder nach ihr. Ich scanne Menschen, Gegenstände und die gesamte Umgebung. Ein Kaugummi, den brauche ich jetzt dringen. Schnell rüber in die Feinkostabteilung. 1000 Süßigkeiten warten auf mich. Ich verliere den Überblick und frage eine Verkäuferin. An der Kasse. Schwierige Entscheidung; billig muss es sein und schnell soll es bitte gehen. Ich greife nach einer Stange Vivil. Dunkelblau. Vor mir kaufen drei Chinesen Ferrero-Produkte. Die Verkäuferin versteht kein Wort, nimmt den einhundert Euroschein und wechselt. Ich gucke auf mein Vivil: „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken.“ Ich nehme drei der runden Pfefferminzbonbons und stecke sie auf einmal in den Mund. Durch die Parfümabteilung zurück zu ihr. Atem? Passt! Ein Flakon an dem ich vorbeistreife wackelt bedenklich. Glück gehabt. Sie sieht wieder so unglaublich gut aus. Die Männer lassen sich gerne von ihr beraten…wen wundert das. Ein junger Kerl lässt sich von ihr gerade Socken zeigen. Sie ist so hübsch. Ich betrachte sie aus der Ferne, habe nicht den Mut zu ihr zu gehen. Sie ist ja auch beschäftigt, kann sich vor Kunden kaum retten. Eine Art unsichtbare Mauer trennt mich von ihr, hält mich zurück. Ich schiebe noch drei Vivil in den Mund, ehe ich gehe. Sie ist mit einem Stapel Hemden einfach verschwunden. Vielleicht sehe ich sie nächste Woche wieder in der S-Bahn oder sie ist erneut hier. Wer weiß! Traurig fahre ich mit der Rolltreppe nach unten und verlasse das Kaufhaus.
bflo - 21. Nov, 19:36
