Stairway to hell
Mittwoch, 05. November, München
Wenn es so etwas wie die Hölle gibt, und da bin ich mir sicher, muss es ein Krankenhaus sein. Hier sieht jede Station gleich aus. Architektonisch völlig monoton. Rot leuchtende Schilder weisen den Weg, große Tafeln führen durch die einzelnen Abteilungen. Ich bin nicht gerne hier. Besonders gläubig bin ich eigentlich nicht, aber an eine Art Dualismus von Himmel und Hölle glaube ich. Die Hölle habe ich mir immer als mysteriösen Ort vorgestellt, den ich nicht begreifen kann und von dem ich keine konkrete Vorstellung habe. Anders denken; Freiheit und Gesundheit, dass muss der Himmel sein. Krankheit muss die Hölle sein. Krankenhaus. Ich schleiche durch einen der Gänge, bin auf der Suche nach einer Urinflasche. Im Flur stinkt es wie Hölle nach Pisse. Drastisch? Die Wahrheit! Eine Schwester gibt mir ein emailliertes Gestänge und eine gelbe Plastikflasche mit langem, dickem Hals. Beutezug. Nun muss ich runter zur Patientenanmeldung. Das dauert ziemlich lange, da ich vergessen habe eine Nummer zu ziehen. Die nette Dame schickt mich wieder zurück und ich hole mir so eine kleine grüne Marke aus dem Markenautomaten vor dem Anmeldungszimmer. 267 steht drauf. Ich blicke nach oben auf eine rote Digitalanzeige. 260 steht da drauf...na prima. Also ist warten angesagt. Die Zeit nutze ich, um an einem Pult stehend die Formulare auszufüllen. Was für ein Aufwand, aber immerhin habe ich etwas zu tun. Ich entdecke ein Schild, auf dem steht “Grüner Herr/grüne Dame kommt gleich”. Aha. Das muss so etwas sein wie es im Kult-/Skandalbuch “Feuchtgebiete” beschrieben wird. Das ist ein Buch! Eigentlich ziemlich eklig, aber ich habe schon schlechtere Bücher gelesen. Zumindest wird darin, wie ich jetzt feststellen darf, die Krankenhauswelt treffend wiedergegeben. Ein schlimmer Ort. Die Dame bei der Anmeldung ist sehr nett, sieht mir alle meine Fehler und meine Unbedarftheit nach. Trotzdem dauert das Prozedere wieder ewig. Noch einmal zurück aufs Zimmer, alle Klamotten in den Schrank räumen und nach der Schwester klingeln. Dann verabschiede ich den, wegen dem ich hier bin und verlasse diesen Ort. Ich werde bald zurückkehren. Noch einmal vorbei an der Notaufnahme. Ich ziehe einen Becher Kaffee aus dem Automaten, warte auf einem der Stühle und trinke heißen Automatenkaffee. Dabei werde ich Beteiligter an einem ergreifenden Schicksal. Ein Mann verliert seinen Sohn. Tod! An einem anderen Automaten ziehe ich einen Schokoriegel und trete hinaus in den Vormittagsnebel. Es ist ein weiter Weg bis nach Hause. Ich habe keine Lust, ein Taxi zu rufen. Muss ein paar Meter gehen, mir die Beine vertreten, Herbstlaub unter den Füßen spüren. Auf halben Weg schießen mir Tränen in die Augen. Die Wimpern werden nass...ich weine. Wie wird alles weitergehen. Hinter mir verschwindet die Hölle im dichten Novemberdunst.
Wenn es so etwas wie die Hölle gibt, und da bin ich mir sicher, muss es ein Krankenhaus sein. Hier sieht jede Station gleich aus. Architektonisch völlig monoton. Rot leuchtende Schilder weisen den Weg, große Tafeln führen durch die einzelnen Abteilungen. Ich bin nicht gerne hier. Besonders gläubig bin ich eigentlich nicht, aber an eine Art Dualismus von Himmel und Hölle glaube ich. Die Hölle habe ich mir immer als mysteriösen Ort vorgestellt, den ich nicht begreifen kann und von dem ich keine konkrete Vorstellung habe. Anders denken; Freiheit und Gesundheit, dass muss der Himmel sein. Krankheit muss die Hölle sein. Krankenhaus. Ich schleiche durch einen der Gänge, bin auf der Suche nach einer Urinflasche. Im Flur stinkt es wie Hölle nach Pisse. Drastisch? Die Wahrheit! Eine Schwester gibt mir ein emailliertes Gestänge und eine gelbe Plastikflasche mit langem, dickem Hals. Beutezug. Nun muss ich runter zur Patientenanmeldung. Das dauert ziemlich lange, da ich vergessen habe eine Nummer zu ziehen. Die nette Dame schickt mich wieder zurück und ich hole mir so eine kleine grüne Marke aus dem Markenautomaten vor dem Anmeldungszimmer. 267 steht drauf. Ich blicke nach oben auf eine rote Digitalanzeige. 260 steht da drauf...na prima. Also ist warten angesagt. Die Zeit nutze ich, um an einem Pult stehend die Formulare auszufüllen. Was für ein Aufwand, aber immerhin habe ich etwas zu tun. Ich entdecke ein Schild, auf dem steht “Grüner Herr/grüne Dame kommt gleich”. Aha. Das muss so etwas sein wie es im Kult-/Skandalbuch “Feuchtgebiete” beschrieben wird. Das ist ein Buch! Eigentlich ziemlich eklig, aber ich habe schon schlechtere Bücher gelesen. Zumindest wird darin, wie ich jetzt feststellen darf, die Krankenhauswelt treffend wiedergegeben. Ein schlimmer Ort. Die Dame bei der Anmeldung ist sehr nett, sieht mir alle meine Fehler und meine Unbedarftheit nach. Trotzdem dauert das Prozedere wieder ewig. Noch einmal zurück aufs Zimmer, alle Klamotten in den Schrank räumen und nach der Schwester klingeln. Dann verabschiede ich den, wegen dem ich hier bin und verlasse diesen Ort. Ich werde bald zurückkehren. Noch einmal vorbei an der Notaufnahme. Ich ziehe einen Becher Kaffee aus dem Automaten, warte auf einem der Stühle und trinke heißen Automatenkaffee. Dabei werde ich Beteiligter an einem ergreifenden Schicksal. Ein Mann verliert seinen Sohn. Tod! An einem anderen Automaten ziehe ich einen Schokoriegel und trete hinaus in den Vormittagsnebel. Es ist ein weiter Weg bis nach Hause. Ich habe keine Lust, ein Taxi zu rufen. Muss ein paar Meter gehen, mir die Beine vertreten, Herbstlaub unter den Füßen spüren. Auf halben Weg schießen mir Tränen in die Augen. Die Wimpern werden nass...ich weine. Wie wird alles weitergehen. Hinter mir verschwindet die Hölle im dichten Novemberdunst.
bflo - 6. Nov, 15:13
