1929/2008
Samstag, 18. Oktober, München
Die Suche nach Wertbeständigkeit bietet viele Hindernisse. Es ist 1929, nein es ist 2008. Die Vorzeichen stehen jedoch ähnlich. Die Welt in der Krise, am Rande des Abgrunds oder schon ein Stückchen darüber? Abzuwarten bleibt, wann der Erste springt...oder „gesprungen wird“. Die Aktienkurse brechen weg, gehen auf Talfahrt, geradewegs in den Keller. Der Stollen dorthin ist lang, aber schmal. Glatte Wände verraten, dass es kein Zurück mehr gibt. Manche haben schon viel verloren. Der Benzinpreis geht hinterher...auch in den Keller, dorthin wo es feucht und finster ist. Tanken wird dabei fast schon wieder zum Genuss. Auch ich würde mich als Genussmenschen bezeichnen, fahre aber dummerweise seit Jahren nicht mehr Auto. Einige gehen verängstigt los und holen ihr Geld von der Bank, packen es zu Hause in den Sparstrumpf oder unter Omas Matratze. Die liegt sowieso den ganzen Tag nur rum, also die Oma. Da guckt kein Fremder drunter. Hans Schnell lässt sich für zweitausend Euro von einem Fachmann einen dreißig mal dreißig mal dreißig Zentimeter großen Stahltresor in seiner Wand versenken. Man kann ja nie wissen. Der bleibt für immer, auch wenn das Geld weg ist. Kann man zur Not ja auch noch alte Zeitschriften drin aufbewahren. Oder Pornoheftchen, um sie vor den Augen der Kinder zu verstecken. Gute Idee eigentlich. Der Tresorbauer geht wieder. Wenn das alle machen würden! Alles Geld abheben. Dann wäre die Katastrophe wirklich perfekt. Meine EC-Karte gleitet geräuschlos in den schmalen Schlitz, verschwindet ganz darin, ehe Sekunden später das Display des Auszugsdruckers zu blinken beginnt. Das Geld ist noch da...zum Glück. Schwarze Zahlen auf Papier. Ist das wirklich noch das Geld, welches ich vor geraumer Zeit hier auf dieses Konto eingezahlt habe? Ich fürchte nicht und was sind schließlich schon schwarze Zahlen auf buntem Papier? Immerhin sind sie nicht rot. Sollte man nicht vielleicht jetzt gerade Schulden machen? Erspartes bringt doch sowieso kaum mehr etwas. Zwanzig Euro an Zinsen im Jahr, wenn ich Glück habe. Für 1800 Euro Spareinlage allerdings etwas wenig. Ich beschließe nicht panisch zu reagieren, cool zu bleiben. Hilft ja nichts. Früher war ich wirklich sehr sparsam, habe jede Mark dreimal umgedreht. Auch heute achte ich noch auf mein Geld, aber ich habe ja schon einmal gesagt, dass Geld nichts nützt, wenn man niemanden hat, mit dem man es teilen kann. Was bleibt, sind die Zahlen auf der Bank, respektive auf dem Papier. Ich gönne mir etwas, ab und an, wenn ich etwas haben möchte, dann kaufe ich es. Das fängt schon bei den kleinen Dingen an. Ein Becher Kaffee, mit Milch und etwas Zucker. Wertebeständigkeit. Bevor meine drei Euro durch wilde Spekulationen irgendwo auf dem Weltmarkt verloren gehen, kaufe ich mir lieber noch eine dampfende Portion Nudeln zu Mittag. Davon werde ich wenigstens satt. Man muss im Kleinen zielsicher denken, um Großes zu bewerkstelligen. Immer und immer wieder.
Die Suche nach Wertbeständigkeit bietet viele Hindernisse. Es ist 1929, nein es ist 2008. Die Vorzeichen stehen jedoch ähnlich. Die Welt in der Krise, am Rande des Abgrunds oder schon ein Stückchen darüber? Abzuwarten bleibt, wann der Erste springt...oder „gesprungen wird“. Die Aktienkurse brechen weg, gehen auf Talfahrt, geradewegs in den Keller. Der Stollen dorthin ist lang, aber schmal. Glatte Wände verraten, dass es kein Zurück mehr gibt. Manche haben schon viel verloren. Der Benzinpreis geht hinterher...auch in den Keller, dorthin wo es feucht und finster ist. Tanken wird dabei fast schon wieder zum Genuss. Auch ich würde mich als Genussmenschen bezeichnen, fahre aber dummerweise seit Jahren nicht mehr Auto. Einige gehen verängstigt los und holen ihr Geld von der Bank, packen es zu Hause in den Sparstrumpf oder unter Omas Matratze. Die liegt sowieso den ganzen Tag nur rum, also die Oma. Da guckt kein Fremder drunter. Hans Schnell lässt sich für zweitausend Euro von einem Fachmann einen dreißig mal dreißig mal dreißig Zentimeter großen Stahltresor in seiner Wand versenken. Man kann ja nie wissen. Der bleibt für immer, auch wenn das Geld weg ist. Kann man zur Not ja auch noch alte Zeitschriften drin aufbewahren. Oder Pornoheftchen, um sie vor den Augen der Kinder zu verstecken. Gute Idee eigentlich. Der Tresorbauer geht wieder. Wenn das alle machen würden! Alles Geld abheben. Dann wäre die Katastrophe wirklich perfekt. Meine EC-Karte gleitet geräuschlos in den schmalen Schlitz, verschwindet ganz darin, ehe Sekunden später das Display des Auszugsdruckers zu blinken beginnt. Das Geld ist noch da...zum Glück. Schwarze Zahlen auf Papier. Ist das wirklich noch das Geld, welches ich vor geraumer Zeit hier auf dieses Konto eingezahlt habe? Ich fürchte nicht und was sind schließlich schon schwarze Zahlen auf buntem Papier? Immerhin sind sie nicht rot. Sollte man nicht vielleicht jetzt gerade Schulden machen? Erspartes bringt doch sowieso kaum mehr etwas. Zwanzig Euro an Zinsen im Jahr, wenn ich Glück habe. Für 1800 Euro Spareinlage allerdings etwas wenig. Ich beschließe nicht panisch zu reagieren, cool zu bleiben. Hilft ja nichts. Früher war ich wirklich sehr sparsam, habe jede Mark dreimal umgedreht. Auch heute achte ich noch auf mein Geld, aber ich habe ja schon einmal gesagt, dass Geld nichts nützt, wenn man niemanden hat, mit dem man es teilen kann. Was bleibt, sind die Zahlen auf der Bank, respektive auf dem Papier. Ich gönne mir etwas, ab und an, wenn ich etwas haben möchte, dann kaufe ich es. Das fängt schon bei den kleinen Dingen an. Ein Becher Kaffee, mit Milch und etwas Zucker. Wertebeständigkeit. Bevor meine drei Euro durch wilde Spekulationen irgendwo auf dem Weltmarkt verloren gehen, kaufe ich mir lieber noch eine dampfende Portion Nudeln zu Mittag. Davon werde ich wenigstens satt. Man muss im Kleinen zielsicher denken, um Großes zu bewerkstelligen. Immer und immer wieder.
bflo - 20. Okt, 10:03
