Die Pantherin
Freitag, 19. September, München
"Ihr Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihr ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt."
Sie sitzt alleine in ihrem goldenen Käfig und sieht mich nicht an. Sie sitzt im Schneidersitz und hat beide Hände in ihren Schoß gelegt. So blinzelt ein waches Augenpaar hinaus in die Welt. Die Gitterstäbe liegen eng beisammen, sodass ich meine Finger nicht hindurch stecken und sie berühren kann. Ich umfasse zwei der Stäbe und versuche sie auseinander zu biegen, will sie befreien, sie retten. Ihr Gefängnis gibt keinen Millimeter nach. Ich bin nicht zu schwach, lege ich doch meine ganze Energie in den Versuch sie zu befreien, sondern die Stäbe sind einfach zu massiv. Sie regt sich nicht, sagt kein Wort und verzieht keine Mine. Schließlich gebe ich entkräftet auf, muss mich erste einmal setzten und verschnaufen. Entkräftet. Ich drehe mich um und suche in der ganzen Umgebung nach etwas, dass sich als Brecheisen eignen könnte. Weit und breit nichts zu sehen, außer grünem Rasen und meterhohen Bäumen. Ihr Käfig steht auf einer hellen Lichtung und glänzt im letzten Sonnenlicht des vergehenden Tages. In der Ferne ist bereits die untergehende Sonne zu sehen. Es dämmert. Die Szenerie hat sich verändert: Ein schweres Tuch liegt plötzlich über ihrem Gefängnis, sodass ich sie nicht mehr sehen kann. Ich zerre und ziehe an dem schwarzen Fetzen, aber er bewegt sich nicht, wirkt wie mit den Gitterstäben fest verschmolzen. Sie scheint verschwunden. Ermattet und müde sacke ich zu Boden, setze mich in die weiche Wiese. Tautropfen kleben an Grashalmen und benetzen meine Hose...ich kümmere mich nicht darum. Ich höre, dass sich hinter mir etwas bewegt, etwas leise raschelt. Wahrscheinlich geht sie auf und ab, panikerfüllt und verängstigt. Auch ein erneuter Versuch die Stoffhülle zu entfernen scheitert. Um mich herum wird es dunkel, die Nacht bricht an und in einem der Bäume begleitet der Ruf einer Eule das Ende des Tages. Ich lege mich in das weiche Gras, auf meine Hände und falle in einen tiefen Schlaf. Am nächsten Morgen werde ich von den ersten Sonnenstrahlen und den im Gras zirpenden Grillen geweckt. Ich reibe meine Augen und beginne erneut heftig an dem Stück Stoff zu zerren. Diesmal bewegt es sich. Ich reiße es zu Boden und blicke in das Innere des Käfigs. Sie ist verschwunden, einfach so. Auf der Rückseite ist eine kleine Türe noch halbgeöffnet. Sie bewegt sich sanft hin und her, angetrieben durch ein laues Lüftchen, das durch die Lichtung weht. Verwirrt sacke ich wieder auf den Boden. Sie ist verschwunden und ich weiß nicht wohin. EINSAMKEIT.
"Ihr Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihr ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt."
Sie sitzt alleine in ihrem goldenen Käfig und sieht mich nicht an. Sie sitzt im Schneidersitz und hat beide Hände in ihren Schoß gelegt. So blinzelt ein waches Augenpaar hinaus in die Welt. Die Gitterstäbe liegen eng beisammen, sodass ich meine Finger nicht hindurch stecken und sie berühren kann. Ich umfasse zwei der Stäbe und versuche sie auseinander zu biegen, will sie befreien, sie retten. Ihr Gefängnis gibt keinen Millimeter nach. Ich bin nicht zu schwach, lege ich doch meine ganze Energie in den Versuch sie zu befreien, sondern die Stäbe sind einfach zu massiv. Sie regt sich nicht, sagt kein Wort und verzieht keine Mine. Schließlich gebe ich entkräftet auf, muss mich erste einmal setzten und verschnaufen. Entkräftet. Ich drehe mich um und suche in der ganzen Umgebung nach etwas, dass sich als Brecheisen eignen könnte. Weit und breit nichts zu sehen, außer grünem Rasen und meterhohen Bäumen. Ihr Käfig steht auf einer hellen Lichtung und glänzt im letzten Sonnenlicht des vergehenden Tages. In der Ferne ist bereits die untergehende Sonne zu sehen. Es dämmert. Die Szenerie hat sich verändert: Ein schweres Tuch liegt plötzlich über ihrem Gefängnis, sodass ich sie nicht mehr sehen kann. Ich zerre und ziehe an dem schwarzen Fetzen, aber er bewegt sich nicht, wirkt wie mit den Gitterstäben fest verschmolzen. Sie scheint verschwunden. Ermattet und müde sacke ich zu Boden, setze mich in die weiche Wiese. Tautropfen kleben an Grashalmen und benetzen meine Hose...ich kümmere mich nicht darum. Ich höre, dass sich hinter mir etwas bewegt, etwas leise raschelt. Wahrscheinlich geht sie auf und ab, panikerfüllt und verängstigt. Auch ein erneuter Versuch die Stoffhülle zu entfernen scheitert. Um mich herum wird es dunkel, die Nacht bricht an und in einem der Bäume begleitet der Ruf einer Eule das Ende des Tages. Ich lege mich in das weiche Gras, auf meine Hände und falle in einen tiefen Schlaf. Am nächsten Morgen werde ich von den ersten Sonnenstrahlen und den im Gras zirpenden Grillen geweckt. Ich reibe meine Augen und beginne erneut heftig an dem Stück Stoff zu zerren. Diesmal bewegt es sich. Ich reiße es zu Boden und blicke in das Innere des Käfigs. Sie ist verschwunden, einfach so. Auf der Rückseite ist eine kleine Türe noch halbgeöffnet. Sie bewegt sich sanft hin und her, angetrieben durch ein laues Lüftchen, das durch die Lichtung weht. Verwirrt sacke ich wieder auf den Boden. Sie ist verschwunden und ich weiß nicht wohin. EINSAMKEIT.
bflo - 21. Sep, 10:24
