Samstag, 21. Juni 2008

Love Generation

Freitag, 20. Juni, München

Mein letztes Referat für dieses Semester. Ich kann absolut zufrieden sein. Später verlasse ich gutgelaunt die Universität und mache mich auf den Nachhauseweg. Von dort dann rauf aufs Fahrrad und gemütlich in den beginnenden Abend radeln. Die Luft ist herrlich warm und doch nicht zu trocken. Ein schöner Frühlingstag. Morgen ist Sommeranfang. Es ist ganz schön weit bis zum See, aber ich nehme die Strecke gerne unter die Räder.
Der See ist ein Tummelplatz der Kuriositäten. Hübsche Menschen neben weniger hübschen, jung neben alt. Es gibt viel zu sehen. Ich inspiziere die Grillplätze für nächste Woche. Alles Bestens. Bunt gemischt liegen die Leute auf ihren Handtüchern in der Wiese, genießen das schöne Wetter oder plantschen im See. Ein dicker Mann, fast nackt mit zu kleiner Badehose kreuzt meinen Weg…ich drehe mich weg und trete etwas stärker in die Pedale. Hinter mir tollt eine Horde spielender Kinder herum. Eine Frau, äußerst hübsch, hat neben ihrem Handtuch, auf dem sie liegt, eine Hollandfahne plaziert. Weiter vorne flattert die russische Fahne schlaff im Wind und ich überhole eine Gruppe junger Mädchen, die alle schwarz-rot-goldene Schminke im Gesicht tragen. Fußball ist eben überall.
“Feel the rush! Ooooooooohh! Feel it in the air!”
Was ich heute gelernt habe: Frauen veranstalten nach dem Einkaufen “Aftershopping-Partys” und führen sich gegenseitig ihre gekauften Klamotten vor.

Eiserner Vorhang

Donnerstag, 19. Juni, München

Die S-Bahn ist so früh am Morgen wieder recht gut gefüllt, aber wir treffen uns trotzdem wieder…wie verabredet. Irgendwie hat sie heute noch zwei Freundinnen oder Bekannte bei sich sitzen. Denen erzählt sie gerade, wie und warum sie sich vor ein paar Wochen von ihrem Freund getrennt hat, als ich das Abteil betrete. Sie redet sehr viel, allerdings nur über irgendwelche Leute, die ich nicht kenne und sie spricht mich auch nicht an. Die gesamte Fahrzeit stehe ich und starre aus dem Fenster. Der Morgen fliegt vorbei…Menschen steigen aus und ein. Später dann gehen wir nebeneinander, aber dennoch auf Distanz. Eine unsichtbare Mauer scheint zwischen uns gezogen worden zu sein. Sie ist nervös, begründet das später damit, dass sie Referat halten musste. Ich steige aus, ohne mich richtig von ihr verabschiedet zu haben. Dann bis nächste Woche!
An einem stummen Verkäufer lese ich wie immer die Schlagzeile der Bild Zeitung. Die Freundin von Sebastian Schweinsteiger ist darauf in inniger Umarmung mit ihm zu sehen. Neid?! Sarah Brandner, wirklich hübsch. Später unterhalte ich mich mit ein paar Leuten, die sich die Frage stellen, wie der eigentlich zu so einer Freundin kommt. Garantiert nur, weil er so viel Geld hat und sie Freude daran es auszugeben. Saltsam, aber auch Frauen sind dieser Meinung. Man muss aber zugeben, dass er ein gutes Spiel gegen Portugal gemacht hat. Da kann man echt nichts dagegen sagen.
„Denn sie sind gut und deshalb populär.“ – Das wird es sein…ich muss einfach auch populär werden.
Gleich morgen fange ich an…

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