Montag, 17. März 2008

Ohrwurm

Montag, 17. März, München

Morgens schon ist die Welt grau. Es regnet. Es sollte den ganzen Tag weiterregnen, mit kurzen Pausen, in denen ein heftiger Wind weht. Trotzdem drehe ich meine Runde mit Regenschirm und gutem Schuhwerk. Ein dunkler Tag im März, so gar nicht frühlingshaft. Ich hasse diese Tage, an denen eigentlich überhaupt nichts passiert. Ich muss Briefmarken kaufen und der Automat funktioniert mal wieder nicht, obwohl ich das Geld passend und abgezählt in den Händen halte. Also rein und an den Schalter…mit Rumstehen in der Warteschlange kann man den Vormittag auch verbringen.
Ich interessiere mich nun einmal absolut nicht für Autos. Ich fahre auch nicht extra nach Genf, um mir dort irgendwelche neuen Protzschlitten anzuschauen, die ich sowieso nie fahren werde und nie fahren will. Ich würde mir Genf anschauen, das schon. Ansonsten bin ich auch schon sehr lange nicht mehr mit dem Auto gefahren. Ich besitze selbst sowieso kein eigenes, sondern muss immer das meiner Eltern leihen, wenn ich will. Ich will aber nicht. Ich habe nun beinahe sechs Jahre den Führerschein und bin dabei maximal 500 Kilometer gefahren. Wenn überhaupt. Ich wohne in der Großstadt und kann alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, oder mit dem Rad. Das geht schneller, ich muss nie einen Parkplatz suchen und bei den Spritpreisen im Moment ist es auch billiger.
Hab grad eben im Radio dieses Lied gehört…leider wieder nur die Hälfte des Titels mitbekommen…den Interpreten total überhört…kennt man ja. Werde die Nacht wohl googlen, denn der Refrain hat sich schon fest in meine Gehörgänge gebrannt.

Imaginationen aus der Wirklichkeit

Sonntag, 16. März, München

Stell dir vor, dein Zug rauscht durch die pechschwarze Nacht, die Räder rattern auf den Schienen unter dir. Stell dir vor, du fliehst aus deinem Alltag hinein ins Ungewisse, ohne zu wissen, was dich genau erwartet. Sich auf die Zukunft einlassen heißt immer auch Veränderungen suchen und Neues entdecken.
Stell dir weiter vor, da draußen irgendwo in Deutschland oder der weiten Welt gibt es jemanden, der dich versteht, der dich zu kennen scheint, obwohl du ihm noch nie begegnet bist. Er scheint zu wissen, was und wie du fühlst, gibt dir Ratschläge, die dir helfen sollen anders, leichter zu leben. Stell dir vor, es gibt jemanden, der hat vor Jahren ein Buch geschrieben, das dein Leben widerspiegeln könnte. Du erkennst dich darin teilweise wieder und es ist oft erschreckend zu erkennen, wie ähnlich der Protagonist des Buches dir ist, beziehungsweise wie ähnlich du dem Protagonisten des Buches bist.
Das Werk gibt es wirklich: Es heißt „Soloalbum“ und abzüglich Koks und Frauen, könnte es mein Leben sein. Na ja der Ich-Erzähler hat bis Seite 120 auch keine Frau…zumindest nicht so richtig.
Stell dir vor, du musst dir das alles nicht mehr vorstellen, weißt du doch, dass es draußen jemanden gibt, der dir zuhört und dir Ratschläge gibt, sein es auch nur kurze Kommentare.
Ich weiß es, das ist gut so und ich brauche es mir nicht vorzustellen. Zumindest nicht bis in absehbare Zeit.

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