Samstag, 15. März 2008

Sophies Welt II

Samstag, 15. März, München

Sophies Welt ist extrem komplex. Ich bewundere sie einfach…einfach nur sie und die Welt, in der sie lebt, in der sie leben kann. Wir sind uns ähnlich und gleichzeitig doch so völlig verschieden. Unsere Welten schieben sich wie zwei Kreise übereinander, sodass beide Schnittpunkte eine Ellipse bilden. Ich bin froh, dass es diese Fläche an Gemeinsamkeiten gibt, doch leider ist sie sehr klein.
Dabei ist sie mit Sicherheit zu cool für mich.
"Telefon, Gas, Elektrik , unbezahlt, und das geht auch!" - Genau so ist sie.
Nach fast drei Wochen Funkstille zwischen uns taucht sie auf. Ich wusste das, denn sie hat ja Prüfung. Ihr Internet hat nicht funktioniert und sie hat ihr Handyladegerät bei den Eltern liegengelassen. Auf die Idee es auf dem Festnetzanschluß zu versuchen, hätte ich auch kommen können. Der ging nämlich. Dreizehn Minuten vor Prüfungsbeginn steht sie dann plötzlich vor mir. Ich hatte gehofft, sie noch zu sehen, aber hatte schon gar nicht mehr daran geglaubt. Sie sieht phantastisch aus, wie immer…und das morgens um kurz vor zehn. Sie wirkt ruhig, abgeklärt, ganz entspannt und das vor der wichtigen Prüfung, auf die sie, wie sie sagt, nur wenig gelernt hat. Unfassbar! Andere hätten vorher einen Fünfziger zu einem schmalen Röhrchen gerollt, Koks gestreut, klein gehackt, eine Line gezogen und wären nicht halb so cool wie sie jetzt. Das ist Sophies Welt.
„Zwar lieg ich nachts stundenlang wach und denk an dich,
doch in Wirklichkeit lieb' ich dich nicht.
Zwar gibt es keine schönere Frau auf der ganzen Welt für mich,
doch in Wirklichkeit lieb' ich dich nicht.“
So zu leben wie sie, könnte ich überhaupt gar nicht. Da steckt zu wenig Plan dahinter. Auf der anderen Seite möchte ich gerne auch so leben wie sie, mit ihr leben. Leben teilen. Teil ihres Lebens werden. Sie wird nun erstmal wieder weniger an der Uni sein, gibt mir Bescheid, wenn doch. Hat ja zwei gute Arbeiten in sehr kurzer Zeit geschrieben und abgegeben. Ich saß drei Wochen an einer und hab immer noch kein Ergebnis und auch kein so gutes Gefühl.
Wer weiß, wann ich sie wieder sehen werde. Ich weiß es: Spätestens am 11. April, denn da ist das Eishockeyspiel. Wenn sie es nicht vergisst, denn sie ist ja eher der Bauchmensch. Ich habe den Termin schon minutiös durchgeplant.
„Shit, das ist zu emotional ich bin ganz ruhig rational .Ich geh back zu dem Anfang und sag es dir noch einmal.“ – Ich brauche dich!

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