Liebes ZDF
Dienstag, 28. Oktober, München
Ein Mädchen läuft vor mir über die Straße. Ich sehne mich wieder einmal nach ihr, möchte sie unbedingt bald sehen. Mal wieder ist sie krank. Diese Frau hat auch wirklich alles, was man sich vorstellen kann. Magen-Darm-Virus und Grippe. Aber diese Woche muss sie wieder zur Uni…wir werden uns treffen, das kann ich spüren. Trotzdem werden wir einander fremd sein. Das war eigentlich bis jetzt bei fast jedem Wiedersehen der Fall, auch wenn wir uns nur zwei Wochen nicht gesehen hatten. Ich fürchte mich davor. Die Entfernung zwischen Deutschland und Südafrika kann nicht weiter sein, als die Distanz zwischen uns beiden hier in diesem Land, hier in dieser Stadt. Ich wünsche mir so sehr, dass es klappt.
Ich liebe „Neues aus der Anstalt“. Endlich wieder Polit-Satire mit Format. Die Karten waren nicht teuer, aber da das so beliebt ist, sind sie immer in relativ kurzer Zeit ausverkauft. Heute ist es soweit. Die Menschenschlange schlängelt sich durch das Foyer…ich stehe aber relativ weit vorne. Mir fällt auf, dass sehr viele ältere Menschen hier rum stehen. Jemanden, der so alt ist wie ich ist, entdecke ich auf den ersten Blick nicht. Kann das daran liegen, dass fürs ZDF produziert wird? Die werberelevante Zielgruppe liegt beim Traditionssender aus Mainz ja bekanntlich bei fünfundsechzig Jahren. Zumindest hat mir das mal jemand erzählt. Wie dem auch sei, es tauchen schließlich doch noch einige junge Gesichter um mich herum auf. An der Garderobe hat sich mittlerweile eine extrem lange Schlange gebildet. Aus ästhetischen Gründen dürfen nämlich keine Jacken mitgenommen werden. Kommt ja schließlich live im TV. Kann ich also verstehen. Ich ergattere einen Platz relativ weit vorne, also nahezu in Mitten des Geschehens. Toll, denn von dort kann ich wirklich exzellent sehen und befinde mich nahezu selbst auf der Bühne. Großartig. Später Helge Schneider. Ich kenne nicht viel von ihm, hab auch noch nie ein Bühnenprogramm von ihm gesehen, aber finde das trotzdem lustig. Einen ganzen Abend lang könnte ich diese Art von Humor jedoch nicht ertragen, aber zehn Minute sind absolut in Ordnung
Draußen ist es mittlerweile kalt geworden. Die Jacke wärmt mich und ich bin glücklich über den Abend. Ich ziehe meine Handschuhe an und die Mütze fest über beide Ohren. Da die U-Bahn irgendwie nicht fährt, ich lange warten müsste und die Luft kalt, aber dennoch angenehm ist, beschließe ich zu Fuß zu gehen. Es ist ein weiter Weg, aber egal. Die Nacht stülpt sich über mich, ich kann unter und in ihr verschwinden. Meine Stiefel hallen über das Pflaster. Irgendwo bellt ein Hund in der Finsternis.
Ein Mädchen läuft vor mir über die Straße. Ich sehne mich wieder einmal nach ihr, möchte sie unbedingt bald sehen. Mal wieder ist sie krank. Diese Frau hat auch wirklich alles, was man sich vorstellen kann. Magen-Darm-Virus und Grippe. Aber diese Woche muss sie wieder zur Uni…wir werden uns treffen, das kann ich spüren. Trotzdem werden wir einander fremd sein. Das war eigentlich bis jetzt bei fast jedem Wiedersehen der Fall, auch wenn wir uns nur zwei Wochen nicht gesehen hatten. Ich fürchte mich davor. Die Entfernung zwischen Deutschland und Südafrika kann nicht weiter sein, als die Distanz zwischen uns beiden hier in diesem Land, hier in dieser Stadt. Ich wünsche mir so sehr, dass es klappt.
Ich liebe „Neues aus der Anstalt“. Endlich wieder Polit-Satire mit Format. Die Karten waren nicht teuer, aber da das so beliebt ist, sind sie immer in relativ kurzer Zeit ausverkauft. Heute ist es soweit. Die Menschenschlange schlängelt sich durch das Foyer…ich stehe aber relativ weit vorne. Mir fällt auf, dass sehr viele ältere Menschen hier rum stehen. Jemanden, der so alt ist wie ich ist, entdecke ich auf den ersten Blick nicht. Kann das daran liegen, dass fürs ZDF produziert wird? Die werberelevante Zielgruppe liegt beim Traditionssender aus Mainz ja bekanntlich bei fünfundsechzig Jahren. Zumindest hat mir das mal jemand erzählt. Wie dem auch sei, es tauchen schließlich doch noch einige junge Gesichter um mich herum auf. An der Garderobe hat sich mittlerweile eine extrem lange Schlange gebildet. Aus ästhetischen Gründen dürfen nämlich keine Jacken mitgenommen werden. Kommt ja schließlich live im TV. Kann ich also verstehen. Ich ergattere einen Platz relativ weit vorne, also nahezu in Mitten des Geschehens. Toll, denn von dort kann ich wirklich exzellent sehen und befinde mich nahezu selbst auf der Bühne. Großartig. Später Helge Schneider. Ich kenne nicht viel von ihm, hab auch noch nie ein Bühnenprogramm von ihm gesehen, aber finde das trotzdem lustig. Einen ganzen Abend lang könnte ich diese Art von Humor jedoch nicht ertragen, aber zehn Minute sind absolut in Ordnung
Draußen ist es mittlerweile kalt geworden. Die Jacke wärmt mich und ich bin glücklich über den Abend. Ich ziehe meine Handschuhe an und die Mütze fest über beide Ohren. Da die U-Bahn irgendwie nicht fährt, ich lange warten müsste und die Luft kalt, aber dennoch angenehm ist, beschließe ich zu Fuß zu gehen. Es ist ein weiter Weg, aber egal. Die Nacht stülpt sich über mich, ich kann unter und in ihr verschwinden. Meine Stiefel hallen über das Pflaster. Irgendwo bellt ein Hund in der Finsternis.
bflo - 29. Okt, 19:51
