Es ist noch weit
Sonntag, 11. Oktober, München
Schon auf dem Weg zur Party bemerke ich die Nebelschwaden, die langsam übers Land ziehen. Ich rase mit dem Fahrrad durch die Nacht, viele Kilometer weit. An einem Samstagabend ist es überall ganz still in der Welt, besonders wenn man sich etwas abseits der stark befahrenen Hauptstraßen bewegt. Später bin ich nervös, ich weiß nicht warum. Ich kippe eine Bierflasche um...zum Glück leer. Kurz vor Mitternacht gucken wir den Klitschko-Kampf, relativ einseitig, ziemlich eindeutig. Gegen halb drei verlasse ich die Party und flüchte hinaus in die weiße Nebelwand. Ich bin froh, dass ich den Weg kenne, denn eine Orientierung ist ausgeschlossen. Ich bin froh, dass ich nur wenig getrunken habe und darum die Umgebung klar vor mir liegt. Zumindest die vereinzelt stehenden Bäume, die ich erkennen kann. Ich bin froh, dass mein Fahrrad über einen guten Scheinwerfer verfügt, denn nur so kann ich mich durch das Nichts tasten. Der Mond strahlt voll auf mich herab...ich schaue ihn an und lächle. Hinter dichten Schwaden erkenne ich eine Bank, die einsam in Mitten der Wiese steht. Magisch von ihr angezogen stelle ich mein Rad ab und bewege mich darauf zu. Es ist völlig still um mich herum, kein Laut ist zu hören. Es tut gut so zu sitzen, mitten im Nebel, in dieser kalten Nacht. Es ist wunderschön. Durch das Schweigen hindurch höre ich meine Gelenke knacken, die Kälte nagt gierig an mir und ich beschließe Handschuhe anzuziehen. Sie lassen schließlich auch meine Fingergelenke verstummen. Mehr Stille ist nicht möglich. Mir kommt es so vor, als ob eine Nadel, wenn sie in eben diesem Moment zu Boden fallen würde, einen ungeheueren Lärm verursachen müsste. Der Mond grinst mich nun frech an, sein matter Lichtkegel sticht genau auf mich herab und erleuchtet die Wiese vor mir. Ich kann meine Schuhe sehen. Eine angenehme Helligkeit, genau richtig in diesem Moment. Ich bin hundemüde, lehne mich zurück und döse kurz ein. Nichts kann mich wecken, kein Rascheln in den Sträuchern und kein Herabfallen der Blätter. Wäre es nicht so kalt, wäre ich glatt komplett eingeschlafen, aber so beginne ich nach kurzer Zeit zu frieren und erwache. Ich recke beide Arme trotzig Richtung Mond. Sein Licht ist etwas weiter gezogen und meine Bank beginnt langsam in der Dunkelheit zu versinken. Ich steige wieder auf mein Fahrrad und strample hinein in die Nacht und in die Kälte, denn es ist noch weit, sehr weit.
Schon auf dem Weg zur Party bemerke ich die Nebelschwaden, die langsam übers Land ziehen. Ich rase mit dem Fahrrad durch die Nacht, viele Kilometer weit. An einem Samstagabend ist es überall ganz still in der Welt, besonders wenn man sich etwas abseits der stark befahrenen Hauptstraßen bewegt. Später bin ich nervös, ich weiß nicht warum. Ich kippe eine Bierflasche um...zum Glück leer. Kurz vor Mitternacht gucken wir den Klitschko-Kampf, relativ einseitig, ziemlich eindeutig. Gegen halb drei verlasse ich die Party und flüchte hinaus in die weiße Nebelwand. Ich bin froh, dass ich den Weg kenne, denn eine Orientierung ist ausgeschlossen. Ich bin froh, dass ich nur wenig getrunken habe und darum die Umgebung klar vor mir liegt. Zumindest die vereinzelt stehenden Bäume, die ich erkennen kann. Ich bin froh, dass mein Fahrrad über einen guten Scheinwerfer verfügt, denn nur so kann ich mich durch das Nichts tasten. Der Mond strahlt voll auf mich herab...ich schaue ihn an und lächle. Hinter dichten Schwaden erkenne ich eine Bank, die einsam in Mitten der Wiese steht. Magisch von ihr angezogen stelle ich mein Rad ab und bewege mich darauf zu. Es ist völlig still um mich herum, kein Laut ist zu hören. Es tut gut so zu sitzen, mitten im Nebel, in dieser kalten Nacht. Es ist wunderschön. Durch das Schweigen hindurch höre ich meine Gelenke knacken, die Kälte nagt gierig an mir und ich beschließe Handschuhe anzuziehen. Sie lassen schließlich auch meine Fingergelenke verstummen. Mehr Stille ist nicht möglich. Mir kommt es so vor, als ob eine Nadel, wenn sie in eben diesem Moment zu Boden fallen würde, einen ungeheueren Lärm verursachen müsste. Der Mond grinst mich nun frech an, sein matter Lichtkegel sticht genau auf mich herab und erleuchtet die Wiese vor mir. Ich kann meine Schuhe sehen. Eine angenehme Helligkeit, genau richtig in diesem Moment. Ich bin hundemüde, lehne mich zurück und döse kurz ein. Nichts kann mich wecken, kein Rascheln in den Sträuchern und kein Herabfallen der Blätter. Wäre es nicht so kalt, wäre ich glatt komplett eingeschlafen, aber so beginne ich nach kurzer Zeit zu frieren und erwache. Ich recke beide Arme trotzig Richtung Mond. Sein Licht ist etwas weiter gezogen und meine Bank beginnt langsam in der Dunkelheit zu versinken. Ich steige wieder auf mein Fahrrad und strample hinein in die Nacht und in die Kälte, denn es ist noch weit, sehr weit.
bflo - 13. Okt, 12:36
