Mittwoch, 17. September 2008

Detonation

Montag, 15. September, München

Nach dem Treffen mit ihr habe ich zunächst nichts Ungewöhnliches bemerkt. Es war alles wie immer, doch das Tückische an der ganzen Sache hat sich dann erst nach und nach eingeschlichen. Ich sitze ihr gegenüber und wir verbringen eine herrlich halbe Stunde miteinander. Das Ganze scheint vor langer Zeit stattgefunden zu haben, aber in Wirklichkeit ist es erst ein paar Wochen her. Aber eben genau diese paar Wochen zu lange. Ich saß ihr gegenüber, wir redeten und lachten. Dann die Trennung, das Auseinander gehen. Seit dem keine Begegnung mehr. Ich will nicht lügen, kann aber behaupten, dass es mir die ersten vierundzwanzig Stunden nichts ausgemacht hat. Der Schmerz und das Chaos im Kopf kamen erst etwas später. Ich realisiere, dass es nicht immer so sein wird, nicht immer so sein kann. Warum denn eigentlich nicht? Naja, ist eben so! Ich schlucke die Angelegenheit zunächst trocken hinunter und scheine alles verdrängen zu können. So sieht es zumindest aus, aber dann...Explosion! Das Gebilde in mir kracht mit einem lauten Knall auf einmal in sich zusammen. Ich kann es nicht aufhalten. Es gab noch einige unangenehme Parameter von außen, die die Störung des Inneren dann schließlich perfekt gemacht haben. Alles schaukelt sich nach oben, wird zum Selbstläufer und ich habe längst die Kontrolle verloren. Die Sache artet aus und ich erkennen irgendwann, dass es so keinen Zweck hat, dass es so keine Lösung gibt, aber es kommt der Punkt, an dem mir das egal ist. Ich verdänge es, will und kann es nicht wahrhaben. Einige Wochen liegt das nun schon zurück, aber ich bin auch im Augenblick wieder sehr anfällig für eine Wiederholung dieses Spektakels. Leider merkt man ja immer erst am nächsten Tag, dass man riesige Scheiße gebaut hat. Das ganze ist zu stark, gewinnt zu schnell und zu leicht Macht über einen, viel Macht, enorm viel Macht. Der Kontrollverlust ist das Schlimmste daran. Man gerät in eine Hilflosigkeit, in ein Abhängigkeitsverhältnis. Es gibt kein Zurück mehr. Ich fürchte, dass die völlige Selbstaufgabe ab und an nötig ist. Alles zu seiner Zeit, also auch das. Alles hängt mit allem zusammen, sodass ein gewaltiges Gebilde aus gegenseitigen Abhängigkeiten entsteht. Einzelne davon zu durchbrechen. Das muss Primärziel sein...der Ausbruch, die Flucht. Alles Weitere wird sich dann zeigen...nach und nach. Wir brauchen einfach Zeit.

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

alles gute für dich im...
alles gute für dich im neuen jahr ! ...und danke fürs...
fata morgana - 5. Jan, 10:11
Epilog/Das Jahr beginnt...
Donnerstag, 01. Januar, München Der Neujahrsmorgen...
bflo - 3. Jan, 17:26
Ein Herz am Himmel
Mittwoch, 31. Dezember, München In der letzten Nacht...
bflo - 2. Jan, 16:09
Waffenbrüder
Dienstag, 30. Dezember, München Ein Zimmer im Halbdunkel....
bflo - 1. Jan, 19:51
Glücksbote
Montag, 29. Dezember, München Er nimmt seine dicke...
bflo - 1. Jan, 16:31

Links

Suche

Status

Online seit 6738 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 5. Jan, 10:11

Credits


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren