Frisur
Donnerstag, 31. Juli, München
Die blonden Haare hängen ihr auf der linken Seite lässig ins Gesicht. Das sieht sexy aus. “Ich kann deinen Pony sehen”, sage ich zu ihr. “Welchen Pony?”, meint sie. “Na da vorne bei dir am Haaransatz. Das sieht chic aus.”, erwidere ich. “ Ach das meinst du. Sag das doch.” - Nichtverstehen. Fängt meist mit Kleinigkeiten an und artet dann wahnsinnig aus. Dabei sieht der hübsche Pony, der ihr von vorne ins Gesicht fällt wirklich äußerst sexy aus. Ich muss das feststellen. Dahinter liegen ihre wachen Augen. Augen, die die Welt um sie herum erkunden, wahrnehmen und das Wahrgenommene wie ein Schwamm aufsaugen. Der Sehnerv meldet das dann dem Gehirn...dieses sagt “Welt” zu uns. Der Prozess der Wahrnehmung: einzigartig, komplex, differenziert. Was wird wie wahrgenommen, wie viel und warum? Oberweite, Automarke, Bundesligatabelle! Als Mann stößt man ganz schnell auch mal an die Grenzen des Möglichen. Was bleibt davon hängen? Natürlich nur das Wichtigste. So gucken ihre Augen also neugierig hinter dem goldgelben Pony hervor, hinaus in die Welt und sehen mich. Werde ich überhaupt wahrgenommen? Scheint so, doch dann kommen Zweifel auf. Sie sieht mich nicht, blendet mich aus ihrem Gesichtsfeld aus. Besagter Nerv meldet
“Nichtbeachten” an ihre zentrale Verarbeitungsstelle im Kopf. Sie geht weiter...alles ist wie vorher, nur etwas Zeit ist inzwischen vergangen. Nichtbeachtet stehe ich dann da, an der Ecke, an eine Hauswand gelehnt, nachdenklich. Nikotinabhängige würden nun eine rauchen, ich hingegen begnüge ich mit einem Kaugummi - tropic-peach. Schmeckt zuerst irgendwie grauenhaft, dann neutral und aufgebraucht. Ich werfe das Kaugummi achtlos in den Müll. Wenn das Gesichtsfeld eingeschränkt ist, verschwimmt das Geschehene an dessen Rändern, bis es irgendwann einfach nicht mehr wahrgenommen werden kann. Jetzt.
Falsche Neuronen werden auf falschen Bahnen in verkehrte Richtungen geschickt. Ausweiten der Randzonen...Mode, Dresscode, Kleidung, Schuh, Hemd. Alles da, alles sitzt...perfekt. Ich lege das beste Parfüm auf, nur um gesehen und somit wahrgenommen zu werden. Ist das nötig? Ja! Der Pony blockiert den Zugang zu ihrer Welt. Lässig bläst sie ihn sich von der schweißnassen Stirn. Aber da bin ich längst schon die Straße entlang und nach Hause gelaufen.
Die blonden Haare hängen ihr auf der linken Seite lässig ins Gesicht. Das sieht sexy aus. “Ich kann deinen Pony sehen”, sage ich zu ihr. “Welchen Pony?”, meint sie. “Na da vorne bei dir am Haaransatz. Das sieht chic aus.”, erwidere ich. “ Ach das meinst du. Sag das doch.” - Nichtverstehen. Fängt meist mit Kleinigkeiten an und artet dann wahnsinnig aus. Dabei sieht der hübsche Pony, der ihr von vorne ins Gesicht fällt wirklich äußerst sexy aus. Ich muss das feststellen. Dahinter liegen ihre wachen Augen. Augen, die die Welt um sie herum erkunden, wahrnehmen und das Wahrgenommene wie ein Schwamm aufsaugen. Der Sehnerv meldet das dann dem Gehirn...dieses sagt “Welt” zu uns. Der Prozess der Wahrnehmung: einzigartig, komplex, differenziert. Was wird wie wahrgenommen, wie viel und warum? Oberweite, Automarke, Bundesligatabelle! Als Mann stößt man ganz schnell auch mal an die Grenzen des Möglichen. Was bleibt davon hängen? Natürlich nur das Wichtigste. So gucken ihre Augen also neugierig hinter dem goldgelben Pony hervor, hinaus in die Welt und sehen mich. Werde ich überhaupt wahrgenommen? Scheint so, doch dann kommen Zweifel auf. Sie sieht mich nicht, blendet mich aus ihrem Gesichtsfeld aus. Besagter Nerv meldet
“Nichtbeachten” an ihre zentrale Verarbeitungsstelle im Kopf. Sie geht weiter...alles ist wie vorher, nur etwas Zeit ist inzwischen vergangen. Nichtbeachtet stehe ich dann da, an der Ecke, an eine Hauswand gelehnt, nachdenklich. Nikotinabhängige würden nun eine rauchen, ich hingegen begnüge ich mit einem Kaugummi - tropic-peach. Schmeckt zuerst irgendwie grauenhaft, dann neutral und aufgebraucht. Ich werfe das Kaugummi achtlos in den Müll. Wenn das Gesichtsfeld eingeschränkt ist, verschwimmt das Geschehene an dessen Rändern, bis es irgendwann einfach nicht mehr wahrgenommen werden kann. Jetzt.
Falsche Neuronen werden auf falschen Bahnen in verkehrte Richtungen geschickt. Ausweiten der Randzonen...Mode, Dresscode, Kleidung, Schuh, Hemd. Alles da, alles sitzt...perfekt. Ich lege das beste Parfüm auf, nur um gesehen und somit wahrgenommen zu werden. Ist das nötig? Ja! Der Pony blockiert den Zugang zu ihrer Welt. Lässig bläst sie ihn sich von der schweißnassen Stirn. Aber da bin ich längst schon die Straße entlang und nach Hause gelaufen.
bflo - 1. Aug, 13:50
