Montag, 28. Juli 2008

Yes, we can!

Sonntag, 27. Juli, München

Ich muss wohl wieder etwas merkwürdiges geträumt haben...UNRUHE. Ich stoße mit meinem Fuß so heftig an das große Kissen am Bettende, dass mein CD-Turm krachend umkippt. Dadurch schrecke ich hoch...aber wie. KRASS. Es ist nichts kaputt gegangen, wie ich augenscheinlich feststelle, nur die Halterung der Schwingtür hat sich gelockert und ein paar Discs liegen auf dem Boden verstreut - harmlos. Ich linse schlaftrunken auf meinen Wecker und stelle fest, dass es erst sechs Uhr morgens ist...na prima. Zum Glück falle ich schnell zurück in einen festen, traumlosen Schlaf.
Philosophie beschäftigt mich. Über was ich nicht schon sinniert habe: “Sein und Zeit”, “den Krieg aller gegen alle” oder den “kategorischen Imperativ”. Durch das Studium an der Universität bedingt begegnet mir vieles davon immer und immer wieder. Die Existenzialisten beeindrucken mich, Kant verstehe ich meistensnicht richtig und Hegel finde ich geheimnissvoll. Heute will ich mir über Schopenhauer Gedanken machen. Eigentlich schon falsch, denn von wollen kann keine Rede sein. Schopenhauers Satz: “Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will!”, sollte mich noch eine zeitlang beschäftigen. Das ist in der Tat eine wichtige Frage...ist unser Wille wirklich nicht frei, sondern wird von irgendwem, von irgendwoher irgenwie gesteuert? Die Experimente Libets scheinen dies ja auch zu untermauern. Ich will keine Abhandlung darüber schreiben, aber wenn ich etwas tue, weil ich denke, dass ich es will, es aber nur tun und nicht wollen kann, dann beschäftigt mich das schon. Ein interessantes Phänomen. Ich kann mir zwar Semmeln kaufen, aber ich kann nicht wollen, dass ich sie kaufe. Ich kann die Bank zwar überfallen, aber ist das auch mein Wille? Besonders im Bereich Verbrechen und Kriminalität würde die Unfreiheit des Willens eine völlig neue Rechtssprechung bedeuten. Aber was ist mit der Liebe? Wenn ich zwar lieben, aber das nicht wollen kann, wer braucht dann noch die Liebe? Ich beschließe für mich, dass Schopenhauers Gedanke zwar interessant, aber nicht richtig ist. Zumindest nicht vollständig. Oder doch? Ich werde weiter darüber nachdenken, auch wenn ich das wirklich gar nicht wollen könnte. Es ist immer besser, das getane auch als gewollt nachvollziehen zu können...ansonsten gäbe es kaum noch Selbstvertrauen. Darum sage ich: “Ja ich will!”

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