Donnerstag, 5. Juni 2008

Durch den Regen

Mittwoch, 04. Juni, München

Die Hitze der letzten Tage fordert ihren Tribut, denn schlagartig verdunkelt sich der Himmel und ein Gewitter zieht auf. Dicke, schwarze Regenwolken stehen bleiern in der Luft. Es ist die Ruhe vor dem Sturm, denn ich kann fühlen, dass es gleich losgehen wird. Schließlich will ich doch losradeln, kehre aber nach knapp einhundert Metern wieder um. Der Himmel öffnet seine Schleusen und es beginnt in Strömen zu regnen.
Als der Niederschlag etwas schwächer wird, muss ich dann aber doch los. Es war schon spät geworden und ich wollte heim. Das Wetter war nicht wirklich bessern geworden, aber ich kämpfte mich trotzdem mit dem Fahrrad durch die langsam einsetzende Dunkelheit. Von meinem Helm perlten die einzelnen Tropfen ab und ließen meine Ohren ganz feucht werden. Nässe peitschte mir ins Gesicht, aber ich kämpfe mich trotzdem über den schwarzen Asphalt. Meine Hose war vom vielen Regen bereits völlig durchnässt und klebte an den Oberschenkeln. Von unten spritzte Wasser von der Straße gegen meine Schuhe. Langsam sogen sich auch die Socken mit Regen voll. Aber ich wollte, ja ich musste weiter.
Es ist immer eine Frage des Kopfes, denn der muss wollen, auch wenn der Körper längst nicht mehr will.
Ziemlich außer Puste kam ich dann zu Hause an, zog die nassen Klamotten aus und stellte mich unter die Dusche. Was für eine Schlacht.

Disconnect

Dienstag, 03. Juni, München

Wie abhängig der Mensch mittlerweile vom Internet ist, musste ich gestern feststellen. Gegen Abend kam der große Regen, Gewitterwolken zogen auf, es begann zu regnen und aus den anfänglich harmlos wirkenden Windböen wurde ein richtiger Sturm. Bei gedämpftem, aber ausreichendem Licht, saß ich vor meinem PC. Der matt-glänzende Flachbildschirm flimmerte ruhig vor sich hin und ich wollte mit dem Schreiben beginnen. Plötzlich wurde die Internetverbindung gekappt, noch bevor ich meine Emails abrufen konnte. Ich starrte auf den Boden, auf mein Modem, an dem alles wild blinkte und flackerte. Die LED-Lämpchen spielten Straßenverkehr, imitierten eine Ampel, funkelten abwechselnd rot, gelb und grün. Dann sind drei von ihnen endgültig erloschen. Nur noch die Netzsteckerkontrollleuchte verharrte in angenehmem Hellgrün. Brav. Ich versuchte zwei Stunden lang, den Fehler zu korrigieren, habe das Modem neu gestartet, geupdatet und zig Mal neu gebootet, aber es half nichts. Um Zehn Uhr dann habe ich meine Arbeit beendet. Ohne Internet konnte ich die wichtige Mail nicht abrufen und meine Antwort darauf nicht verschicken. Ohne Internet konnte ich nicht online veröffentlichen, weshalb auch das Schreiben keinen Sinn hatte. Freunde um diese Uhrzeit noch mit meinem Problem zu belästigen, wagte ich nicht. Man ist ja beinahe aufgeschmissen ohne die globale Vernetzung heutzutage…was will man also machen. Ich nutzte den angebrochenen Abend, um weiter in einem guten Buch zu lesen. Auch irgendwie ganz nett.
Heute Morgen dann den PC gestartet und online gegangen. Plötzlich war alles wieder so, als wäre nichts gewesen.
The storm was over.

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