Wie gewonnen...
Freitag, 05. Dezember, München
5, 7, 34, 39 und 44...Boom, es knallt an einem Samstagabend! Gebannt sitzt er auf der Couch vor dem Fernsehapparat und kann sein Glück kaum fassen. Die Welt verschwimmt vor seinen Augen und er schaut abwechselnd zuerst auf den verknitterten Lottoschein und dann sofort wieder zum TV-Gerät. Es stimmt tatsächlich. Bei der Ziehung fällt jetzt noch die 15, die er leider nicht auf seinem Schein angekreuzt hat und auch die Zusatzzahl stimmt nicht mit seiner überein, aber fünf Richtige sind Wahnsinn. Der Hartz IV-Empfänger muss sich sofort setzen und stürzt ein volles Glas Wasser in einem Zug hinunter.
Den Sonntag verbring er alleine zu Hause, hält still und sagt zu keinem ein Wort.
Am Montag, ganz früh schon, betritt er die Lottoannahmestelle “Glückshafen” in Hamburg Altona. Dann verlässt er das Gebäude wieder, um 3834 Euro reicher. Er ist ein König. Die Taschen voller Geld schlendert er die lange Allee hinunter, bis er den kleinen Secound-Hand-Laden erreicht. Ein neuer Anzug, eine stattliche Hose und eine neue Seidenkrawatte. Bar bezahlt, versteht sich. Er ist ein neuer Mensch, fühlt sich frei und die Welt scheint ihm offen zu stehen. Was vorher eng und verschlossen war, ist jetzt weit und scheint grenzenlos offen. Er informiert seine Freunde, die wenigen die ihm noch geblieben waren. Er begleicht all seine Schulden, bezahlt Rechnungen und zerreißt Schuldschein um Schuldschein. Seine Sorgen werden weniger, aber auch sein Barvermögen beginnt zu schrumpfen. Doch die Rolle aus hellgrünen Scheinen fühlt sich noch dick und wohlgenährt an, liegt sie auch schwer in der Tasche. Er hat seine Freiheit. Dann trifft er auf der Straße zufällig einen alten Bekannten. Geld schuldet er ihm keines, aber dennoch erzählt er ihm von seinem Glück und dem unverhofften Geldsegen. Der Teufel in Menschengestalt redet auf den Glückspilz ein, schleift ihn in das nächste Casino und pflanzt ihn an einen Spieltisch. 17 + 4, Roulette und Poker...das ganze Programm. Da sitzt er, der Ahnungslose, und verspielt Euro um Euro. Mal gewinnt er ein paar Groschen zurück, aber der Einsatz ist hoch und zumeist ist der Glückspilz auf der Verliererstraße. Nach drei Stunden verlassen sie das Casino, treten hinaus auf die Straße, um etliche Euro ärmer. Der Teufel weicht von seinem Opfer, überlässt den Geschundenen wieder sich selbst. Der geht in seine Stammkneipe, mittlerweile war es Abend geworden, und stellt sich wie immer an den Tresen um noch ein paar Bier zu trinken und den Tag zu feiern. Etwas Geld ist ja noch übrig und er ist immer noch der König. Er zahlt seinen kompletten Deckel, eine stattliche Summe, und das Geld wird wieder weniger. Der Wirt ist überrascht, sieht er doch nach dreizehn Monaten Deckelschreiben wieder einmal Geld. Dann kommt ein weiterer Freund, fordert barsch eine Summe ein, die er dem Glücklichen vor einigen Wochen geliehen hat. Der händigt ihm die letzten grünen Scheine aus, sein letztes Geld, den letzten Teil des Lottogewinns. Nun hat er nichts weiter als ein paar Euro in der Tasche und ein bezahltes Bier vor sich auf dem Tresen. Trotzdem blickt er stolz nach vorn, die Zukunft kommt auf ihn zu. Er ist wieder so arm, wie zuvor, aber trotzdem zufrieden. Leicht, ja leicht fühlt er sich. Er nimmt die Flasche in die Hand, trinkt einen Schluck und zuckt die Schultern. Der Wirt lächelt.
Der Arme hat keine Sorgen, muss sich nicht mehr kümmern, dass sein Geld verloren geht.
5, 7, 34, 39 und 44...Boom, es knallt an einem Samstagabend! Gebannt sitzt er auf der Couch vor dem Fernsehapparat und kann sein Glück kaum fassen. Die Welt verschwimmt vor seinen Augen und er schaut abwechselnd zuerst auf den verknitterten Lottoschein und dann sofort wieder zum TV-Gerät. Es stimmt tatsächlich. Bei der Ziehung fällt jetzt noch die 15, die er leider nicht auf seinem Schein angekreuzt hat und auch die Zusatzzahl stimmt nicht mit seiner überein, aber fünf Richtige sind Wahnsinn. Der Hartz IV-Empfänger muss sich sofort setzen und stürzt ein volles Glas Wasser in einem Zug hinunter.
Den Sonntag verbring er alleine zu Hause, hält still und sagt zu keinem ein Wort.
Am Montag, ganz früh schon, betritt er die Lottoannahmestelle “Glückshafen” in Hamburg Altona. Dann verlässt er das Gebäude wieder, um 3834 Euro reicher. Er ist ein König. Die Taschen voller Geld schlendert er die lange Allee hinunter, bis er den kleinen Secound-Hand-Laden erreicht. Ein neuer Anzug, eine stattliche Hose und eine neue Seidenkrawatte. Bar bezahlt, versteht sich. Er ist ein neuer Mensch, fühlt sich frei und die Welt scheint ihm offen zu stehen. Was vorher eng und verschlossen war, ist jetzt weit und scheint grenzenlos offen. Er informiert seine Freunde, die wenigen die ihm noch geblieben waren. Er begleicht all seine Schulden, bezahlt Rechnungen und zerreißt Schuldschein um Schuldschein. Seine Sorgen werden weniger, aber auch sein Barvermögen beginnt zu schrumpfen. Doch die Rolle aus hellgrünen Scheinen fühlt sich noch dick und wohlgenährt an, liegt sie auch schwer in der Tasche. Er hat seine Freiheit. Dann trifft er auf der Straße zufällig einen alten Bekannten. Geld schuldet er ihm keines, aber dennoch erzählt er ihm von seinem Glück und dem unverhofften Geldsegen. Der Teufel in Menschengestalt redet auf den Glückspilz ein, schleift ihn in das nächste Casino und pflanzt ihn an einen Spieltisch. 17 + 4, Roulette und Poker...das ganze Programm. Da sitzt er, der Ahnungslose, und verspielt Euro um Euro. Mal gewinnt er ein paar Groschen zurück, aber der Einsatz ist hoch und zumeist ist der Glückspilz auf der Verliererstraße. Nach drei Stunden verlassen sie das Casino, treten hinaus auf die Straße, um etliche Euro ärmer. Der Teufel weicht von seinem Opfer, überlässt den Geschundenen wieder sich selbst. Der geht in seine Stammkneipe, mittlerweile war es Abend geworden, und stellt sich wie immer an den Tresen um noch ein paar Bier zu trinken und den Tag zu feiern. Etwas Geld ist ja noch übrig und er ist immer noch der König. Er zahlt seinen kompletten Deckel, eine stattliche Summe, und das Geld wird wieder weniger. Der Wirt ist überrascht, sieht er doch nach dreizehn Monaten Deckelschreiben wieder einmal Geld. Dann kommt ein weiterer Freund, fordert barsch eine Summe ein, die er dem Glücklichen vor einigen Wochen geliehen hat. Der händigt ihm die letzten grünen Scheine aus, sein letztes Geld, den letzten Teil des Lottogewinns. Nun hat er nichts weiter als ein paar Euro in der Tasche und ein bezahltes Bier vor sich auf dem Tresen. Trotzdem blickt er stolz nach vorn, die Zukunft kommt auf ihn zu. Er ist wieder so arm, wie zuvor, aber trotzdem zufrieden. Leicht, ja leicht fühlt er sich. Er nimmt die Flasche in die Hand, trinkt einen Schluck und zuckt die Schultern. Der Wirt lächelt.
Der Arme hat keine Sorgen, muss sich nicht mehr kümmern, dass sein Geld verloren geht.
bflo - 7. Dez, 23:38
