Findet Nemo
Freitag, 28. November, München
Die Fische schauen mich mit neugierigen und verängstigten Augen an, als ich sie aus dem Aquarium fische und in die transparente Plastiktüte umsetzte. Der einhundert Liter fassende Glaskasten hat am Boden und an den Scheiben schon wieder Algen angesetzt. Grün schimmert es schmierfilmartig im fahlen Sonnenlicht. Mein Kescher zischt durch das Wasser als ich die Fische einzeln einfange. Leider gelingt es mir immer nur je eines der kleinen Tierchen zu fassen, denn sie sind viel schneller und zu dem vorsichtig, da verängstigt. Mit dem Schlauch sauge ich etwas altes Wasser aus dem Aquarium und leite es in die Plastiktüte. Die Fische sind aufgewühlt, fühlen sich nicht wohl...verständlich. Irgendwann bin ich fertig, packe zwei Tüten mit je sechs und je sieben Fischen in einen schwarzen Plastikeimer und fülle auch diesen mit Wasser. Dann gehe ich hinaus in die Kälte und zum Auto. Vorsichtig fahren, nichts überschwappen lassen. Ich trete sehr behutsam auf die Bremse, schalte gefühlvoll um Erschütterungen zu vermeiden. Zum Glück ist es heute nicht ganz so kalt. Ein Freund von mir hat auch ein großes Aquarium, viele Fische und sich bereiterklärt, die kleinen Tierchen zu übernehmen.
Was bleibt nach dem Tod übrig?
Fische als mein Erbe. Ich muss sie leider abgeben, hilft nichts. Nun haben sie es besser...sauberes Wasser und viele kleine Kollegen. Die Tüten werden zum Akklimatisieren zunächst verschlossen oben aufs Wasser gelegt. Nach dem Öffnen dauert es nicht lange und sie schwimmen freudig in ihr neues Zuhause. Ich bin zufrieden. Die ersten Tage müssen sie überleben, dann passt alles. Das wir schon werden, da bin ich ganz sicher. Es sieht sehr gut aus. Eine Katze bleibt mir noch, die sitzt im Haus und wartet. Aber auch sie ist schon so gut wie vermittelt, eine neue Heimat gefunden. Erst dann ist alles abgeschlossen, das Kapitel zu Ende und ich auf der letzten Buchseite angekommen. Ich werde den Einband zuschlagen und das Buch zur Seite legen. Es ist an der Zeit, ein Neues zur Hand zu nehmen. Dinge müssen beendet werden, damit andere beginnen können. Mit den Gedanken irgendwo weit weg gehe ich hinaus auf die Straße, die kleine Anhöhe hinunter, talwärts. Der Abstieg kann anstrengender sein, als man denk. Bergsteigen, das ist hart...sagt man so. Aber talwärts, das kann auch ganz schön Kräfte raubend sein. Der Weg...steinig und steil. Konzentration ist gefordert, um nicht zu stürzen. Ich strauchle, aber falle nicht.
Die Fische schauen mich mit neugierigen und verängstigten Augen an, als ich sie aus dem Aquarium fische und in die transparente Plastiktüte umsetzte. Der einhundert Liter fassende Glaskasten hat am Boden und an den Scheiben schon wieder Algen angesetzt. Grün schimmert es schmierfilmartig im fahlen Sonnenlicht. Mein Kescher zischt durch das Wasser als ich die Fische einzeln einfange. Leider gelingt es mir immer nur je eines der kleinen Tierchen zu fassen, denn sie sind viel schneller und zu dem vorsichtig, da verängstigt. Mit dem Schlauch sauge ich etwas altes Wasser aus dem Aquarium und leite es in die Plastiktüte. Die Fische sind aufgewühlt, fühlen sich nicht wohl...verständlich. Irgendwann bin ich fertig, packe zwei Tüten mit je sechs und je sieben Fischen in einen schwarzen Plastikeimer und fülle auch diesen mit Wasser. Dann gehe ich hinaus in die Kälte und zum Auto. Vorsichtig fahren, nichts überschwappen lassen. Ich trete sehr behutsam auf die Bremse, schalte gefühlvoll um Erschütterungen zu vermeiden. Zum Glück ist es heute nicht ganz so kalt. Ein Freund von mir hat auch ein großes Aquarium, viele Fische und sich bereiterklärt, die kleinen Tierchen zu übernehmen.
Was bleibt nach dem Tod übrig?
Fische als mein Erbe. Ich muss sie leider abgeben, hilft nichts. Nun haben sie es besser...sauberes Wasser und viele kleine Kollegen. Die Tüten werden zum Akklimatisieren zunächst verschlossen oben aufs Wasser gelegt. Nach dem Öffnen dauert es nicht lange und sie schwimmen freudig in ihr neues Zuhause. Ich bin zufrieden. Die ersten Tage müssen sie überleben, dann passt alles. Das wir schon werden, da bin ich ganz sicher. Es sieht sehr gut aus. Eine Katze bleibt mir noch, die sitzt im Haus und wartet. Aber auch sie ist schon so gut wie vermittelt, eine neue Heimat gefunden. Erst dann ist alles abgeschlossen, das Kapitel zu Ende und ich auf der letzten Buchseite angekommen. Ich werde den Einband zuschlagen und das Buch zur Seite legen. Es ist an der Zeit, ein Neues zur Hand zu nehmen. Dinge müssen beendet werden, damit andere beginnen können. Mit den Gedanken irgendwo weit weg gehe ich hinaus auf die Straße, die kleine Anhöhe hinunter, talwärts. Der Abstieg kann anstrengender sein, als man denk. Bergsteigen, das ist hart...sagt man so. Aber talwärts, das kann auch ganz schön Kräfte raubend sein. Der Weg...steinig und steil. Konzentration ist gefordert, um nicht zu stürzen. Ich strauchle, aber falle nicht.
bflo - 1. Dez, 00:25
