Negligé
Sonntag, 16. November, München
Zeit abzuschalten. Andere Themen müssen in den Fokus rücken. Es ist ein kalter Vormittag, ich ziehe die Mütze tiefer in die Stirn und schlüpfe in meine Handschuhe. Der Atem kondensiert an der eiskalten Luft und formt ein Wolkengebilde aus meinem Mund. Leere Sprechblase. Jeder meiner Schritte dröhnt über das Pflaster. Ich will weg. Weg aus Deutschland, aus der Enge irgendwohin. Die Umgebung schnürt mich ein, raubt mir die Luft zum leben. Die Gedanken sind schwer. Im Seminar sitzt mir ein hübsches Mädchen gegenüber und lächelt mich an. Unter ihrem Oberteil schaut eine Art Negligé hervor, das aus einer Art Gardinenstoff gewirkt scheint. Das Ganze gleicht eher dem Soff, aus dem sonst nur Damenslips hergestellt sind, nur etwas dünner. Sieht irgendwie süß aus...das Mädchen auch. Draußen beginnt es zu Regnen. Später in der U-Bahn stehe ich in einer großen Menschenmenge. Immer noch drängen Leute in den eigentlich vollen Wagen. Dann schließen sich die Türen und es beginnt plötzlich unangenehm zu riechen. Blähungen...irgendwer...nein! Dann endlich raus aus dem Zug und an die frische Luft. Manchmal können öffentliche Verkehrsmittel die Hölle sein. Die Umkleidekabine in der Schwimmhalle ist so niedrig konstruiert, dass ich oben über den Abschluss der Türe sehen kann. Kalt ist es, das Wasser hingegen angenehm warm. Ich ziehe meine Bahnen und vergesse. Es ist ziemlich viel los, aber dennoch gibt es die Gelegenheit, sich freizuschwimmen. Wasser spritzt an meinen Ohren vorbei, ich bekomme einen Tritt in die Magengrube. Es ist doch recht viel los. Kurz tauche ich unter...Reinigung. Wasser perlt an meinem Körper ab, als ich aus dem Wasser hervorschnelle. Ich wische mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht, von der Stirn und schwimme weiter. Die Kraft kommt aus Armen und Beinen. Zügig gleite ich durchs Wasser, koordiniere meine Gliedmaßen synchron und zische durchs Wasser, wie ein warmes Messer durch Butter. Die Dusche am Ende tut unendlich gut. Erneut ein Akt der Reinigung, ein Zeichen für einen Neuanfang. Shampoo läuft meinen Oberkörper hinunter und bildet eine schaumige Pfütze am Boden. Nach dem Anziehen föhne ich meine Haare, setzte die Mütze wieder auf und gleite hinaus in die Dunkelheit. Mein Arm riecht angenehm nach frischem Jasmin. Eine neue Haut...
Zeit abzuschalten. Andere Themen müssen in den Fokus rücken. Es ist ein kalter Vormittag, ich ziehe die Mütze tiefer in die Stirn und schlüpfe in meine Handschuhe. Der Atem kondensiert an der eiskalten Luft und formt ein Wolkengebilde aus meinem Mund. Leere Sprechblase. Jeder meiner Schritte dröhnt über das Pflaster. Ich will weg. Weg aus Deutschland, aus der Enge irgendwohin. Die Umgebung schnürt mich ein, raubt mir die Luft zum leben. Die Gedanken sind schwer. Im Seminar sitzt mir ein hübsches Mädchen gegenüber und lächelt mich an. Unter ihrem Oberteil schaut eine Art Negligé hervor, das aus einer Art Gardinenstoff gewirkt scheint. Das Ganze gleicht eher dem Soff, aus dem sonst nur Damenslips hergestellt sind, nur etwas dünner. Sieht irgendwie süß aus...das Mädchen auch. Draußen beginnt es zu Regnen. Später in der U-Bahn stehe ich in einer großen Menschenmenge. Immer noch drängen Leute in den eigentlich vollen Wagen. Dann schließen sich die Türen und es beginnt plötzlich unangenehm zu riechen. Blähungen...irgendwer...nein! Dann endlich raus aus dem Zug und an die frische Luft. Manchmal können öffentliche Verkehrsmittel die Hölle sein. Die Umkleidekabine in der Schwimmhalle ist so niedrig konstruiert, dass ich oben über den Abschluss der Türe sehen kann. Kalt ist es, das Wasser hingegen angenehm warm. Ich ziehe meine Bahnen und vergesse. Es ist ziemlich viel los, aber dennoch gibt es die Gelegenheit, sich freizuschwimmen. Wasser spritzt an meinen Ohren vorbei, ich bekomme einen Tritt in die Magengrube. Es ist doch recht viel los. Kurz tauche ich unter...Reinigung. Wasser perlt an meinem Körper ab, als ich aus dem Wasser hervorschnelle. Ich wische mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht, von der Stirn und schwimme weiter. Die Kraft kommt aus Armen und Beinen. Zügig gleite ich durchs Wasser, koordiniere meine Gliedmaßen synchron und zische durchs Wasser, wie ein warmes Messer durch Butter. Die Dusche am Ende tut unendlich gut. Erneut ein Akt der Reinigung, ein Zeichen für einen Neuanfang. Shampoo läuft meinen Oberkörper hinunter und bildet eine schaumige Pfütze am Boden. Nach dem Anziehen föhne ich meine Haare, setzte die Mütze wieder auf und gleite hinaus in die Dunkelheit. Mein Arm riecht angenehm nach frischem Jasmin. Eine neue Haut...
bflo - 19. Nov, 18:38
