Zusammen im Zeitraffer
Montag, 03. November, München
Wir hätten uns gesehen, doch daraus wurde wie so oft nichts. Die gemeinsame S-Bahn war ausgemacht, der Treffpunkt im Wageninneren vereinbart. Ich unterstelle ihr keine Böswilligkeit, keine Absicht. Es war wohl einfach ein unglücklicher Umstand, der uns heute nicht zusammen geführt hat und dies auch morgen oder die nächsten Tage nicht tun wird. Ich werde traurig; traurig wie die Sonne, die hoch am Himmel steht und nicht durch die dichte Wolkendecke brechen kann. Traurig wir die letzten Grashalme, die vom Morgentau gebeugt werden und unter der Last des ersten Frostes kläglich zusammen brechen. Sie ist einzigartig und irgendwie liebe ich sie, aber der heutige Tag hätte mir die Möglichkeit gegeben, zu testen ob ich sie noch so toll finde wie bei unserer letzten Begegnung. Wie lange das schon her ist...unbeschreiblich lange. Missmutig sitze ich im Zug, fahre in den erwachenden Morgen und bin mit meinen Gedanken irgendwo weit weg, losgelöst von allen irdischen Gegebenheiten. Wegen ihr; wegen ihr, die nach Südafrika ging und wieder zurückkam. Wie lange das schon her ist...unbeschreiblich lange. Später treffe ich einen Freund und wir trinken einen Kaffee unten, bei den Sitzecken vor dem Aufgang zur Cafeteria.
Dann treffe ich sie. Leider ist sie nicht die, die nach Südafrika ging und wieder zurückkam, sondern eine ganz andere. In diesem Blog wurde bereits darüber berichtet. Sie hätte mich beinahe mein Studium gekostet. Sie, das ist die, an deren Wohnung ich mich zu nahe heran gewagt habe. Ich hatte Alkohol getrunken als das geschah. Sie, die alles zerstört hat...von einem auf den anderen Tag, einfach so. Sie, die mir keine zweite Chance gegeben hat, sitzt nun einfach da. Was soll sie auch tun, spricht ja nicht mehr mit mir. Ich beobachte sie aus der Distanz. Hat ihre Haare gefärbt, also wohl ein neuer Freund. Frauen wechseln die Frisur, sobald sie in einen neuen Lebensabschnitt eintreten. Sie hat sich etwas verändert, ich muss mindestens zweimal hinsehen, um sie zu erkennen. Sie ist in ein rapsgelbes Reclam-Buch vertieft und sieht nicht zu mir rüber. Ich werde schon wieder traurig, aber denke mir, dass die gemeinsamen Stunden mit ihr doch toll waren. Wie lange das schon her ist...unbeschreiblich lange. Sie geht vor mir, packt ihre Tasche, steckt ihr Mäppchen ein (alles noch dieselben Sachen wie damals) und steht auf. Nun hat sie mich gesehen, aber sie hat mich sicher schon davor bemerkt. Ich sehe ein Lächeln, kurz. Einbildung? Weiß nicht...lächle zurück. Nichts als Kälte. Sie steht auf, dreht sich um und geht. Die Worte meines Freundes verlassen seinen Mund aber dringen nicht an mein Ohr. Ich blicke ihr nach bis sie gänzlich verschwunden ist. Sie raucht. Das hat sie früher nicht gemacht...zumindest glaube ich das; wer weiß.
Wir hätten uns gesehen, doch daraus wurde wie so oft nichts. Die gemeinsame S-Bahn war ausgemacht, der Treffpunkt im Wageninneren vereinbart. Ich unterstelle ihr keine Böswilligkeit, keine Absicht. Es war wohl einfach ein unglücklicher Umstand, der uns heute nicht zusammen geführt hat und dies auch morgen oder die nächsten Tage nicht tun wird. Ich werde traurig; traurig wie die Sonne, die hoch am Himmel steht und nicht durch die dichte Wolkendecke brechen kann. Traurig wir die letzten Grashalme, die vom Morgentau gebeugt werden und unter der Last des ersten Frostes kläglich zusammen brechen. Sie ist einzigartig und irgendwie liebe ich sie, aber der heutige Tag hätte mir die Möglichkeit gegeben, zu testen ob ich sie noch so toll finde wie bei unserer letzten Begegnung. Wie lange das schon her ist...unbeschreiblich lange. Missmutig sitze ich im Zug, fahre in den erwachenden Morgen und bin mit meinen Gedanken irgendwo weit weg, losgelöst von allen irdischen Gegebenheiten. Wegen ihr; wegen ihr, die nach Südafrika ging und wieder zurückkam. Wie lange das schon her ist...unbeschreiblich lange. Später treffe ich einen Freund und wir trinken einen Kaffee unten, bei den Sitzecken vor dem Aufgang zur Cafeteria.
Dann treffe ich sie. Leider ist sie nicht die, die nach Südafrika ging und wieder zurückkam, sondern eine ganz andere. In diesem Blog wurde bereits darüber berichtet. Sie hätte mich beinahe mein Studium gekostet. Sie, das ist die, an deren Wohnung ich mich zu nahe heran gewagt habe. Ich hatte Alkohol getrunken als das geschah. Sie, die alles zerstört hat...von einem auf den anderen Tag, einfach so. Sie, die mir keine zweite Chance gegeben hat, sitzt nun einfach da. Was soll sie auch tun, spricht ja nicht mehr mit mir. Ich beobachte sie aus der Distanz. Hat ihre Haare gefärbt, also wohl ein neuer Freund. Frauen wechseln die Frisur, sobald sie in einen neuen Lebensabschnitt eintreten. Sie hat sich etwas verändert, ich muss mindestens zweimal hinsehen, um sie zu erkennen. Sie ist in ein rapsgelbes Reclam-Buch vertieft und sieht nicht zu mir rüber. Ich werde schon wieder traurig, aber denke mir, dass die gemeinsamen Stunden mit ihr doch toll waren. Wie lange das schon her ist...unbeschreiblich lange. Sie geht vor mir, packt ihre Tasche, steckt ihr Mäppchen ein (alles noch dieselben Sachen wie damals) und steht auf. Nun hat sie mich gesehen, aber sie hat mich sicher schon davor bemerkt. Ich sehe ein Lächeln, kurz. Einbildung? Weiß nicht...lächle zurück. Nichts als Kälte. Sie steht auf, dreht sich um und geht. Die Worte meines Freundes verlassen seinen Mund aber dringen nicht an mein Ohr. Ich blicke ihr nach bis sie gänzlich verschwunden ist. Sie raucht. Das hat sie früher nicht gemacht...zumindest glaube ich das; wer weiß.
bflo - 5. Nov, 17:36
