Xylophon-Rocker
Freitag, 31. Oktober, München
Die Fußgängerzone füllt sich langsam, denn viele wollen ihn sehen. Den Wagen hat er sich von einem Freund geliehen, da der Transport seiner riesigen Instrumente mit den öffentlichen Verkehrsmitteln äußerst umständlich und eigentlich unmöglich ist. So kommt er gut zurecht. Er öffnet die massiven Flügeltüren des “Sprinter” und blickt in das Innere. Mit dicken Spanngurten hat er die beiden wertvollen Xylophone im Innenraum des Fahrzeugs befestigt, damit sie nicht unkontrollierte und wild hin und her fliegen. Alleine ist das Ausladen doch recht mühsam, aber es geht. Zu Hause hatte er das Verladen mit seinem Bruder besorgt. Kalt ist es, aber der Wetterbericht hatte trockene Witterung versprochen. Das wäre so wichtig. Er parkt das Fahrzeug nach dem Entladen ganz in der Nähe und kehrt sofort zu seinen Instrumenten zurück. In der rechten Hand trägt er dabei einen kleinen silbernen Koffer. Als er ihn öffnet kann man erkennen, dass er innen mit rotem Samt ausgelegt ist. Geldverdienen. Ordentlich stellt er das Köfferchen vor die Instrumente und schlichtet die selbst gemachten und in Eigenproduktion selbst vervielfältigten Musik-CDs vor sich auf den Boden. Ein kleines Zubrot, denn für ein paar Euro kann man seine Stücke auch käuflich erwerben und immer wieder anhören. Für die Ewigkeit. Alles selbst komponiert. Sozusagen der Bohlen der Xylophonmusik. Dann legt er los. Mit den beiden Schlegeln beherrscht er seine Instrumente. Manchmal scheinen seine Bewegungen wild und unkontrolliert, aber dennoch macht alles Sinn und fügt sich zu einem harmonischen Ganzen zusammen. So gibt er den ganzen Tag über alles; für sich, die Musik und sein Publikum. Es bleibt trocken. Den Menschen scheint es zu gefallen. Münzen fliegen in das Köfferchen und einige von ihnen werden von leuchtenden Geldscheinen bedeckt. Ein guter Tag.
Ich verharre ein paar Minuten, lausche dem Virtuosen und sauge die Klänge in mich ein. Mein Euro landet klirrend auf einem kleinen Haufen aus Centstücken. Er schwebt beinahe von selbst in den Koffer. Zaubermelodien. Als es dunkel wird, verladen er und ein Bekannter die beiden Instrument wieder in den Transporter und fahren nach Hause. Ein erfolgreicher Tag. Zwei Vorstellungen sollen noch folgen; eine am Sonntag und eine am Montag. Dann geht es weiter...nach Bielefeld, Köln, Dortmund und Hamburg, Sein Zuhause ist die Reise, seine Wohnstube Deutschland. Irgendwie schlägt er sich schon durch; solange die Menschen seine Musik mögen, ist alles in Ordnung. Dann fährt er gemütlich über eine deutsche Autobahn in irgendeine nahe gelegene Stadt, um auch dort die Leute zu unterhalten. Auf der rechten Spur hält er beständig ein angemessenes Tempo und dabei läuft meistens eine Kassette. Die “Rolling Stones” hypnotisieren ihn und lassen ihn kurzzeitig zu dem werden, was er gerne sein will: Ein Rocker.
Die Fußgängerzone füllt sich langsam, denn viele wollen ihn sehen. Den Wagen hat er sich von einem Freund geliehen, da der Transport seiner riesigen Instrumente mit den öffentlichen Verkehrsmitteln äußerst umständlich und eigentlich unmöglich ist. So kommt er gut zurecht. Er öffnet die massiven Flügeltüren des “Sprinter” und blickt in das Innere. Mit dicken Spanngurten hat er die beiden wertvollen Xylophone im Innenraum des Fahrzeugs befestigt, damit sie nicht unkontrollierte und wild hin und her fliegen. Alleine ist das Ausladen doch recht mühsam, aber es geht. Zu Hause hatte er das Verladen mit seinem Bruder besorgt. Kalt ist es, aber der Wetterbericht hatte trockene Witterung versprochen. Das wäre so wichtig. Er parkt das Fahrzeug nach dem Entladen ganz in der Nähe und kehrt sofort zu seinen Instrumenten zurück. In der rechten Hand trägt er dabei einen kleinen silbernen Koffer. Als er ihn öffnet kann man erkennen, dass er innen mit rotem Samt ausgelegt ist. Geldverdienen. Ordentlich stellt er das Köfferchen vor die Instrumente und schlichtet die selbst gemachten und in Eigenproduktion selbst vervielfältigten Musik-CDs vor sich auf den Boden. Ein kleines Zubrot, denn für ein paar Euro kann man seine Stücke auch käuflich erwerben und immer wieder anhören. Für die Ewigkeit. Alles selbst komponiert. Sozusagen der Bohlen der Xylophonmusik. Dann legt er los. Mit den beiden Schlegeln beherrscht er seine Instrumente. Manchmal scheinen seine Bewegungen wild und unkontrolliert, aber dennoch macht alles Sinn und fügt sich zu einem harmonischen Ganzen zusammen. So gibt er den ganzen Tag über alles; für sich, die Musik und sein Publikum. Es bleibt trocken. Den Menschen scheint es zu gefallen. Münzen fliegen in das Köfferchen und einige von ihnen werden von leuchtenden Geldscheinen bedeckt. Ein guter Tag.
Ich verharre ein paar Minuten, lausche dem Virtuosen und sauge die Klänge in mich ein. Mein Euro landet klirrend auf einem kleinen Haufen aus Centstücken. Er schwebt beinahe von selbst in den Koffer. Zaubermelodien. Als es dunkel wird, verladen er und ein Bekannter die beiden Instrument wieder in den Transporter und fahren nach Hause. Ein erfolgreicher Tag. Zwei Vorstellungen sollen noch folgen; eine am Sonntag und eine am Montag. Dann geht es weiter...nach Bielefeld, Köln, Dortmund und Hamburg, Sein Zuhause ist die Reise, seine Wohnstube Deutschland. Irgendwie schlägt er sich schon durch; solange die Menschen seine Musik mögen, ist alles in Ordnung. Dann fährt er gemütlich über eine deutsche Autobahn in irgendeine nahe gelegene Stadt, um auch dort die Leute zu unterhalten. Auf der rechten Spur hält er beständig ein angemessenes Tempo und dabei läuft meistens eine Kassette. Die “Rolling Stones” hypnotisieren ihn und lassen ihn kurzzeitig zu dem werden, was er gerne sein will: Ein Rocker.
bflo - 1. Nov, 17:26
