Lichtdurchflutet

Dienstag, 14. Oktober, München

Es gibt das Licht am Ende des dunkelsten Tunnels nicht nur bevor man stirbt. Lichtblicke durchfluten meine Seele. Ein zartes Pflänzchen “Hoffnung” hat meine eher düstere Gemütsstimmung zu ihrem Ackerboden erwählt, um darauf zu wachsen, beinahe wie junger Löwenzahn der mitten in der Stadt auf schroffem Asphalt wächst. Von irgendwoher angeflogen schlägt der Samen seine Wurzeln in den harten Untergrund, vielleicht eben gerade dort, wo der pechschwarze Teer erste Kälterisse aufweist. Einmal festgewurzelt lässt er sich durch nichts mehr aufhalten, wächst und gedeiht, bis er seine Samen schließlich mit dem Wind erneut in alle Richtungen verteilt. Das macht Hoffnung. Es gibt sie, die Menschen, die mich zu brauchen scheinen, die froh darüber sind, mich nach den Semesterferien wieder zu sehen. Eine Umarmung komplettiert den herzlichen Empfang, Körperwärme fließt hin und her, draußen fallen die Blätter und es wird kälter. Wahrlich kann sich meine Universität nichts darauf einbilden, formal als Elite-Uni bezeichnet zu werden. Ich will in meine Vorlesung, in einen Raum, in dem ich noch nie zuvor gewesen bin. Seminarraum steht an der Türe und mir kommt das schon etwas komisch vor, denn Seminarräume sind in der Regel eher klein und für ein begrenztes Publikum konzipiert. Ich ergattere einen Sitzplatz, aber binnen weniger Minuten füllt sich der Raum. Einhundertfünfzig Lernwillige können rein und sind schließlich drin, aber mindestens doppelt so viele stehen noch draußen und müssen schließlich unverrichteter Dinge abziehen. Wir, die drin sind, machen gute Mine zum bösen Spiel. Die Vorlesung ist ja auch wirklich recht interessant. Persönlichkeitspsychologie...davon kann ich viel gebrauchen. Wer erklärt mir die Menschen? Nächste Woche dann auf ein Neues. Ich bin mir sicher, dass dann Viele schon viel früher vor diesem Raum stehen werden. Chaos jedoch nicht überall...es gibt auch gelungene Raumplanung...ab und zu. Das Gefühl dort gebraucht zu werde, tut gut. Natürlich werde ich auch von anderen Menschen an anderen Orten gebraucht, aber dort tu es besonders gut. Die, die aus Südafrika kam, kann ich dann für einige Zeit vergessen. Wenig später erfahre ich, dass sie wohl Probleme mit ihrem neuen Freund hat. Welcher Art diese Differenzen sind, weiß ich nicht. Das tut mir leid, aber ich weiß nicht, ob ich darüber traurig sein soll. Eine neue Chance? Weiß nicht, aber ich beschließe, dass sie mir doch weiterhin leid tut. Ein guter Tag.

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

alles gute für dich im...
alles gute für dich im neuen jahr ! ...und danke fürs...
fata morgana - 5. Jan, 10:11
Epilog/Das Jahr beginnt...
Donnerstag, 01. Januar, München Der Neujahrsmorgen...
bflo - 3. Jan, 17:26
Ein Herz am Himmel
Mittwoch, 31. Dezember, München In der letzten Nacht...
bflo - 2. Jan, 16:09
Waffenbrüder
Dienstag, 30. Dezember, München Ein Zimmer im Halbdunkel....
bflo - 1. Jan, 19:51
Glücksbote
Montag, 29. Dezember, München Er nimmt seine dicke...
bflo - 1. Jan, 16:31

Links

Suche

Status

Online seit 6737 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 5. Jan, 10:11

Credits


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren