Abschied - Ankunft
Freitag, 03. Oktober, Salzburg
Die Guten gehen immer zu früh. Thomas D. war einer von ihnen. Der ganze Hype um den kleinen Eisbären letztes Jahr hat mich eigentlich ziemlich kalt gelassen. Man konsumiert das, was einem die Medien vorsetzen, aber man kann dennoch selektieren. D. war mir von Anfang an sympathisch und sein plötzlicher Tod hat mich überrascht. Die Guten gehen immer zu früh. Manche haben ihn beneidet, um seine Popularität und den Ruhm, den er nie recht wollte. Ich habe ihn zumindest bewundert, für die Art und Weise, wie er damit umgegangen ist. Bescheiden, genügsam und mit sich und der Welt im Reinen. Einfach so weitermachen, wie zuvor. Ich bin nicht wirklich gläubig, aber immerhin so viel, dass mich sein Ableben an Gott zweifeln lässt. Er wäre einer gewesen, der noch gebraucht worden wäre auf dieser Erde, wenn auch nur, um sie ein Stückchen besser und lebenswerter zu machen. Gott ist nicht immer gerecht und vielleicht manchmal auf einem Auge blind. NS-Verbrecher leben auch heute im hohen Alter von über neunzig Jahren noch irgendwo in Argentinien, Mexiko oder sonst wo verstreut. Diaspora. Obwohl meterhoch Dreck am Stecken, können sie auf Grund ihres hohen Alters kaum mehr belangt werden, obwohl Mord nie verjährt. Ab und an geistert ihr Name durch die Medien, über sechzig Jahre nach dem diktatorischen NS-Regime. Aber Thomas D. ist tot. Das Leben ist nicht fair. Die Guten gehen immer zu früh.
Am frühen Vormittag steige ich am Salzburger Hauptbahnhof aus dem Zug. Alle Abteile der Regionalbahn sind schon beim Einsteigen in München zugemüllt, leere Bierflaschen, -dosen, und -kästen überall. Der Schaffner schleppt eine, mit leeren Flaschen gefüllte, Bierkiste raus auf den Bahnsteig. Ich setze mich auf einen der Plätze, die nur wenig verdreckt sind und trete mit meinem Schuh in eine Bierpfütze. Später bildet der getrocknete Gerstensaft einen schmierig-klebrigen Film am Boden. Der Zug kam aus Österreich und hat feierwillige Menschen nach München gekarrt. Oktoberfest. Dafür beneidet man uns Bayern ja in der ganzen Welt. Als ich in Salzburg auf den Platz trete von dem die Busse in sämtliche Richtungen abfahren, beginnt es leicht zu nieseln. Thomas D. war einer von den Guten.
Die Guten gehen immer zu früh. Thomas D. war einer von ihnen. Der ganze Hype um den kleinen Eisbären letztes Jahr hat mich eigentlich ziemlich kalt gelassen. Man konsumiert das, was einem die Medien vorsetzen, aber man kann dennoch selektieren. D. war mir von Anfang an sympathisch und sein plötzlicher Tod hat mich überrascht. Die Guten gehen immer zu früh. Manche haben ihn beneidet, um seine Popularität und den Ruhm, den er nie recht wollte. Ich habe ihn zumindest bewundert, für die Art und Weise, wie er damit umgegangen ist. Bescheiden, genügsam und mit sich und der Welt im Reinen. Einfach so weitermachen, wie zuvor. Ich bin nicht wirklich gläubig, aber immerhin so viel, dass mich sein Ableben an Gott zweifeln lässt. Er wäre einer gewesen, der noch gebraucht worden wäre auf dieser Erde, wenn auch nur, um sie ein Stückchen besser und lebenswerter zu machen. Gott ist nicht immer gerecht und vielleicht manchmal auf einem Auge blind. NS-Verbrecher leben auch heute im hohen Alter von über neunzig Jahren noch irgendwo in Argentinien, Mexiko oder sonst wo verstreut. Diaspora. Obwohl meterhoch Dreck am Stecken, können sie auf Grund ihres hohen Alters kaum mehr belangt werden, obwohl Mord nie verjährt. Ab und an geistert ihr Name durch die Medien, über sechzig Jahre nach dem diktatorischen NS-Regime. Aber Thomas D. ist tot. Das Leben ist nicht fair. Die Guten gehen immer zu früh.
Am frühen Vormittag steige ich am Salzburger Hauptbahnhof aus dem Zug. Alle Abteile der Regionalbahn sind schon beim Einsteigen in München zugemüllt, leere Bierflaschen, -dosen, und -kästen überall. Der Schaffner schleppt eine, mit leeren Flaschen gefüllte, Bierkiste raus auf den Bahnsteig. Ich setze mich auf einen der Plätze, die nur wenig verdreckt sind und trete mit meinem Schuh in eine Bierpfütze. Später bildet der getrocknete Gerstensaft einen schmierig-klebrigen Film am Boden. Der Zug kam aus Österreich und hat feierwillige Menschen nach München gekarrt. Oktoberfest. Dafür beneidet man uns Bayern ja in der ganzen Welt. Als ich in Salzburg auf den Platz trete von dem die Busse in sämtliche Richtungen abfahren, beginnt es leicht zu nieseln. Thomas D. war einer von den Guten.
bflo - 7. Okt, 11:30
