Wer die Wahl hat...
Sonntag, 28. September, München
Früh morgens atme ich feuchte Luft und schmecke einen Hauch von Demokratie auf meiner Zunge. Die Umfragen prognostizieren der CSU in Bayern nichts Gutes. Ein Machtwechsel steht an, ist überfällig und diesmal zum Greifen nahe. Es muss ja nicht unbedingt eine komplett neue Regierung sein, aber ein wenig Veränderung täte sicher ganz gut.
Als ich das Wahllokal betrete, ist wenig los. Das liegt sicherlich an der Zeit, denn es ist noch relativ früh am Morgen und auch die Kirchgänger sind noch nicht wieder auf dem Nachhauseweg; zudem ist Oktoberfest, ein Sonntag und angenehmes Wetter, wenn auch nicht warm. Der Schriftführer geht vor dem, zum Wahllokal umgewandelten Schulgebäude, auf und ab und raucht dabei gemütlich eine Zigarette. Freundlicher Gruß. Ab und an durfte auch ich bereits das Ehrenamt des Wahlhelfers bekleiden. Gab immer eine kleine Entschädigung: 30 bis 50 Euro, je nachdem, was gewählt wurde. Diesmal habe ich mich nicht gemeldet. Man kann ja schließlich nicht alles machen. Ich stecke die vier zusammengefalteten Stimmzettel in die dafür vorgesehenen Urnen und schlürfe aus dem Gebäude. Der Nebel verzieht sich und es klart auf...ein schöner Tag. Am Abend dann die Nachricht: Der sanfte Duft von Demokratie ist zu einem wahren Schwall geworden. Der Dunst hängt meterdick über dem Freistaat. Keine absolute Mehrheit mehr...seit Jahren. Längst überfällig? Ich hoffe doch! !Mit der FDP? Eigentlich nicht, aber vielleicht...Mal sehen, was die nächsten Tage und Wochen so bringen. Das etwas geschehen muss und geschehen wird, ist klar. Nur was. Aber das wird schon. Die Fernsehnachrichten sind voll von Politik. Es scheint kein anderes Thema an diesem Abend zu geben. Ich befürchte bloß, dass nach kurzer Zeit wieder alles vergessen sein wird. Wie so oft...Programme über Bord werfen, den Kurs ändern, gegensteuern und zurückrudern. Kennt man ja. Oktoberfest noch für eine Woche. Einmal noch auf die Festwiese, dann ist für dieses Jahr auch schon Schluss. Politik ist dabei doch sowieso nur Nebensache. Im Bierdunst versinkt jedes Interesse und was zählt ist der Rausch, der Ausbruch aus dem Alltäglichen. Die Ernüchterung, im wahrsten Sinne des Wortes, am nächsten Morgen beim Blick in den Spiegel. War es das wert? Nein, aber das muss einfach sein. Loslasse, abschalten. Der Alltag bekommt uns wieder...schon Morgen, am Montag, wenn eine neue Zeitrechnung beginnt. Zumindest in Bayern. Möglicherweise...
Früh morgens atme ich feuchte Luft und schmecke einen Hauch von Demokratie auf meiner Zunge. Die Umfragen prognostizieren der CSU in Bayern nichts Gutes. Ein Machtwechsel steht an, ist überfällig und diesmal zum Greifen nahe. Es muss ja nicht unbedingt eine komplett neue Regierung sein, aber ein wenig Veränderung täte sicher ganz gut.
Als ich das Wahllokal betrete, ist wenig los. Das liegt sicherlich an der Zeit, denn es ist noch relativ früh am Morgen und auch die Kirchgänger sind noch nicht wieder auf dem Nachhauseweg; zudem ist Oktoberfest, ein Sonntag und angenehmes Wetter, wenn auch nicht warm. Der Schriftführer geht vor dem, zum Wahllokal umgewandelten Schulgebäude, auf und ab und raucht dabei gemütlich eine Zigarette. Freundlicher Gruß. Ab und an durfte auch ich bereits das Ehrenamt des Wahlhelfers bekleiden. Gab immer eine kleine Entschädigung: 30 bis 50 Euro, je nachdem, was gewählt wurde. Diesmal habe ich mich nicht gemeldet. Man kann ja schließlich nicht alles machen. Ich stecke die vier zusammengefalteten Stimmzettel in die dafür vorgesehenen Urnen und schlürfe aus dem Gebäude. Der Nebel verzieht sich und es klart auf...ein schöner Tag. Am Abend dann die Nachricht: Der sanfte Duft von Demokratie ist zu einem wahren Schwall geworden. Der Dunst hängt meterdick über dem Freistaat. Keine absolute Mehrheit mehr...seit Jahren. Längst überfällig? Ich hoffe doch! !Mit der FDP? Eigentlich nicht, aber vielleicht...Mal sehen, was die nächsten Tage und Wochen so bringen. Das etwas geschehen muss und geschehen wird, ist klar. Nur was. Aber das wird schon. Die Fernsehnachrichten sind voll von Politik. Es scheint kein anderes Thema an diesem Abend zu geben. Ich befürchte bloß, dass nach kurzer Zeit wieder alles vergessen sein wird. Wie so oft...Programme über Bord werfen, den Kurs ändern, gegensteuern und zurückrudern. Kennt man ja. Oktoberfest noch für eine Woche. Einmal noch auf die Festwiese, dann ist für dieses Jahr auch schon Schluss. Politik ist dabei doch sowieso nur Nebensache. Im Bierdunst versinkt jedes Interesse und was zählt ist der Rausch, der Ausbruch aus dem Alltäglichen. Die Ernüchterung, im wahrsten Sinne des Wortes, am nächsten Morgen beim Blick in den Spiegel. War es das wert? Nein, aber das muss einfach sein. Loslasse, abschalten. Der Alltag bekommt uns wieder...schon Morgen, am Montag, wenn eine neue Zeitrechnung beginnt. Zumindest in Bayern. Möglicherweise...
bflo - 30. Sep, 12:32
