Ort des Schweigens
Donnerstag, 04. September, München
Wenn man nicht damit rechnet! Sophies Erscheinen in der Bibliothek überrascht mich doch ziemlich, aber natürlich positiv. Ich hatte nicht geglaubt, sie in diesen stillen Räumen, in denen ich außer ihr die letzten zwei Wochen niemand Bekannten gesehen habe, zu treffen. In der Hand hält sie ihr dunkelschwarzes Mobiltelefon und, zu meinem größten Erstaunen, ihren dunkelroten Reisepass. “Wohin geht es denn?”, frage ich sie neugierig. Aufmerksame Augen blicken mir entgegen und sie sagt, dass ihr der Geldbeutel geklaut wurde und sie den Pass nur mitgenommen hat, um in die Bibliothek gelassen zu werden. Plausibel. Das arme Mädchen...die zieht so etwas förmlich an. Katastrophal. Naja, das Problem ist nicht das Geld, das weg ist, das waren maximal dreißig Euro, sondern die enormen Probleme, die so ein Verlust mit sich bringt. Ausweis, Führerschein, EC-Karte, das ist der blanke Horror. Leider können wir nicht viel miteinander reden. Flüsterzwang in der Bibliothek und dann sofort absolute Ruhe kennt man ja. Aber wir vertagen das auf nächste Woche. Ich hoffe, bin zuversichtlich - mal sehen. Ich kann mich kaum noch konzentrieren, packe die benutzten Bücher wieder zurück ins Regal und fahre den Laptop herunter. Sophie indes steht oben auf der Leiter, vertieft in ein Buch. Ich schaue sie an, sie sieht mich, lächelt mich an und ich lächle zurück. Wow! Ein kurzer Small-Talk zum Abschied, ich nehme meinen Krempel unter den Arm und fliege die steile Wendeltreppe hinauf, bevor ich die Bibliothek verlasse. Der Himmel hat wieder zugezogen, dunkle, dichte Wolken am Horizont. Später gibt es Regen.
Bereits vor Tagen war er alleine losgezogen, das Glück zu finden. Zu Hause hatte er es längst nicht mehr ausgehalten, hatte seine Stadt, sein Viertel und alles um ihn herum so satt. Er hatte beschlossen, diesen Weg zu gehen, sich auf die Reise zu begeben, denn irgendwo musste das Glück schließlich zu finden sein. Es sollte ein weiter Weg werden, steinig und voller Hindernissen.
Wenn man nicht damit rechnet! Sophies Erscheinen in der Bibliothek überrascht mich doch ziemlich, aber natürlich positiv. Ich hatte nicht geglaubt, sie in diesen stillen Räumen, in denen ich außer ihr die letzten zwei Wochen niemand Bekannten gesehen habe, zu treffen. In der Hand hält sie ihr dunkelschwarzes Mobiltelefon und, zu meinem größten Erstaunen, ihren dunkelroten Reisepass. “Wohin geht es denn?”, frage ich sie neugierig. Aufmerksame Augen blicken mir entgegen und sie sagt, dass ihr der Geldbeutel geklaut wurde und sie den Pass nur mitgenommen hat, um in die Bibliothek gelassen zu werden. Plausibel. Das arme Mädchen...die zieht so etwas förmlich an. Katastrophal. Naja, das Problem ist nicht das Geld, das weg ist, das waren maximal dreißig Euro, sondern die enormen Probleme, die so ein Verlust mit sich bringt. Ausweis, Führerschein, EC-Karte, das ist der blanke Horror. Leider können wir nicht viel miteinander reden. Flüsterzwang in der Bibliothek und dann sofort absolute Ruhe kennt man ja. Aber wir vertagen das auf nächste Woche. Ich hoffe, bin zuversichtlich - mal sehen. Ich kann mich kaum noch konzentrieren, packe die benutzten Bücher wieder zurück ins Regal und fahre den Laptop herunter. Sophie indes steht oben auf der Leiter, vertieft in ein Buch. Ich schaue sie an, sie sieht mich, lächelt mich an und ich lächle zurück. Wow! Ein kurzer Small-Talk zum Abschied, ich nehme meinen Krempel unter den Arm und fliege die steile Wendeltreppe hinauf, bevor ich die Bibliothek verlasse. Der Himmel hat wieder zugezogen, dunkle, dichte Wolken am Horizont. Später gibt es Regen.
Bereits vor Tagen war er alleine losgezogen, das Glück zu finden. Zu Hause hatte er es längst nicht mehr ausgehalten, hatte seine Stadt, sein Viertel und alles um ihn herum so satt. Er hatte beschlossen, diesen Weg zu gehen, sich auf die Reise zu begeben, denn irgendwo musste das Glück schließlich zu finden sein. Es sollte ein weiter Weg werden, steinig und voller Hindernissen.
bflo - 6. Sep, 14:02
