Blick zurück nach vorn
Sonntag, 31. August, München
Sehsucht ist eine Sucht. Unendlich stark und nur schwer zu bezwingen. Mein Fahrrad bleibt heute zu Hause, ich wähle die S-Bahn. Entgegen meiner Annahme bin ich trotz allem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln schneller in der Innenstadt, als mit meinem Drahtesel. Erstaunlich. Morgens dann der obligatorische Kaffee beim Discount-Bäcker...das muss sein. Ich sehe bekannte Gesichter an einem der Bartische vor der Schnellbäckerei. Pappbecher in der Hand...Unterhaltung, Austausch. Ich glaube fast, die stehen immer da. Ich kippe Milch in die pechschwarze Flüssigkeit, jage zwei Süßstofftabletten hinterher, rühre mit einem Plastikstäbchen um und gehe weiter. Durch die Fußgängerzone hinunter bis zum Marienplatz...wie so oft. Den Schirm, den ich in meiner linken Hand halte, brauche ich noch nicht. Dichte, dunkle Wolken zeigen sich am Himmel...mittags würde es regnen. Sehnsuchtsvoll schlürfe ich über den grauen Asphalt. Ganz in orange gekleidete Müllmänner leeren die teilweise übervollen Metallkörbe in der Fußgängerzone. Ein Cafebesitzer nimmt die Ketten von zwei hohen Türmen aus Stühlen, die er auf diese Weise vor Diebstahl schützt. In der Hoffnung auf Wetterbesserung wischt er über die zuvor einzeln selektierten Sitzmöbel. In der Luft schlägt mein leerer Becher einige Salti, bevor er in einem der Abfalleimer landet. Abfall für alle. Sehnsucht brennt in mir...Düsseldorf, immer wieder! Wie lange noch? Weiß nicht! Unendlich lange für mich. Sonst meldet sich niemand, außer Michaela. Wenn ich mich auf jemanden verlassen kann, dann auf sie. Das tröstet. Nach ihrer OP geht sie auf Krücken, ist also kaum mobil. Sie wird sich melden, sobald es besser geht. Ich vertraue darauf und weiß, dass ich mich bei ihr darauf verlassen kann. SICHERHEIT. Drei Wochen wird das aber sicherlich noch dauern...locker. Diese Mobilitätseinschränkung wäre für mich die Hölle, absolut. Von Sophie entdecke ich, mehr zufällig beim Surfen, ein Video im Netz. PROJEKT: Lieblingslied pfeifen. Töne mit den Lippen erzeugen...kann ich nicht. Sophie kann es...naja ein bisschen. Sie hätte die “Kill Bill”-Melodie wählen sollen, wäre eindeutiger gewesen. Darauf pfeifen? Ich auch! Heute Morgen!
Sehsucht ist eine Sucht. Unendlich stark und nur schwer zu bezwingen. Mein Fahrrad bleibt heute zu Hause, ich wähle die S-Bahn. Entgegen meiner Annahme bin ich trotz allem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln schneller in der Innenstadt, als mit meinem Drahtesel. Erstaunlich. Morgens dann der obligatorische Kaffee beim Discount-Bäcker...das muss sein. Ich sehe bekannte Gesichter an einem der Bartische vor der Schnellbäckerei. Pappbecher in der Hand...Unterhaltung, Austausch. Ich glaube fast, die stehen immer da. Ich kippe Milch in die pechschwarze Flüssigkeit, jage zwei Süßstofftabletten hinterher, rühre mit einem Plastikstäbchen um und gehe weiter. Durch die Fußgängerzone hinunter bis zum Marienplatz...wie so oft. Den Schirm, den ich in meiner linken Hand halte, brauche ich noch nicht. Dichte, dunkle Wolken zeigen sich am Himmel...mittags würde es regnen. Sehnsuchtsvoll schlürfe ich über den grauen Asphalt. Ganz in orange gekleidete Müllmänner leeren die teilweise übervollen Metallkörbe in der Fußgängerzone. Ein Cafebesitzer nimmt die Ketten von zwei hohen Türmen aus Stühlen, die er auf diese Weise vor Diebstahl schützt. In der Hoffnung auf Wetterbesserung wischt er über die zuvor einzeln selektierten Sitzmöbel. In der Luft schlägt mein leerer Becher einige Salti, bevor er in einem der Abfalleimer landet. Abfall für alle. Sehnsucht brennt in mir...Düsseldorf, immer wieder! Wie lange noch? Weiß nicht! Unendlich lange für mich. Sonst meldet sich niemand, außer Michaela. Wenn ich mich auf jemanden verlassen kann, dann auf sie. Das tröstet. Nach ihrer OP geht sie auf Krücken, ist also kaum mobil. Sie wird sich melden, sobald es besser geht. Ich vertraue darauf und weiß, dass ich mich bei ihr darauf verlassen kann. SICHERHEIT. Drei Wochen wird das aber sicherlich noch dauern...locker. Diese Mobilitätseinschränkung wäre für mich die Hölle, absolut. Von Sophie entdecke ich, mehr zufällig beim Surfen, ein Video im Netz. PROJEKT: Lieblingslied pfeifen. Töne mit den Lippen erzeugen...kann ich nicht. Sophie kann es...naja ein bisschen. Sie hätte die “Kill Bill”-Melodie wählen sollen, wäre eindeutiger gewesen. Darauf pfeifen? Ich auch! Heute Morgen!
bflo - 2. Sep, 14:08
