Explosion

Samstag, 30. August, München

Sophies Verführung sind, in buntes Papier eingehüllte, Schokoladendrops und kosten 1,99 Euro beim Penny. Leider!
Ich rücke meinen Stuhl zurecht, stelle ihn ans Fenster und starre hinaus, in die Nacht. Der Mond steht einsam am Himmel, scheint voll auf die Erde hinab und spendet so ein wenig Licht als Kontrast zur alles einnehmenden Dunkelheit. Es ist herrlich, einfach nur so zu sitzen, die Augen auf einen Punkt draußen vor der trennenden Glasscheibe gerichtet. STIEREN. Hier kommen mir Ideen, schmiede ich Pläne, oder sinniere ich über das Leben. Heute eher Letzteres. Eine Nacht, in der ich einfach keinen Schlaf finde. Darum habe ich die Jalousie wieder geöffnet und sitze nun hier. Interessiert lausche ich den Autos, die ab und an draußen durch das schwarze Dickicht gleiten.
“Einmal wissen, dieses bleibt für immer.” - Ein schönes Lied und dabei doch traurig, wie ich. Meine Gedanken folgen erneut keiner Richtung, schießen auf ihren Bahnen wild durch meinen Kopf. Chaos.
“Und deine Schaltung klemmt im Leerlauf, selbst deine Kriechspur ist vereist.” Treffend! Es geht nicht vorwärts, Stillstand ist die Folge. Keinen Gang einlegen können...zurück geht auch nicht. Dreizehn Jahre back in time. 1995, ich war elf Jahre alt. Zu dumm...warum nicht heute? 2008 ist mir einfach nicht sympathisch und ich befürchte, dass es das auch nicht mehr werden wird. Damals, weder Kind noch Teenager, habe ich nichts mitbekommen von der großen, bunten Welt. Heute bin ich allerdings der Meinung, dass es großartig gewesen sein muss. Draußen lärmen ein paar Krähen und ich erwache kurzzeitig aus meiner Nachdenklichkeit, vertiefe mich aber sofort wieder in meine Gedanken. Diese Stagnation macht mich fertig und lähmt mich gleichzeitig. Eine Perspektivlosigkeit hat sich in das System eingeschlichen. Einfach so...konnte nahezu nix machen. Unter dem Blick gegen die Scheibe scheint diese zu splittern. Vom Rand frisst sich ein zunächste kleiner Riss vor meinen Augen langsam bis zum inneren der Glaswand vor mir. Noch mehr kleine Risse entstehen überall an den Seiten der Glasscheibe und kriechen langsam zum Mittelpunkt. Ein Knall und sogleich zerspringt alles in tausend kleine Scherben. Ich sitze weiterhin regungslos da, kühle Nachtluft weht mir entgegen...ich erwache.

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