Volle Fahrt
Freitag, 29. August, München
Die Fahrten im Sammeltaxi werde ich niemals vergessen. Der Tag nach der Party: Vormittags, irgendwann nahe München, aber dennoch ziemlich ländlich. Damals, als man ja noch jung war und keinen Führerschein hatte, gab es keine andere Möglichkeit, um zu einem nahegelegenen Bahnhof zu gelangen. Am Tag des Herrn fahren dort keine Busse. Was bleibt ist das sogenannte “Ast-Sammeltaxi”, das man eine Stunde bevor man fahren möchte anrufen muss, um schließlich irgendwann wegzukommen. Alle waren ziemlich fertig und selbst wenn schon jemand eine Fahrerlaubnis besässen hätte, dann hätte er an diesen Vormittagen sicherlich kein Kfz mehr steuern dürfen. RESTALKOHOL. Also rief einer der Truppe an, Frau oder Herr Ast nahm ab und verspricht, dass in sechzig Minuten irgendwer vorbeikommt. Meist wartete man länger, ehe das Sammeltaxi um die Ecke bogt. Jeder zahlte einen bestimmten Betrag und stieg ein. Meist kam eine kleine ältere Frau.. Sie hatte einen Korb mit Feldstecher und Landkarte im Kofferraum. Wir dachten immer, dass sie den Weg nicht finden würde, wegen dem Fernglas. Körperlich ziemlich klein hatte sie zwischen ihrem Hintern und dem Fahrersitz ein Kissen platziert. ERHÖHUNG! Alles klar. Trotzdem äußerst bizarr. Dann fährt die Frau los. Neben ihrer gedrungenen Körpergröße fällt auf, dass sie eine dicke Hornbrille trägt. Die Fahrt zum nächsten Bahnhof dauert lange und ihre Fahrweise ist grausam. Sie kennt nur die ersten drei Gänge und fährt den dritten auch gerne einmal voll bis siebzig oder achtzig Kilometer pro Stunde aus. Oh Gott. Vor jeder Kurve eine Vollbremsung. Knallhart kommt sie zum stehen. Unsere Mägen sind voll Alkohol, der kommt nun meist wieder. Ich hatte sehr oft das Gefühl gleich erbrechen zu müssen, denn auch ihre Überholmanöver sind stets lebensgefährlich. Sicherheitsabstand? Fehlanzeige! Schließlich kommt man aber dann doch am Bahnhof an. Den meisten ist speiübel und sie sind leichenblass. Aber wir leben noch und das ist das Wichtigste. Die S-Bahnfahrt nach dem wilden Taxi-Ritt ist dann immer eine Art Erholung. Das war früher.
Das ist vorbei, die Zeiten kommen nicht wieder...wir waren jung, sind nun alt und sinnieren in Erinnerungen. Heute könnte ich das nicht mehr, da bin ich mir sicher...schade eigentlich, denn das waren geile Zeiten. Ich bereue keine einzige dieser Fahrten.
Die Fahrten im Sammeltaxi werde ich niemals vergessen. Der Tag nach der Party: Vormittags, irgendwann nahe München, aber dennoch ziemlich ländlich. Damals, als man ja noch jung war und keinen Führerschein hatte, gab es keine andere Möglichkeit, um zu einem nahegelegenen Bahnhof zu gelangen. Am Tag des Herrn fahren dort keine Busse. Was bleibt ist das sogenannte “Ast-Sammeltaxi”, das man eine Stunde bevor man fahren möchte anrufen muss, um schließlich irgendwann wegzukommen. Alle waren ziemlich fertig und selbst wenn schon jemand eine Fahrerlaubnis besässen hätte, dann hätte er an diesen Vormittagen sicherlich kein Kfz mehr steuern dürfen. RESTALKOHOL. Also rief einer der Truppe an, Frau oder Herr Ast nahm ab und verspricht, dass in sechzig Minuten irgendwer vorbeikommt. Meist wartete man länger, ehe das Sammeltaxi um die Ecke bogt. Jeder zahlte einen bestimmten Betrag und stieg ein. Meist kam eine kleine ältere Frau.. Sie hatte einen Korb mit Feldstecher und Landkarte im Kofferraum. Wir dachten immer, dass sie den Weg nicht finden würde, wegen dem Fernglas. Körperlich ziemlich klein hatte sie zwischen ihrem Hintern und dem Fahrersitz ein Kissen platziert. ERHÖHUNG! Alles klar. Trotzdem äußerst bizarr. Dann fährt die Frau los. Neben ihrer gedrungenen Körpergröße fällt auf, dass sie eine dicke Hornbrille trägt. Die Fahrt zum nächsten Bahnhof dauert lange und ihre Fahrweise ist grausam. Sie kennt nur die ersten drei Gänge und fährt den dritten auch gerne einmal voll bis siebzig oder achtzig Kilometer pro Stunde aus. Oh Gott. Vor jeder Kurve eine Vollbremsung. Knallhart kommt sie zum stehen. Unsere Mägen sind voll Alkohol, der kommt nun meist wieder. Ich hatte sehr oft das Gefühl gleich erbrechen zu müssen, denn auch ihre Überholmanöver sind stets lebensgefährlich. Sicherheitsabstand? Fehlanzeige! Schließlich kommt man aber dann doch am Bahnhof an. Den meisten ist speiübel und sie sind leichenblass. Aber wir leben noch und das ist das Wichtigste. Die S-Bahnfahrt nach dem wilden Taxi-Ritt ist dann immer eine Art Erholung. Das war früher.
Das ist vorbei, die Zeiten kommen nicht wieder...wir waren jung, sind nun alt und sinnieren in Erinnerungen. Heute könnte ich das nicht mehr, da bin ich mir sicher...schade eigentlich, denn das waren geile Zeiten. Ich bereue keine einzige dieser Fahrten.
bflo - 1. Sep, 00:16
