Viele bunte Smarties
Samstag, 23. August, München
Kleine Pille...hellgelb mit vereinzelten roten Einsprengseln. Das Mädchen dreht und wendet sie unsicher und noch unentschlossen zwischen Daumen und Zeigefinger - fühlt sich gut an. Ihr Freund sieht sie mürrisch an, drängt sie zum Verzehr. UNGEDULD. Weiterfeiern - höher, schneller. Dann legt sie die Tablette langsam unter ihre Zunge und schluckt sie schließlich. Sie fühlt wohlige Wärme durch ihre Speiseröhre kriechen. RACHENRAUM. Dann geschieht vorerst nichts, absolut gar nichts. Die Droge wirkt mit Verzögerung. ZEITAUFSCHUB. Das Mädchen beginnt wilder und wilder zu tanzen, aber dann startet sie ihren Trip. Im Kopf wird alles weich und unstrukturiert. Die Grenzen der Realität verschwimmen, Konturen verblassen. Sie kann und will nichts anderes, als tanzen. Permanent, beständig und andauernd. Der Körper sagt irgendwann “stopp”, aber er spürt keine Müdigkeit und darum geht es immer weiter. Das Gehirn schaltet auf Durchzug, bemerkt keinen Schmerz. Totale ERSCHÖPFUNG als Folge. Dann ist der Akku leer - der Duracell-Hase steht, die Schellen in seiner Hand stehen still. Sie bemerkt noch ihre Beine, wie sie den Boden verlassen, abheben und sie schließlich schwebt. Vor ihren Augen blitzen und flackern die bunten Lichter...dann wird es schwarz. Dunkelheit umschließt sie. Sie fällt zu Boden, wird ohnmächtig und der schwer gewordene Kopf knallt auf den harten Betonboden. Ein dumpfes Geräusch, dann ist alles still. Der Notarzt schnallt das Mädchen auf eine Trage und schiebt sie in den bereitstehenden gelb-roten VW-Krankenwagen. Mit Blaulicht verschwindet er schließlich in der Dunkelheit.
Irgendwo passiert in Deutschland, am Wochenende, auch heute Nacht. Drogen allgegenwärtig. Ich sehe im Fernsehen einen kleinen Beitrag...schon älter. Die ganze Geschichte hätte so passieren können. Falsche Freunde, schlechter Einfluss. Machtkämpfe und “esanderenundsichbeweisenwollen”. Nach der Entlassung dann der Rückfall...ein neues Wochenende, eine neue Chance. Immer neue Drogen...besser, abgefahrener. Was kann man tun? Hände weg? Kiffen ist aber ok! - Nein ist es nicht! - Oh, schade...aber früher haben doch alle! - Ich bin dagegen! - Was du auch? Ich hab aber grad einen gebaut! - Na dann! - Also bist dabei? - Nee, lass mal...besser ist das.
Kleine Pille...hellgelb mit vereinzelten roten Einsprengseln. Das Mädchen dreht und wendet sie unsicher und noch unentschlossen zwischen Daumen und Zeigefinger - fühlt sich gut an. Ihr Freund sieht sie mürrisch an, drängt sie zum Verzehr. UNGEDULD. Weiterfeiern - höher, schneller. Dann legt sie die Tablette langsam unter ihre Zunge und schluckt sie schließlich. Sie fühlt wohlige Wärme durch ihre Speiseröhre kriechen. RACHENRAUM. Dann geschieht vorerst nichts, absolut gar nichts. Die Droge wirkt mit Verzögerung. ZEITAUFSCHUB. Das Mädchen beginnt wilder und wilder zu tanzen, aber dann startet sie ihren Trip. Im Kopf wird alles weich und unstrukturiert. Die Grenzen der Realität verschwimmen, Konturen verblassen. Sie kann und will nichts anderes, als tanzen. Permanent, beständig und andauernd. Der Körper sagt irgendwann “stopp”, aber er spürt keine Müdigkeit und darum geht es immer weiter. Das Gehirn schaltet auf Durchzug, bemerkt keinen Schmerz. Totale ERSCHÖPFUNG als Folge. Dann ist der Akku leer - der Duracell-Hase steht, die Schellen in seiner Hand stehen still. Sie bemerkt noch ihre Beine, wie sie den Boden verlassen, abheben und sie schließlich schwebt. Vor ihren Augen blitzen und flackern die bunten Lichter...dann wird es schwarz. Dunkelheit umschließt sie. Sie fällt zu Boden, wird ohnmächtig und der schwer gewordene Kopf knallt auf den harten Betonboden. Ein dumpfes Geräusch, dann ist alles still. Der Notarzt schnallt das Mädchen auf eine Trage und schiebt sie in den bereitstehenden gelb-roten VW-Krankenwagen. Mit Blaulicht verschwindet er schließlich in der Dunkelheit.
Irgendwo passiert in Deutschland, am Wochenende, auch heute Nacht. Drogen allgegenwärtig. Ich sehe im Fernsehen einen kleinen Beitrag...schon älter. Die ganze Geschichte hätte so passieren können. Falsche Freunde, schlechter Einfluss. Machtkämpfe und “esanderenundsichbeweisenwollen”. Nach der Entlassung dann der Rückfall...ein neues Wochenende, eine neue Chance. Immer neue Drogen...besser, abgefahrener. Was kann man tun? Hände weg? Kiffen ist aber ok! - Nein ist es nicht! - Oh, schade...aber früher haben doch alle! - Ich bin dagegen! - Was du auch? Ich hab aber grad einen gebaut! - Na dann! - Also bist dabei? - Nee, lass mal...besser ist das.
bflo - 25. Aug, 10:58
