Aufgemerkt!

Donnerstag, 14. August, München

Etliche Baustellen behindern meinen reibungslosen Weg zur Universität. Immer wieder Tempoverlangsamung, Bremsen, dann wieder voll beschleunigen. Mäßig verschwitzt komme ich nach rund vierzig Minuten Fahrzeit an. Alles klar. In der Bibliothek begegne ich Sandra, die auch an ihrer Arbeit schreibt...wie ich. Später unterhalten wir uns noch ein wenig.
"Orlando", Nähe Hofbräuhaus. Hier kostet die Apfelsaftschorle mehr, als eine Halbe Bier. Bizarr, aber ich wähle doch die Schorle. Ich setze mich an einen der hübsch zurechtgemachten Tische und starre ziellos in die Gegend. Der gesamte Platz scheint hier bereits dem berühmten Sternekoch Alfons Schuhbeck zu gehören. Inklusive "Orlando" gehören ihm mindestens drei oder vier Lokalitäten hier, wenn nicht sogar mehr. Selbst der Meister zeigt sich an diesem zumindest vormittags noch sonnigen Donnerstag und mischt sich unter seine Gäste, gibt sogar Autogramme und lässt sich mit aufgeregten Touristen fotografieren. Was für ein Leben...Abends kam dann der Regen. Mein Blick geht weit, zieht einen imaginären Kreis rund um den Platz. Ich sitze gerne und oft, beobachte Leute und denke nach. Neben mir wird geraucht...der Dunst zieht in meine Richtung. So viele Menschen, in der Masse und doch alleine. Sie hetzen, hasten und eilen ohne Rast...Strom des Lebens. Mitschwimmen? Was denn sonst! Ich bin einer von ihnen, kurze Zeit ausgestiegen, quasi in Parkposition, alleine an einem der Tische auf einem der Stühle sitzend. In wenigen Minuten werde auch ich mich wieder in den Lebensrhythmus einreihen und mit iden Leuten verschmelzen. Dann gebe ich meine solitäre Position auf, begleiche meine Rechnung, stehe auf und gehe zu meinem Fahrrad. Es ist eng, die Menschen drängen dicht an dicht durch die Straßen mit verschieden Zielen. Wohin will ich...also so in Zukunft meine ich? Wird sich zeigen. In die Zukunft sehen, das wäre prima. Nur zwei bis drei Jahre, das würde mir schon vollkommen reichen. So bleibt eben alles ungewiss, obwohl das Glück bereits hinter der nächsten Häuserecke warten kann. Man muss es nur suchen und finden, aber das ist gar nicht so leicht. Wie oft bin ich wohl schon daran vorbeigelaufen? Ich muss besser aufpassen!

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