Glücksbringer
Dienstag, 12. August, München
Der Gang abends durch den strömenden Regen erinnert mich an diesen regnerischen Tag in Budapest. Ich hatte mich alleine auf den Weg zu diesem Platz der Freiheit (oder so ähnlich) gemacht. Ein wahnsinnig weiter Weg, und an diesem Tag war ich schon lange auf den Beinen. Es war einer meiner letzten Tage in der ungarischen Hauptstadt. Trotz Regenwarnung hatte ich mich alleine auf den Weg gemacht, um noch etwas von der wunderschönen Stadt zu sehen. Zwar hatte ich meinen weiß-blauen Regenschirm dabei, aber trotzdem wurde ich nass, denn das Wasser peitschte von den Seiten an meinen Oberarm. Durch Pfützen und kleine Wasserlachen schlurfte ich durch die Straßen...es war wenig los. BAD DAY. Nach einiger Zeit kam ich an ein überdimensional großes Metallrad...riesengroß. Oben und unten gab es je eine Kammer, in der sich Sand befand, oben mehr als unten. Laut einer kleinen silbergrauen Plakette, lief der Sand seit einigen Jahren beständig durch ein kleine Öffnung. Eine Sanduhr, die niemand umdrehen muss und die dennoch lange laufen wird. Beeindrucken, der schmale, senkrechte Gang zwischen den Kammern, durch den sich der Sand seinen Weg bahnt. Tempus fugit. Sehr beeindruckend dieses Monument. Staunend stehe ich noch einige Zeit davor und bewundere die Konstruktion. Als ich mich wieder auf den Weg zurück mache, ist schon wieder Zeit vergangen. Das Leben...Wie viele Körner mögen wohl nach unten gefallen sein, während ich hier sitze und schreibe? Alles verrinnt.
Ich bin wieder hier, in meiner Stadt und schlendere durch die Straßen meines Viertels im Regen. Parallelität...Hier und dort flackern orange Lichter in der Dunkelheit. Ganz in Gedanken setze ich einen Fuß vor den anderen, als ich plötzlich etwas unförmig Braunes im Lichtkegel eines herannahenden Autos erkenne. In meiner Hand fühlt es sich nass und weich an: Ein kleiner Hund aus Plüsch mit grünem Halstuch, und mit schwarzen Knopfaugen. Wer mag ihn verloren haben? Der hat sicher seine Geschichte. Ich möchte ihn an einer Mauer am Straßenrand abstellen, mache das aber dann doch nicht. Dazu bin ich wohl zu sehr Kind...ich kann es nicht. Ich halte den kleinen Hund in meiner warmen Faust und bin irgendwie glücklich. Durch den Regen geht es nach Hause. Möglicherweise gibt es irgendwo da draußen ein kleines Mädchen, das nun todtraurig ist über den Verlust des kleinen Stofftieres. Ich weiß es nicht. Zufrieden betrete ich die Wohnung und setze den Hund auf den Fenstersims neben meinem Schreibtisch. Die schwarzen Knopfaugen blicken mich an. Ein Stück Kindheit...man sollte es beständig bewahren, gerade in diesen lauten, unruhigen Zeiten.
Der Gang abends durch den strömenden Regen erinnert mich an diesen regnerischen Tag in Budapest. Ich hatte mich alleine auf den Weg zu diesem Platz der Freiheit (oder so ähnlich) gemacht. Ein wahnsinnig weiter Weg, und an diesem Tag war ich schon lange auf den Beinen. Es war einer meiner letzten Tage in der ungarischen Hauptstadt. Trotz Regenwarnung hatte ich mich alleine auf den Weg gemacht, um noch etwas von der wunderschönen Stadt zu sehen. Zwar hatte ich meinen weiß-blauen Regenschirm dabei, aber trotzdem wurde ich nass, denn das Wasser peitschte von den Seiten an meinen Oberarm. Durch Pfützen und kleine Wasserlachen schlurfte ich durch die Straßen...es war wenig los. BAD DAY. Nach einiger Zeit kam ich an ein überdimensional großes Metallrad...riesengroß. Oben und unten gab es je eine Kammer, in der sich Sand befand, oben mehr als unten. Laut einer kleinen silbergrauen Plakette, lief der Sand seit einigen Jahren beständig durch ein kleine Öffnung. Eine Sanduhr, die niemand umdrehen muss und die dennoch lange laufen wird. Beeindrucken, der schmale, senkrechte Gang zwischen den Kammern, durch den sich der Sand seinen Weg bahnt. Tempus fugit. Sehr beeindruckend dieses Monument. Staunend stehe ich noch einige Zeit davor und bewundere die Konstruktion. Als ich mich wieder auf den Weg zurück mache, ist schon wieder Zeit vergangen. Das Leben...Wie viele Körner mögen wohl nach unten gefallen sein, während ich hier sitze und schreibe? Alles verrinnt.
Ich bin wieder hier, in meiner Stadt und schlendere durch die Straßen meines Viertels im Regen. Parallelität...Hier und dort flackern orange Lichter in der Dunkelheit. Ganz in Gedanken setze ich einen Fuß vor den anderen, als ich plötzlich etwas unförmig Braunes im Lichtkegel eines herannahenden Autos erkenne. In meiner Hand fühlt es sich nass und weich an: Ein kleiner Hund aus Plüsch mit grünem Halstuch, und mit schwarzen Knopfaugen. Wer mag ihn verloren haben? Der hat sicher seine Geschichte. Ich möchte ihn an einer Mauer am Straßenrand abstellen, mache das aber dann doch nicht. Dazu bin ich wohl zu sehr Kind...ich kann es nicht. Ich halte den kleinen Hund in meiner warmen Faust und bin irgendwie glücklich. Durch den Regen geht es nach Hause. Möglicherweise gibt es irgendwo da draußen ein kleines Mädchen, das nun todtraurig ist über den Verlust des kleinen Stofftieres. Ich weiß es nicht. Zufrieden betrete ich die Wohnung und setze den Hund auf den Fenstersims neben meinem Schreibtisch. Die schwarzen Knopfaugen blicken mich an. Ein Stück Kindheit...man sollte es beständig bewahren, gerade in diesen lauten, unruhigen Zeiten.
bflo - 13. Aug, 17:40
