Mit Siebenmeilenstiefeln durch die Zeit
Samstag, 26. Juli, München
Kurz vor Mitternacht, es waren die letzten zehn Minuten am Tag meines vierundzwanzigsten Geburtstags, habe ich den großen Wagen gesehen. Zumindest habe ich mir eingebildet, dass es der große Wagen sein, wobei ich mir absolut nicht sicher war. Es hat einfach zu gut gepasst. Auch wenn der Film zunehmend uninteressanter und dessen Dialoge immer platter wurden, hatte die Szenerie eine gewisse Einzigartigkeit. Ich war alleine, obwohl Hunderte Menschen um mich herum auf mitgebrachten Decken oder Handtüchern im Gras lagen. Als der Film dann endlich vorbei war, trotteten wir nur langsam gen Bahnhof. Es war spät geworden...zu spät, um noch irgendwo etwas trinken zu gehen, obwohl die Situation es erfordert hätte. Ein herrlicher Sommerabend mitten in der Stadt...einmalig schön.
Ich wache auf und mein Genick schmerzt wie verrückt. Das gestrige Liegen im Gras tat ihm nicht gut...heute ist alles verspannt. Ich hätte es wissen müssen, denn man ist ja schließlich keine zwanzig mehr. Pech gehabt. Mühsam quäle ich mich aus dem Bett um zu frühstücken. Ein Tag, wie geschaffen um beim Fahrradfahren wieder einen klaren Kopf zu bekommen. RESÜMEE: Ein äußerst unspektakulärer Geburtstag....einer, der einfach vorüberging. Ich kann klagen...mich nicht entscheiden, wollte es doch so. Das war früher anders. Auf der Klassenfahrt in Hamburg, vor fünf Jahren, zum Neunzehnten. Auf Sankt Pauli kurz vor Mitternacht in irgendeine Bar gestolpert, mit dem ganzen Kurs, angestoßen, ausgetrunken und weitergezogen. Das war toll und endete in einer Disco damit, dass Flaschen flogen. RANDALE. Ein Kumpel hat mich rausgezogen. Wir waren alle unbeteiligt, irgendwelche Halbstarken wollten auf den Putz hauen. Sirene, Blaulicht, Peterwagen...morgens um fünf. Am nächsten Tag wieder ultrafit am Frühstückstisch gesessen. Das waren noch Zeiten. SPEKTAKEL. Man wird eben leider doch immer älter. Die Entscheidung fiel bewusst, war möglicherweise suboptimal, aber auch nicht die Schlechteste. Sie hat mich wirklich vergessen...keine Nachricht, bis heute. Hat wohl wieder viel Stress, aber trotzdem...TRAURIGKEIT. ENTTÄUSCHUNG. Wortlos starre ich auf den Bildschirm, den Blick auf mein leeres E-Mail-Postfach geheftet und bin selbst innerlich leer. Was bleibt ist Hoffnung. Mir läuft die Zeit davon...Tick, tack...tick, tack.
Kurz vor Mitternacht, es waren die letzten zehn Minuten am Tag meines vierundzwanzigsten Geburtstags, habe ich den großen Wagen gesehen. Zumindest habe ich mir eingebildet, dass es der große Wagen sein, wobei ich mir absolut nicht sicher war. Es hat einfach zu gut gepasst. Auch wenn der Film zunehmend uninteressanter und dessen Dialoge immer platter wurden, hatte die Szenerie eine gewisse Einzigartigkeit. Ich war alleine, obwohl Hunderte Menschen um mich herum auf mitgebrachten Decken oder Handtüchern im Gras lagen. Als der Film dann endlich vorbei war, trotteten wir nur langsam gen Bahnhof. Es war spät geworden...zu spät, um noch irgendwo etwas trinken zu gehen, obwohl die Situation es erfordert hätte. Ein herrlicher Sommerabend mitten in der Stadt...einmalig schön.
Ich wache auf und mein Genick schmerzt wie verrückt. Das gestrige Liegen im Gras tat ihm nicht gut...heute ist alles verspannt. Ich hätte es wissen müssen, denn man ist ja schließlich keine zwanzig mehr. Pech gehabt. Mühsam quäle ich mich aus dem Bett um zu frühstücken. Ein Tag, wie geschaffen um beim Fahrradfahren wieder einen klaren Kopf zu bekommen. RESÜMEE: Ein äußerst unspektakulärer Geburtstag....einer, der einfach vorüberging. Ich kann klagen...mich nicht entscheiden, wollte es doch so. Das war früher anders. Auf der Klassenfahrt in Hamburg, vor fünf Jahren, zum Neunzehnten. Auf Sankt Pauli kurz vor Mitternacht in irgendeine Bar gestolpert, mit dem ganzen Kurs, angestoßen, ausgetrunken und weitergezogen. Das war toll und endete in einer Disco damit, dass Flaschen flogen. RANDALE. Ein Kumpel hat mich rausgezogen. Wir waren alle unbeteiligt, irgendwelche Halbstarken wollten auf den Putz hauen. Sirene, Blaulicht, Peterwagen...morgens um fünf. Am nächsten Tag wieder ultrafit am Frühstückstisch gesessen. Das waren noch Zeiten. SPEKTAKEL. Man wird eben leider doch immer älter. Die Entscheidung fiel bewusst, war möglicherweise suboptimal, aber auch nicht die Schlechteste. Sie hat mich wirklich vergessen...keine Nachricht, bis heute. Hat wohl wieder viel Stress, aber trotzdem...TRAURIGKEIT. ENTTÄUSCHUNG. Wortlos starre ich auf den Bildschirm, den Blick auf mein leeres E-Mail-Postfach geheftet und bin selbst innerlich leer. Was bleibt ist Hoffnung. Mir läuft die Zeit davon...Tick, tack...tick, tack.
bflo - 27. Jul, 10:27
