24 Stunden zum Vergessen

Freitag, 06. Juni, München

Es geschieht eigentlich nichts. Ich fahre früh zur Universität und es passiert fast den ganzen Tag lang nichts. Ich sitze im Computerraum, in dem es trotz des Regenwetters heiß und stickig ist. Absolut ein Tag zum Vergessen. Ich kann den PC beinahe nicht mehr sehen, aber mein Dozent will mein Thesenpapier nun doch schon früher, als ich geplant hatte. Aber am Mittwoch ist dann erst einmal alles vor bei und ich werde durchschnaufen können bis zum 20. Juni. Danach ist es dann endgültig vorbei. Ich langweile mich beinahe schon vor dem flimmernden Bildschirm. Irgendetwas scheint mit den Farben und den Zeichen auf der Mattscheibe nicht zu stimmen. Es ist, als würde all das vor mir in einem zähen Einheitsbrei zusammenfließen. Ich lasse den Kopf auf meine verschränkten Arme sinken und habe später das dumpfe Gefühl kurzzeitig eingeschlafen gewesen zu sein. Ich beschließe, dass nun Schluss ist und es besser ist, nach Hause zu gehen. Für heute habe ich genug gearbeitet, aber morgen werde ich noch mehr tun müssen. Ansonsten blieb heute alles ruhig. Es scheint fast so, als wäre ich mit geschlossenen Augen durch die Welt gegangen.
Ein Blinder.

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