A riddle
Mittwoch, 28. Mai, München
Sengende Hitze liegt bleiern über der Stadt. Die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel. Mindestens zwei Stunden bin ich durch die Gebäude der Universität gelaufen. Von einer Bibliothek zur nächsten. Auch in der S-Bahn ist es anschließend unglaublich heiß. Ermattet und schweißüberströmt lasse ich mich auf einen der Sitze fallen. Die Bahn ist fast leer…nur wenige Leute sind um diese Uhrzeit unterwegs. Neben mir beobachte ich einen alten Mann, der flink und geschickt Kreuzworträtsel löst. Ich schau ihn mir genauer an. Sein linkes Auge ist vom Alter gezeichnet und nur noch zu einem Drittel geöffnet. Seine Füße stecken in schäbigen schwarzen Lederimitatschuhen; die braunen Socken funkeln mich an. Seine Hände sind schmal, faltig und weisen verlebte Züge auf. Ich schätze sein Alter auf 85 Jahre, aber wahrscheinlich ist er noch älter. Die Geschwindigkeit, mit der er jedoch sein Rätsel löst, ist unglaublich. Ich schiele immer wieder unauffällig zur Seite und kann kein einziges leeres Feld entdecken. Jedes der viereckigen Quadrate ist mit einem Buchstaben bestückt. Zufrieden blättert der Alte um und beginnt ein neues, noch jungfräuliches Rätsel. Der Mann weckt tiefe Bewunderung in mir. Glücklich sind die, die auch im Alter noch einen solchen Kopf haben, denke ich mir, während ich aufstehe und die S-Bahn verlasse. Hinaus in die schwül-warme Luft eines Sommertages. Zu Hause beginne ich ein Kreuzworträtsel. Nachdem ich es zu zwei Dritteln gelöst habe, gebe ich auf.
Sengende Hitze liegt bleiern über der Stadt. Die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel. Mindestens zwei Stunden bin ich durch die Gebäude der Universität gelaufen. Von einer Bibliothek zur nächsten. Auch in der S-Bahn ist es anschließend unglaublich heiß. Ermattet und schweißüberströmt lasse ich mich auf einen der Sitze fallen. Die Bahn ist fast leer…nur wenige Leute sind um diese Uhrzeit unterwegs. Neben mir beobachte ich einen alten Mann, der flink und geschickt Kreuzworträtsel löst. Ich schau ihn mir genauer an. Sein linkes Auge ist vom Alter gezeichnet und nur noch zu einem Drittel geöffnet. Seine Füße stecken in schäbigen schwarzen Lederimitatschuhen; die braunen Socken funkeln mich an. Seine Hände sind schmal, faltig und weisen verlebte Züge auf. Ich schätze sein Alter auf 85 Jahre, aber wahrscheinlich ist er noch älter. Die Geschwindigkeit, mit der er jedoch sein Rätsel löst, ist unglaublich. Ich schiele immer wieder unauffällig zur Seite und kann kein einziges leeres Feld entdecken. Jedes der viereckigen Quadrate ist mit einem Buchstaben bestückt. Zufrieden blättert der Alte um und beginnt ein neues, noch jungfräuliches Rätsel. Der Mann weckt tiefe Bewunderung in mir. Glücklich sind die, die auch im Alter noch einen solchen Kopf haben, denke ich mir, während ich aufstehe und die S-Bahn verlasse. Hinaus in die schwül-warme Luft eines Sommertages. Zu Hause beginne ich ein Kreuzworträtsel. Nachdem ich es zu zwei Dritteln gelöst habe, gebe ich auf.
bflo - 29. Mai, 23:41
