Die Frauen und ich

Dienstag, 18. März, München

Morgens zur Uni gequält. Ich hatte mir vorgenommen, durch den Englischen Garten zu spazieren. Das habe ich dann auch gemacht. Die Sonne kam sogar raus, das war prima. Auf dem Weg zur Münchner Freiheit kaufe ich einen Apfel. Dummerweise habe ich nur einen 20 Euroschein in der Tasche…kann der Typ am Obststand natürlich nicht wechseln. Er sagt einfach, ich soll ihm das Geld irgendwann mal geben…wie cool. Ich also mit dem Apfel weiter, rein in den Woolworth und einen Kinderriegel für 29 Cent gekauft. „Nein ich habe es leider nicht kleiner!“. Mit schönen neuen Münzen zurück zum Obststand. Ich bezahle meine Schulden immer und die nächsten Tage komme ich gewiss nicht mehr in diese Gegend. Der Ostverkäufer bedankt sich und wirkt glücklich. Ob er das erwartet hatte? Ich bin auch glücklich und beiße genüsslich in meinen Apfel. Gut, dass es noch solche Menschen gibt.
Ich also rein in den Englischen Garten und dann erstmal zu Fuß durch. Irgendwo entdecke ich einen schönen Biergarten. Also gleich mal ein Bier gekauft und „Soloalbum“ weiter gelesen. Hinter mir diskutieren rüstige Rentner über das Wetter, die Politik und alles, worüber rüstige Rentner halt so diskutieren. Sie mustern mich, mein Bier und mein Buch mit kritischen Blicken.
Eigentlich wollte ich mit Sandra ihre Mittagspause verbringen, aber sie hat keine Zeit. Jetzt ruft sie an. Sie hätte nun doch Zeit, denn ihre Mutter kommt etwas später. Na toll. „Ich bin gerade Lichtjahre vom Marienplatz entfernt, sorry.“ – „Na dann am Donnerstag!“ – „In Ordnung!“ Warum melden sich Frauen immer dann, wenn man selbst gerade keine Zeit hat? Egal. Gemütlich trinke ich mein Bier, lese weiter und gehe irgendwann zu Fuß zum Marienplatz (doch ganz schön weit). Bei diesem Wetter aber kein Problem. Der Hugendubel ist brechendvoll. Da ist die Hölle los. Ab morgen gibt es wohl keine Bücher mehr. Ich nehme mir den erstbesten Budapestreisführer, lese darin und irgendwann taucht Sandra auf. Wir wechseln ein paar Worte, denn sie hat wenig Zeit (der Laden ist ja voll) und sind für Donnerstag verabredet. Immerhin.
Heute habe ich gemerkt, wie krass ich auf rote Jacken konditioniert bin. Jede rote Jacke verlangt meine volle Aufmerksamkeit. Sophie trägt auch immer so eine rote Jacke. Ich kann mich gar nicht erinnern, sie in letzter Zeit nicht in einer roten Jacke gesehen zu haben. Gut, so oft habe ich sie in letzter Zeit auch nicht gesehen, aber egal. Schlimm ist das. Gegen mich ist Pavlov`s Hund ein saudummer Köter.

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