Lange Schatten
Dienstag, 19. Februar, München
Ein eher durchschnittlicher Dienstag…eigentlich nicht blogbar. Nach dem Aufstehen raus und ab zur Uni. Routine. Die Arbeit muss bis Freitag in einer Woche fertig sein. Das ist machbar. In der Staatsbibliothek stapeln sich die Studenten. Kein Sitzplatz mehr frei…vormittags um halb elf. Pech gehabt und gute Mine zum bösen Spiel gemacht. Muss ich halt im Stehen lesen und mit Kugelschreiber Stichpunkte auf meinen Block kritzeln. Das künstliche Saallicht wirft meinen dunklen Schatten auf den Fußboden. Draußen scheint eigentlich die Sonne. Hunderte geistig tätige Menschen absorbieren alles Helle und verwandeln es in geistreiche Gedanken.
Wieder draußen gehe ich die Ludwigsstraße entlang. Auf dem Weg begegnen mir die Wahlplakate von „Pro München“. Mein Blick fixiert das Kleinkind auf dem Papier. Neben einer durchgestrichenen Zeichnung einer Moschee prangt das Wort „Zukunft“. Drunter der Satz „Statt Islamisierung und Ausländergewalt“.
Dem Kleinkind hat jemand mit schwarzem Edding einen dichten Hitlerbart unter die Nase gemalt. „Das sind Nazis“, raunt ein langhaariger Kerl hinter mir, der wohl meinen gespannten Blick bemerkt hat. Was er nicht sagt! Auf dem Weg zur Uni begegnen mir dann noch drei weitere Plakate mit Hitlerbabys. Aber der Kerl hat recht…ganz sauber ist diese Partei wirklich nicht. Wenn man schon mit solchen Parolen kommen muss. Düster Schatten vergangener Zeit ziehen über das Land. Die ganze Sache erinnert mich an Roland Kochs Wahlkampf in Hessen, der ja unter dem Motto „Mein Wahlkampf“ gestanden haben könnte.
Oder dieser Josef Schmid hier in München, der mit U-Bahn-Schlägern Oberbürgermeister werden will. „Shame on you“.
Ich hatte gehofft, sie heute zu treffen. Eigentlich wollte sie sich bei mir melden, aber wahrscheinlich war sie überhaupt nicht auf dem Campus. Vielleicht morgen, oder übermorgen. Wir sollten ins Theater gehen. Ich darf nicht vergessen, sie zu fragen.
Als ich nach einem langen Tag an der Uni zum Bahnhof und zu meinem Rad zurückkehre, scheint keine Sonne. Mein Lenker wirft im fahlen Licht einen blassen Schatten auf den grauen Asphalt.
Ein eher durchschnittlicher Dienstag…eigentlich nicht blogbar. Nach dem Aufstehen raus und ab zur Uni. Routine. Die Arbeit muss bis Freitag in einer Woche fertig sein. Das ist machbar. In der Staatsbibliothek stapeln sich die Studenten. Kein Sitzplatz mehr frei…vormittags um halb elf. Pech gehabt und gute Mine zum bösen Spiel gemacht. Muss ich halt im Stehen lesen und mit Kugelschreiber Stichpunkte auf meinen Block kritzeln. Das künstliche Saallicht wirft meinen dunklen Schatten auf den Fußboden. Draußen scheint eigentlich die Sonne. Hunderte geistig tätige Menschen absorbieren alles Helle und verwandeln es in geistreiche Gedanken.
Wieder draußen gehe ich die Ludwigsstraße entlang. Auf dem Weg begegnen mir die Wahlplakate von „Pro München“. Mein Blick fixiert das Kleinkind auf dem Papier. Neben einer durchgestrichenen Zeichnung einer Moschee prangt das Wort „Zukunft“. Drunter der Satz „Statt Islamisierung und Ausländergewalt“.
Dem Kleinkind hat jemand mit schwarzem Edding einen dichten Hitlerbart unter die Nase gemalt. „Das sind Nazis“, raunt ein langhaariger Kerl hinter mir, der wohl meinen gespannten Blick bemerkt hat. Was er nicht sagt! Auf dem Weg zur Uni begegnen mir dann noch drei weitere Plakate mit Hitlerbabys. Aber der Kerl hat recht…ganz sauber ist diese Partei wirklich nicht. Wenn man schon mit solchen Parolen kommen muss. Düster Schatten vergangener Zeit ziehen über das Land. Die ganze Sache erinnert mich an Roland Kochs Wahlkampf in Hessen, der ja unter dem Motto „Mein Wahlkampf“ gestanden haben könnte.
Oder dieser Josef Schmid hier in München, der mit U-Bahn-Schlägern Oberbürgermeister werden will. „Shame on you“.
Ich hatte gehofft, sie heute zu treffen. Eigentlich wollte sie sich bei mir melden, aber wahrscheinlich war sie überhaupt nicht auf dem Campus. Vielleicht morgen, oder übermorgen. Wir sollten ins Theater gehen. Ich darf nicht vergessen, sie zu fragen.
Als ich nach einem langen Tag an der Uni zum Bahnhof und zu meinem Rad zurückkehre, scheint keine Sonne. Mein Lenker wirft im fahlen Licht einen blassen Schatten auf den grauen Asphalt.
bflo - 20. Feb, 16:42
