Finito Life

Freitag, 08. Februar 2008, München

Was es bedeutet zu leben!
Im Kino kommt, soweit ich das überblicken kann, im Moment nur Mist. Doch wenn man in Ruhe an die Sache rangeht, kann man noch echte Perlen entdecken. Ohne großartige Action, einfach nur traurig, emotional, bewegend, oscarreif. Denn das Beste kommt zum Schluss.
Im Kino sitzend, ohne Popcorn und Cola, einfach nur pur den Film genießen.
Fragen drängen aus dem Unterbewusstsein nach oben: „Es“ ruft „Über-Ich“. „Ich“ wieder mal dazwischen in der Mittlerposition.
Zuvor 20 Minuten an der Kartenabholungsschlange gestanden, aber es hat sich gelohnt.
Was tut man, wenn einem nur noch wenige Monate zum Leben bleiben? Alles nachholen, was man verpasst hat? Was habe ich verpasst? Meine Liste wäre leider länger…verpasste Chancen, Gelegenheit...passé.
Man wird nachdenklich, wirft Gedanken hin und her. Am Ende geht alles versöhnlich aus, auch wenn jemand sterben muss.
Der Film endet ruhig, sanft und Leise. Eine Botschaft, die sich in mich hineinfrisst und festsetzt wie eine Zecke. Nur diesmal wird kein Blut gesaugt.
Ich finde, dass jeder so eine Liste haben muss auf der er Dinge abhackt, die er unbedingt tun sollte, bovor er den Löffel abgibt.
Handeln heißt zu leben. So verlasse ich bestärkt, aber auch nachdenklich das Lichtspielhaus. Draußen ist es eiskalt und es beginnt leicht zu schneien.
42 Jahre sind eine verdammt kurze Zeit.
WG121 - 9. Feb, 13:04

my life without me

Wie Recht du hast, was für ein großartiger Film! Hat mich ebenso nachdenklich gemacht, als ich ihn vor ein paar Jahren im Kino sehen durfte. Ich hab mich damals auch gefragt, wie meine Liste aussehen würde, und irgendwie ist mir aufgefallen, dass es immer die Dinge im Leben sind, die man nie getan, gewagt, oder gesagt hat, die man am meisten bereut. Das Erstrebenswerteste wäre wohl tatsächlich jeden Tag so auszukosten, als wäre es der letzte. Das ist nahezu unmöglich, aber solange man sich dessen bewusst ist und nicht vor jedem Wagnis zurückschreckt, kann man damit ganz gut leben ohne die Liste zu lang werden zu lassen. ;-)

Übrigens hat mich Sarah Polley damals sehr beeindruckt und vor kurzem bin ich über einen weiteren ihrer Filme gestolpert: The Sweet Hereafter (zu deutsch Das süße Jenseits, glaube ich). Ebenfalls todtrauriges, emotional bewegendes, sehr leises, aber fantastisches Kino.

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