Der Fleck
Dienstag, 13. Mai, München
Ich habe es geschafft, das ist der Durchbruch, ganz bestimmt. Ich brüte vor meinen Unterlagen, schenke mir eine Tasse Kaffee ein und rühre mechanisch darin herum. Mein Schreibtisch versinkt in einem Berg von Papieren, Zetteln und Büchern. Angestrengt fliegt mein Blick über die eng beschriebenen Zeilen. Dann passiert es: als ich versuche die Tasse an meine Lippen zu führen, ergießt sich ein Schwall der braunen Koffeinbrühe über eines meiner Blätter. Mein erster Kaffeefleck ist geboren. Hektisch reiße ich das beschmutzte Blatt von einem Stapel weiterer Unterlagen, damit nicht noch andere Dokumente Schaden nehmen.
Kaffeeflecken auf irgendwelchen wissenschaftlichen Materialien erwecken für mich immer den Eindruck des Intellektuellen. Das ist wir vorher noch nie passiert. Man sieht, dass mit den Dingen gearbeitet wurde, dass sie benutzt und verwendet wurden. Ein bestimmtes Flair entsteht, der Eindruck von Wissenschaftlichkeit. Man kann das gar nichts so genau beschreiben. Frustriert wegen des Fleckens, aber auch glücklich, da ich mich nun als Intellektueller fühle, packe ich nach getaner Arbeit meine Sachen zusammen. In der S-Bahn neben mir sitzt eine Frau, die intensiv in der Nase bohrt, ihren Popel anschließend zu einer Kugel rollt und ihn durchs Abteil schnippt. Sachen gibt’s.
Ich habe es geschafft, das ist der Durchbruch, ganz bestimmt. Ich brüte vor meinen Unterlagen, schenke mir eine Tasse Kaffee ein und rühre mechanisch darin herum. Mein Schreibtisch versinkt in einem Berg von Papieren, Zetteln und Büchern. Angestrengt fliegt mein Blick über die eng beschriebenen Zeilen. Dann passiert es: als ich versuche die Tasse an meine Lippen zu führen, ergießt sich ein Schwall der braunen Koffeinbrühe über eines meiner Blätter. Mein erster Kaffeefleck ist geboren. Hektisch reiße ich das beschmutzte Blatt von einem Stapel weiterer Unterlagen, damit nicht noch andere Dokumente Schaden nehmen.
Kaffeeflecken auf irgendwelchen wissenschaftlichen Materialien erwecken für mich immer den Eindruck des Intellektuellen. Das ist wir vorher noch nie passiert. Man sieht, dass mit den Dingen gearbeitet wurde, dass sie benutzt und verwendet wurden. Ein bestimmtes Flair entsteht, der Eindruck von Wissenschaftlichkeit. Man kann das gar nichts so genau beschreiben. Frustriert wegen des Fleckens, aber auch glücklich, da ich mich nun als Intellektueller fühle, packe ich nach getaner Arbeit meine Sachen zusammen. In der S-Bahn neben mir sitzt eine Frau, die intensiv in der Nase bohrt, ihren Popel anschließend zu einer Kugel rollt und ihn durchs Abteil schnippt. Sachen gibt’s.
bflo - 15. Mai, 14:25
