Fahrt ins Nichts
Freitag, 09. Mai, München
Ich sitze auf einem dieser dunkelroten Sitze einer etwas in die Jahre gekommenen Regionalbahn. Die Fahrt verläuft unruhig, denn die Räder auf den Schienen rattern und scheppern gewaltig, aber sonst scheint alles in Ordnung. Ich starre aus dem Fenster und blicke in ein schwarzes Nichts; keine Bäume, keine Landschaft überhaupt gar nichts. Ich starre verwirrt auf meine Armbanduhr, aber die Zeiger und die Datumsanzeige fehlen, so dass nur das runde Ziffernblatt mit den Zahlen von eins bis zwölf zu sehen ist. Ängstlich blicke ich mich in meinem Abteil um und bin beruhigt, als ich mehrer Menschen in meiner Nähe sitzen sehe. Ich starre einen Mann schräg vor mir an, der zurückgelehnt auf seinem Platz Musik hört. Ich schrecke blitzschnell zurück, als ich erkenne, dass er kein Gesicht hat. Nase, Mund, Augen, Ohren…alles fehlt. Ich erkenne nur glatte Haut, die nahtlos vom Haaransatz bis zum Kinn reicht. Hektischer streift mein Blick nun die Menschen in meinem Abteil und ich stelle fest, dass sie alle keine Gesichter haben. Instinktiv fasse ich mir mit dem Finger an meine Nase, obwohl ich ganz genau weiß, dass bei mir alles dran ist. Aber sicher ist sicher. Ich sitze in einem Zug und fahre ins Nichts, um mich herum steinerne Menschen ohne Gesichter. Die Fahrt beschleunigt sich und unter mir rumpelt es noch heftiger als zuvor. Auf einmal steht sie vor mir. Aber das kann eigentlich gar nicht sein; ist sie nicht noch in Afrika? Meine Gedanken kreisen in meinem Kopf wirr auf und ab. Ich drohe verrückt zu werden. Auch sie hat kein Gesicht, keinerlei Mimik, aber dennoch erkenne ich sie sofort. Ich würde sie unter tausenden wieder erkennen. Ich öffne meinen Mund um etwas zu sagen, aber plötzlich beginnt sie vor mir förmlich zu zerfließen. Sie löst sich einfach auf und beginnt im Nichts zu verschwinden. Dann ist sie schlagartig weg. Ich fühle, wie der Zug auf einen pechschwarzen Abgrund zufährt.
Ich erwache in meinem Bett, bin unruhig aufgewühlt und durcheinander. Danach kann ich lange keinen Schlaf mehr finden.
Ich sitze auf einem dieser dunkelroten Sitze einer etwas in die Jahre gekommenen Regionalbahn. Die Fahrt verläuft unruhig, denn die Räder auf den Schienen rattern und scheppern gewaltig, aber sonst scheint alles in Ordnung. Ich starre aus dem Fenster und blicke in ein schwarzes Nichts; keine Bäume, keine Landschaft überhaupt gar nichts. Ich starre verwirrt auf meine Armbanduhr, aber die Zeiger und die Datumsanzeige fehlen, so dass nur das runde Ziffernblatt mit den Zahlen von eins bis zwölf zu sehen ist. Ängstlich blicke ich mich in meinem Abteil um und bin beruhigt, als ich mehrer Menschen in meiner Nähe sitzen sehe. Ich starre einen Mann schräg vor mir an, der zurückgelehnt auf seinem Platz Musik hört. Ich schrecke blitzschnell zurück, als ich erkenne, dass er kein Gesicht hat. Nase, Mund, Augen, Ohren…alles fehlt. Ich erkenne nur glatte Haut, die nahtlos vom Haaransatz bis zum Kinn reicht. Hektischer streift mein Blick nun die Menschen in meinem Abteil und ich stelle fest, dass sie alle keine Gesichter haben. Instinktiv fasse ich mir mit dem Finger an meine Nase, obwohl ich ganz genau weiß, dass bei mir alles dran ist. Aber sicher ist sicher. Ich sitze in einem Zug und fahre ins Nichts, um mich herum steinerne Menschen ohne Gesichter. Die Fahrt beschleunigt sich und unter mir rumpelt es noch heftiger als zuvor. Auf einmal steht sie vor mir. Aber das kann eigentlich gar nicht sein; ist sie nicht noch in Afrika? Meine Gedanken kreisen in meinem Kopf wirr auf und ab. Ich drohe verrückt zu werden. Auch sie hat kein Gesicht, keinerlei Mimik, aber dennoch erkenne ich sie sofort. Ich würde sie unter tausenden wieder erkennen. Ich öffne meinen Mund um etwas zu sagen, aber plötzlich beginnt sie vor mir förmlich zu zerfließen. Sie löst sich einfach auf und beginnt im Nichts zu verschwinden. Dann ist sie schlagartig weg. Ich fühle, wie der Zug auf einen pechschwarzen Abgrund zufährt.
Ich erwache in meinem Bett, bin unruhig aufgewühlt und durcheinander. Danach kann ich lange keinen Schlaf mehr finden.
bflo - 10. Mai, 19:30
