Christian Kracht
Mittwoch, 02. Juli, München
Frühmorgens klingelt das Telefon meines Dozenten. Kracht ist dran…höchstpersönlich. Wir rechnen alle noch mit einer Absage, doch der Autor wünscht nur eine Kanne Kaffee…schwarz, ohne Zucker. Dreißig Minuten später betritt er unseren Seminarraum. In der Hand trägt er eine braune Papiertüte mit zwei Trageschlafen, sein eigenes Buch „New Wave“ und ein gebundenes Manuskript von „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“, aus dem er gleich lesen wird.
Vor mir sitzt ein unscheinbarer Mann, mittleren Alters. Seine Gesichtszüge sind scharf, die Haut selbst allerdings matt und eingefallen. Er wirkt leicht ausgezehrt, müde und verbraucht. Im Verlauf der Lesung wird Kracht munterer, er leert die Kaffeekanne, liest aufmerksam und wirkt jetzt hellwach. Sein Blick streift unsere Runde, von acht Studenten. Er sei nervös, habe so etwas noch nie zuvor gemacht, sagt er. Ich weiß, dass es Simulation sein könnte. Ich hatte ja meine Bedenken, kannte ihn nur aus den Medien, seinen Büchern und aus der Zeitung. Vor mir sitzt ein intelligenter, grundsympathischer Mann, ohne Starallüren. Er ist einfach nett. Später gehen wir mit ihm in ein Cafe um eine kleine Stärkung zu uns zu nehmen. Leider ruft ein Freund an, teilt ihm mit, dass er den Flieger um zwölf Uhr nach Frankfurt nehmen müsse. Kracht muss leider gleich los…schade eigentlich. Was bleibt ist ein Gruppenfoto des Seminars mit ihm, die Erinnerung an einen einmaligen Vormittag und ein paar signierte Bücher. Ich habe den „Gelben Bleistift“ dabei, den ich mir von Sophie geliehen habe. Ich lasse es für sie signieren…Kracht kritzelt tatsächlich „Für die liebe Sophie“ auf eine der ersten Seiten. „Faserland“ signiert er für mich. Seine Schrift sieht aus wie die eines Kindes. Ich bin beinahe gerührt. Dann steht Christian Kracht auf, verbeugt sich noch einmal vor uns und verschwindet schließlich. Ganz natürlich und unspektakulär. Ein großer Künstler eben. Wir sitzen noch etwas zusammen und diskutieren das Geschehene. Am Abend blättere ich noch einmal in beiden Büchern und die Unterschriften sind tatsächlich noch da…alles war real.
Frühmorgens klingelt das Telefon meines Dozenten. Kracht ist dran…höchstpersönlich. Wir rechnen alle noch mit einer Absage, doch der Autor wünscht nur eine Kanne Kaffee…schwarz, ohne Zucker. Dreißig Minuten später betritt er unseren Seminarraum. In der Hand trägt er eine braune Papiertüte mit zwei Trageschlafen, sein eigenes Buch „New Wave“ und ein gebundenes Manuskript von „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“, aus dem er gleich lesen wird.
Vor mir sitzt ein unscheinbarer Mann, mittleren Alters. Seine Gesichtszüge sind scharf, die Haut selbst allerdings matt und eingefallen. Er wirkt leicht ausgezehrt, müde und verbraucht. Im Verlauf der Lesung wird Kracht munterer, er leert die Kaffeekanne, liest aufmerksam und wirkt jetzt hellwach. Sein Blick streift unsere Runde, von acht Studenten. Er sei nervös, habe so etwas noch nie zuvor gemacht, sagt er. Ich weiß, dass es Simulation sein könnte. Ich hatte ja meine Bedenken, kannte ihn nur aus den Medien, seinen Büchern und aus der Zeitung. Vor mir sitzt ein intelligenter, grundsympathischer Mann, ohne Starallüren. Er ist einfach nett. Später gehen wir mit ihm in ein Cafe um eine kleine Stärkung zu uns zu nehmen. Leider ruft ein Freund an, teilt ihm mit, dass er den Flieger um zwölf Uhr nach Frankfurt nehmen müsse. Kracht muss leider gleich los…schade eigentlich. Was bleibt ist ein Gruppenfoto des Seminars mit ihm, die Erinnerung an einen einmaligen Vormittag und ein paar signierte Bücher. Ich habe den „Gelben Bleistift“ dabei, den ich mir von Sophie geliehen habe. Ich lasse es für sie signieren…Kracht kritzelt tatsächlich „Für die liebe Sophie“ auf eine der ersten Seiten. „Faserland“ signiert er für mich. Seine Schrift sieht aus wie die eines Kindes. Ich bin beinahe gerührt. Dann steht Christian Kracht auf, verbeugt sich noch einmal vor uns und verschwindet schließlich. Ganz natürlich und unspektakulär. Ein großer Künstler eben. Wir sitzen noch etwas zusammen und diskutieren das Geschehene. Am Abend blättere ich noch einmal in beiden Büchern und die Unterschriften sind tatsächlich noch da…alles war real.
bflo - 3. Jul, 15:10
