Waffenbrüder
Dienstag, 30. Dezember, München
Ein Zimmer im Halbdunkel. Er sitzt auf seinem Bett, die Hand an der Waffe. Das Geräusch beim Laden löst tiefe Befriedigung bei ihm auf. Behutsam schiebt er Patronen in die metallene Trommel, lässt sie sachte zurück schnappen und prüft schließlich noch einmal alles. Passt. Er sah, dass es gut war. Den Revolver packt er in eine blaue Sporttasche und packt noch zwei Pistolen dazu, die vorher neben ihm auf dem Bett gelegen haben. Es klappert. Dann zieht er den Reißverschluss der Tasche zu, schlüpft in seine Jacke und rennt runter auf die Straße. Die Tür knallt laut hinter ihm ins Schloss. Draußen.
“Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.”
Fünf Menschen machen sich aus den verschiedensten Ecken der Stadt auf den Weg. Schwere Schritte dröhnen über das Pflaster. Die blaue Sporttasche steigt in eine Straßenbahn, fährt fünf Stationen und nimmt für den Rest der Strecke den Bus. Andere kommen mit dem Auto. Man trifft sich in einem kleinen Wäldchen am Rande der großen Stadt.
“Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern.”
Drinnen an einem kleinen Teich ist der vereinbarte Treffpunkt. Man legt die Taschen ab, aus einem Auto lädt einer kugelsichere Westen aus. Über dem Wasser liegen Holzplanken, bilden einen schmalen Steg. Zwei legen die Westen an, stellen sich in zwanzig Meter Entfernung auf. Jemand zählt bis fünf; dann fallen Schüsse. Das Duell, eine Mutprobe...verletzt soll niemand werden. Sich überwinden, auf Menschen schießen, Hemmschwellen abbauen. Nichts weiter.
“Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen.”
Heute hat er einen guten Tag, bleibt Sieger in seinen drei Duellen und geht gelassen nach Hause. Die anderen sind ähnlich entspannt. Er steigt wieder in den Bus und in die Straßenbahn. Daheim schmeißt er die Tasche in eine Ecke, legt sich aufs Bett und schläft sofort ein.
Der neue Tag beginnt bereits um sechs Uhr. Er muss vorbereitet sein, stets wachsam, alles bedenkend. Der Direktor kommt immer schon einige Minuten vor den Angestellten. Ihm bleibt wenig Zeit. Das Bankgebäude schimmert im trüben Morgenlicht, als er mit dem Bankdirektor eintritt. Der spürt den Lauf eines silbern glänzenden Revolvers auf der Stirn.
“Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.”
Geld wird in die blaue Tasche gepackt. Dann fällt ein Schuss...eiskalt, skrupellos. Der Direktor sinkt zu Boden, Blut sickert aus seiner Schläfe. Der Täter steckt den Revolver ein und rennt aus dem Bankgebäude. Sicherheit. Menschen schauen ihn an, aber wenden sich rasch ab und gehen weiter. Drei Wochen später wird er man mit dem Revolver verhaftet. Zeugen hatten sich sein Gesicht gemerkt.
Ein Zimmer im Halbdunkel. Er sitzt auf seinem Bett, die Hand an der Waffe. Das Geräusch beim Laden löst tiefe Befriedigung bei ihm auf. Behutsam schiebt er Patronen in die metallene Trommel, lässt sie sachte zurück schnappen und prüft schließlich noch einmal alles. Passt. Er sah, dass es gut war. Den Revolver packt er in eine blaue Sporttasche und packt noch zwei Pistolen dazu, die vorher neben ihm auf dem Bett gelegen haben. Es klappert. Dann zieht er den Reißverschluss der Tasche zu, schlüpft in seine Jacke und rennt runter auf die Straße. Die Tür knallt laut hinter ihm ins Schloss. Draußen.
“Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.”
Fünf Menschen machen sich aus den verschiedensten Ecken der Stadt auf den Weg. Schwere Schritte dröhnen über das Pflaster. Die blaue Sporttasche steigt in eine Straßenbahn, fährt fünf Stationen und nimmt für den Rest der Strecke den Bus. Andere kommen mit dem Auto. Man trifft sich in einem kleinen Wäldchen am Rande der großen Stadt.
“Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern.”
Drinnen an einem kleinen Teich ist der vereinbarte Treffpunkt. Man legt die Taschen ab, aus einem Auto lädt einer kugelsichere Westen aus. Über dem Wasser liegen Holzplanken, bilden einen schmalen Steg. Zwei legen die Westen an, stellen sich in zwanzig Meter Entfernung auf. Jemand zählt bis fünf; dann fallen Schüsse. Das Duell, eine Mutprobe...verletzt soll niemand werden. Sich überwinden, auf Menschen schießen, Hemmschwellen abbauen. Nichts weiter.
“Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen.”
Heute hat er einen guten Tag, bleibt Sieger in seinen drei Duellen und geht gelassen nach Hause. Die anderen sind ähnlich entspannt. Er steigt wieder in den Bus und in die Straßenbahn. Daheim schmeißt er die Tasche in eine Ecke, legt sich aufs Bett und schläft sofort ein.
Der neue Tag beginnt bereits um sechs Uhr. Er muss vorbereitet sein, stets wachsam, alles bedenkend. Der Direktor kommt immer schon einige Minuten vor den Angestellten. Ihm bleibt wenig Zeit. Das Bankgebäude schimmert im trüben Morgenlicht, als er mit dem Bankdirektor eintritt. Der spürt den Lauf eines silbern glänzenden Revolvers auf der Stirn.
“Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.”
Geld wird in die blaue Tasche gepackt. Dann fällt ein Schuss...eiskalt, skrupellos. Der Direktor sinkt zu Boden, Blut sickert aus seiner Schläfe. Der Täter steckt den Revolver ein und rennt aus dem Bankgebäude. Sicherheit. Menschen schauen ihn an, aber wenden sich rasch ab und gehen weiter. Drei Wochen später wird er man mit dem Revolver verhaftet. Zeugen hatten sich sein Gesicht gemerkt.
bflo - 1. Jan, 19:50
