Besuch aus dem Regen
Donnerstag, 18. Dezember, München
Im Zimmer ist es ziemlich dunkel. Ein kleiner Raum mit nur einem Fenster, in dem überall Kerzen brennen. Bald ist Weihnachten. Aus der Küche riecht es angenehm nach Glühwein und aromatischen Gewürzen. Die Tische sind mit Tannenzweigen, Teelichtern und Walnüssen dekoriert. Die Gäste sind da. Eine gemütliche Runde, einfach etwas zusammensitzen und Weihnachten feiern. Nur draußen ist es dummerweise überhaupt nicht festlich anmutend, denn es hat wieder zu regnen begonnen. Dicke Tropfen klatschen an die Fensterscheibe und wirklich winterlich kalt ist es auch nicht.
In dicken Tropfen fließt brennender Zucker in den großen Kessel mit Rotwein, schwarzem Tee und Orangenscheiben. Blau leuchtend tanzt der verbrennende Alkohol noch etwas darin umher. Die Feuerzangenbowle, das Highlight des Jahres. Der gute aber preiswerte Rotwein von Aldi riecht jetzt aromatisch und würzig. Eine Flache echter Übersee-Rum tut das Übrige. Die haut ganz schön rein. Stark! Irgendwie gehört so eine Feuerzange einfach zu jedem guten Weihnachten mit dazu. Mir jedenfalls würde etwas fehlen ohne. Kleine Grüppchen haben sich gebildet, man lacht, trinkt, unterhält sich und genießt den Abend. Ich setze mich etwas abseits und schaue aus dem Fenster. Ich denke an Sophie und daran, wie lange ich nun schon nichts mehr von ihr gehört hatte. Sehr lange. Keine Ahnung, was da wohl los ist. Vor einigen Wochen hatte sie mir einmal eine Mail geschickt, aber das war dann auch alles. Auf meine Mail keine Antworten. Ich weiß es doch auch nicht! Gesehen habe ich sie wohl im Sommer zum letzten Mal. Aber so genau weiß ich es nicht mehr. Nein, stimmt nicht, denn ich bin ihr ja zwischendrin einmal in der Bibliothek begegnet. Da war die Sache mit ihrem Ausweis. Wie das Leben so spielt. Mit dieser Weihnachtsfeier hier geht für mich eigentlich das Jahr zu Ende. Das hat hier Tradition, das muss so sein. Bald ist Weihnachten und ich habe noch keine Geschenke. Nachdenklich nippe ich an meiner Bowle, stelle die Tasse ab und strecke mich kurz. Ich bin müde. Draußen hat es stärker zu Regnen begonnen. Die Autos hüpfen durch die Nacht, wirbeln Gischt auf, die von den Scheibenwischern nur schwer verdrängt werden kann. Vielleicht ist alles gut, so wie es ist. 366 Tage sind gleich vorbei, gehen wieder einmal zu Ende. Was bringt das nächste Jahr? Ich trinke den letzen Schluck Bowle und hole mir eine frischgefüllte Tasse. “Life for the moment!” - Mitnehmen, was gerade kommt und nicht immer nur wehmütig zurückschauen. Ein neues Jahr mit neuen Herausforderungen steht an. Nehmen wir sie an.
Ein Unbekannter betritt das kleine Zimmer, er kommt von draußen und ist etwas nass. Er faltet seinen Regenschirm zusammen und tritt dann zu uns herein ins Zimmer. Die schweren Stiefel dröhnen übers Parkett. Keiner von uns kennt ihn.
Im Zimmer ist es ziemlich dunkel. Ein kleiner Raum mit nur einem Fenster, in dem überall Kerzen brennen. Bald ist Weihnachten. Aus der Küche riecht es angenehm nach Glühwein und aromatischen Gewürzen. Die Tische sind mit Tannenzweigen, Teelichtern und Walnüssen dekoriert. Die Gäste sind da. Eine gemütliche Runde, einfach etwas zusammensitzen und Weihnachten feiern. Nur draußen ist es dummerweise überhaupt nicht festlich anmutend, denn es hat wieder zu regnen begonnen. Dicke Tropfen klatschen an die Fensterscheibe und wirklich winterlich kalt ist es auch nicht.
In dicken Tropfen fließt brennender Zucker in den großen Kessel mit Rotwein, schwarzem Tee und Orangenscheiben. Blau leuchtend tanzt der verbrennende Alkohol noch etwas darin umher. Die Feuerzangenbowle, das Highlight des Jahres. Der gute aber preiswerte Rotwein von Aldi riecht jetzt aromatisch und würzig. Eine Flache echter Übersee-Rum tut das Übrige. Die haut ganz schön rein. Stark! Irgendwie gehört so eine Feuerzange einfach zu jedem guten Weihnachten mit dazu. Mir jedenfalls würde etwas fehlen ohne. Kleine Grüppchen haben sich gebildet, man lacht, trinkt, unterhält sich und genießt den Abend. Ich setze mich etwas abseits und schaue aus dem Fenster. Ich denke an Sophie und daran, wie lange ich nun schon nichts mehr von ihr gehört hatte. Sehr lange. Keine Ahnung, was da wohl los ist. Vor einigen Wochen hatte sie mir einmal eine Mail geschickt, aber das war dann auch alles. Auf meine Mail keine Antworten. Ich weiß es doch auch nicht! Gesehen habe ich sie wohl im Sommer zum letzten Mal. Aber so genau weiß ich es nicht mehr. Nein, stimmt nicht, denn ich bin ihr ja zwischendrin einmal in der Bibliothek begegnet. Da war die Sache mit ihrem Ausweis. Wie das Leben so spielt. Mit dieser Weihnachtsfeier hier geht für mich eigentlich das Jahr zu Ende. Das hat hier Tradition, das muss so sein. Bald ist Weihnachten und ich habe noch keine Geschenke. Nachdenklich nippe ich an meiner Bowle, stelle die Tasse ab und strecke mich kurz. Ich bin müde. Draußen hat es stärker zu Regnen begonnen. Die Autos hüpfen durch die Nacht, wirbeln Gischt auf, die von den Scheibenwischern nur schwer verdrängt werden kann. Vielleicht ist alles gut, so wie es ist. 366 Tage sind gleich vorbei, gehen wieder einmal zu Ende. Was bringt das nächste Jahr? Ich trinke den letzen Schluck Bowle und hole mir eine frischgefüllte Tasse. “Life for the moment!” - Mitnehmen, was gerade kommt und nicht immer nur wehmütig zurückschauen. Ein neues Jahr mit neuen Herausforderungen steht an. Nehmen wir sie an.
Ein Unbekannter betritt das kleine Zimmer, er kommt von draußen und ist etwas nass. Er faltet seinen Regenschirm zusammen und tritt dann zu uns herein ins Zimmer. Die schweren Stiefel dröhnen übers Parkett. Keiner von uns kennt ihn.
bflo - 22. Dez, 10:26
